Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter
Autor: Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren. Er
studierte ab 1931 Germanistik, doch dieses Studium brach er 1933, wegen des
Todes seines Vaters, ab. Daraufhin wurde er Journalist bei der „Neuen
Zürcher Zeitung“. Doch dann stellte er jegliche schriftstellerische
Tätigkeit ein. Er beendete 1941, während seines Militärdienstes
im 2. Weltkrieg, sein Architekturstudium. Er eröffnete ein
Architekturbüro und begann wieder mit dem Schreiben.
In den nächsten Jahren reiste er sehr viel in Europa und in den USA.
1954 schloß er sein Architekturbüro und konzentrierte sich auf die
Schriftstellerei. 1958 wurde das Stück „Biedermann und die
Brandstifter“ in Zürich uraufgeführt.
In den 80er Jahren hielt er einige Vorträge an sozialdemokratichen
Parteitagen. Seine neueren literarischen Werke waren nicht sehr populär, da
die Handlungen sehr verstrickt waren.
Am 4. April 1991 starb Max Frisch in Zürrich.
Seine wichtigsten Werke: Stiller, Homo FaberBiedermann und die
Brandstifter
Das Stück:
Ort: Haus von Biedermann
Wichtigste Personen: Gottlieb Biedermann, Babette, Dienstmädchen Anna,
Josef Schmitz, Willi Eisenring
Gottlieb Biedermann: Er ist die Hauptperson des Stückes. Die Handlung
spielt in seinem Haus. Er ist Haarwasserfabrikant. Biedermann ist naiv, da er
die Gefährlichkeit von Schmitz und Eisenring zu spät erkennt und dann
auch noch falsch handelt.
Babette: Sie ist die Frau von Gottlieb Biedermann. Sie hat eine
Herzkrankheit. Sie ist sehr nervös in der Gegenwart von Schmitz und
Eisenring. Sie ist schreckhaft und hat einen leichten Schlaf und sie hat Angst,
dass die Brandstifter auch zu ihr kommen.
Joef Schmitz: Er war Ringer. Er ist ein Brandstifter, der sich durch pure
Ehrlichkeit in die Häuser seiner Opfer einnistet. Er zündet die
Häuser nur aus Freude an, es gibt keinen Sinn für sein
Handeln.
Willi Eisenring: Er ist der Komplize von Josef Schmitz:
Handlung: In der Stadt, in der Biedermann lebt, geschehen seit
einiger Zeit viele Brandstiftungen. Bei jeder Brandstiftung nisten sich die
Täter als scheinbar harmlose Hausierer in die Häuser ihrer Opfer ein
und setzen diese dann in Flammen.
Auch Gottlieb Biedermann, ein Haarwasserfabrikant, hat, wie alle in der
Stadt, Angst vor den Brandstifter und will niemanden in sein Haus lassen. Doch
als Josef Schmitz, ein Ringer, versucht, bei ihm Obdach zu bekommen, lässt
er ihn hinein, da Schmitz ihm ins Gewissen redet und ihn so sn die
Humanität erinnert. Er bekommt zu essen und darf am Dachboden
übernachten.
Biedermanns Frau Babette ist gegen den Hausierer Schmitz, da sie
befürchtet, dass das der Brandstifter sei. Deshalb versucht sie am
nächsten Tag, ihn loszuwerden, doch Schmitz überredet sie geschickt,
dass er bleiben darf.
Später holt sich Schmitz seinen Freund Eisenring auch noch zu sich,
der auch bleiben darf. Die beiden deponieren Benzinfässer und sonstige
Materialien für eine Brandstiftung, am Dachboden. Als Gottlieb Biedermann
sie darauf anspricht, erklären sie sogar ganz offen, dass sie das Haus
anzünden werden. Doch Biedermann hält das alles für einen Scherz,
da er glaubt, dass, wenn man so etwas vor hätte, würde man es bestimmt
nicht sagen. Er hilft ihnen sogar bei den Vorbereitungen
Als Biedermann darauf kommt, was passieren wird, versucht er das Unheil
noch abzuwenden, indem er die Brandstifter zum Essen einlädt und mit ihnen
eine Freundschaft eingehen will. Biedermann will es jedoch immer noch nicht
wahrhaben, dass Schmitz und Eisenring Brandstifter sind und gibt ihnen sogar
Zündhölzer. Kurz darauf geht das Haus in Flammen auf.
Interpretation: Es ist schwer, dieses Stück zu interpretieren,
es hat ja auch den Untertitel: Ein Lehrstück ohne Lehre. Doch man
könnte die Geschichte mit dem 2.Weltkrieg vergleichen. Genau wie die
Brandstifter von Anfang an genau sagten, was sie vorhaben, schrieb auch Hitler
seine Absichten in dem Buch „Mein Kampf“ nieder. Viele wussten, was
Hitler vorhatte, doch hielten sie alles wahrscheinlich für einen Scherz,
genau wie Biedermann. Als sie dann bemerkten, was geschieht, versuchten sie sich
Hitler anzuschließen, um selbst vom Unheil verschont zu werden, genau wie
Biedermann versucht, Freundschaft mit den Brandstiftern zu
schließen.
Die Benzinfässer könnte man mit noch heute existierenden
Munitionsdepots vergleichen: sie sind gefährlich, doch niemand tut etwas
dagegen. Das Verhalten von Biedermann kann man auf das Verhalten der
Gesellschaft übertragen. Er kritisiert die anderen, das sie in Bezug auf
die Brandstifter nicht vorsichtig sind, doch er selbst ist unvorsichtig. So
macht das auch die Gesellschaft, die andere kritisiert, es selbst allerdings
nicht besser macht.
Quellen: P.E.N.N.-Club Wilhelmshaven; Kindlers
Literaturlexikon
+ alle wesentlichen Punkte berücksichtigt