Referat am 12.3.2001
Buddenbrooks von Thomas Mann
© M. Schneider
Zum Autor:
Thomas Mann wird am 6. Juni 1875 als Sohn des Speditionskaufmanns und
späteren Senators Heinrich Mann und dessen Frau Julia (geb. Bruns) in
Lübeck geboren.
ab 1893
Bereits als Schüler verfaßt er Prosaskizzen und Aufsätze
für die von ihm mitherausgegebene Zeitschrift "Der Frühlingssturm.
Monatszeitschrift für Kunst, Literatur und Philosophie".
1894
Mann verläßt das Gymnasium in der Obersekunda und folgt der
Mutter und den Geschwistern nach München. Hier arbeitet er als
Volontär bei einer Versicherungsgesellschaft.
Seine erste Novelle "Gefallen" erscheint in der Zeitschrift "Die
Gesellschaft".
1895
Aufgrund des Erfolgs seiner ersten Veröffentlichung gibt er seine
Stellung auf und entschließt sich, als freier Schriftsteller zu arbeiten.
Er schreibt sich zunächst als Gasthörer an der Münchener
Technischen Hochschule ein, um sich auf eine journalistische Laufbahn
vorzubereiten.
1895/96
Beiträge für die von seinem Bruder
Heinrich Mann
herausgegebene konservative Zeitschrift "Das Zwanzigste Jahrhundert.
Blätter für deutsche Art und Wohlfahrt".
1896-1898
Gemeinsam mit seinem Bruder Aufenthalt in Italien.
1898
Die Novellensammlung "Der kleine Herr Friedemann" wird publiziert.
1898-1900
Tätigkeit als Lektor und Korrektor bei der satirischen Zeitschrift
"
Simplicissimus".
1899
Auf einer Urlaubsreise nach Dänemark entsteht die Novelle
"
Tonio Kröger".
1900
Seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger kann Mann
aufgrund einer Untauglichkeitserklärung vorzeitig beenden.
1901
Manns größtes Prosawerk
"Buddenbrooks"
- ursprünglich als Gemeinschaftsarbeit der Brüder geplant - erscheint
in zwei Bänden und wird von der Kritik begeistert aufgenommen.
1903
Die Novellensammlung "Tristan" - darin enthalten "Tonio Kröger"-
erscheint. Im Gegensatz zu seinem Bruder vermeidet er gesellschaftskritische
Inhalte und thematisiert den Gegensatz von Leben und Kunst. Seine
Künstlernovellen sind als Gleichnisse zu sehen, in denen die Individuen als
gesellschaftliche Typen gezeichnet werden.
1905
Heirat mit Katia Pringsheim. Aus der Ehe gehen sechs Kinder hervor,
darunter die Schriftsteller
Erika Mann,
Klaus Mann
und Golo Mann.
1912
Die Erzählung "Der Tod in Venedig" erscheint.
1918
Als Antwort auf Heinrich Manns Antikriegsschrift "Zola" verfaßt Mann
die "Betrachtungen eines Unpolitischen". Seine Verteidigung des Kaisertums und
seine Kriegsbegeisterung führen zum Bruch mit seinem Bruder, einem
inzwischen erklärten Demokraten.
1922
Aussöhnung mit dem Bruder.
Mit seiner Rede "Von deutscher Republik" tritt Mann zum ersten Mal als
politischer Mahner und Befürworter der Republik hervor.
1924
In einem Prozeß geistiger und politischer Neuorientierung entsteht
der Zeit- und Bildungsroman
"
Der Zauberberg",
an dem er seit 1913 gearbeitet hat.
1926
Gründungsmitglied der Sektion Dichtkunst bei der Preußischen
Akademie der Künste.
1929
1930
17. Oktober: Angesichts des bedrohlichen Stimmenzuwachses der
Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) hält er in Berlin
seine "Deutsche Ansprache - Ein Appell an die Vernunft".
Die Erzählung "Mario und der Zauberer" erscheint.
1933
11. Februar: Mann begibt sich auf eine Reise durch Europa, von der er nach
der nationalsozialistischen
Machtübernahme
nicht nach Deutschland zurückkehrt.
Der erste Band der Tetralogie "Joseph und seine Brüder" erscheint. Mit
diesem Romanwerk, in dem sich Joseph vom egoistischen Träumer zum
"Ernährer" und Fürsorger entwickelt, versucht er, ein positives
menschliches Beispiel zu geben.
1936
Nach dreijähriger Zurückhaltung in politischen Fragen erscheint
Manns öffentliche Absage an das nationalsozialistische Deutschland in der
"Neuen Züricher Zeitung".
Dezember: Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft und Entzug des
Bonner Ehrendoktorats, das ihm 1919 verliehen wurde.
Verleihung der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft.
1937
Mann antwortet auf den Entzug des Ehrendoktorats mit seinem "Briefwechsel
mit Bonn", der in fast allen europäischen Ländern erscheint. In
Deutschland wird er in einer Tarnausgabe als "Briefe deutscher Klassiker. Wege
zum Wissen" veröffentlicht.
1938
Emigration nach Princeton (USA), wo er als Gastprofessor an der
Universität tätig ist.
1939
Der Roman "Lotte in Weimar" entsteht.
1940-1945
Ausstrahlung seiner monatlichen Radioreden "Deutsche Hörer!" über
den englischen Sender British Broadcasting Corporation (BBC) nach Deutschland.
Insgesamt werden ca. 60 Kommentare von ihm gesendet.
1941
Umzug nach Pacific Palisades bei Los Angeles.
1944
Mann nimmt die amerikanische Staatsbürgerschaft an und greift in die
Wahlkampagne um die vierte Präsidentschaftskandidatur für
Franklin D. Roosevelt
ein.
1945
Nach dem
Zweiten Weltkrieg
vertritt Mann in dem offenen Brief "Warum ich nicht nach Deutschland
zurückkehre" die Kollektivschuld-These. Sie stößt vor allem bei
den Autoren der "Inneren Emigration" auf Widerstand.
1947
Sein Altersroman "Doktor Faustus" erscheint. Zwei Jahre später wird
als Selbstkommentar "Die Entstehung des Doktor Faustus" veröffentlicht.
Erste Europareise nach dem Krieg, um an der ersten internationalen
Nachkriegstagung des PEN-Clubs in Zürich teilzunehmen.
1949
Erster Besuch im Nachkriegsdeutschland.
1952
Nachdem er von einem kalifornischen Abgeordneten vor dem Kongreß als
"fellow traveller" des Kommunismus angeklagt wurde, verläßt Mann die
USA und siedelt nach Erlenbach bei Zürich um.
1954
Mann vollendet den ersten Teil des Romans "Bekenntnisse des Hochstaplers
Felix Krull", der fragmentarisch bleibt.
Im Jahr 1955 erhält er den Orden Pour le Mérite für
Wissenschaft und Kunst.
Thomas Mann stirbt schließlich am 12. August in
Zürich.
Literarisches Schaffen von Thomas Mann:
1897 Der kleine Herr Friedmann (Erzählung); Der Bajazzo
(Erzählung)
1898 Tobias Mindernickel (Erzählung); Enttäuschung
(Erzählung)
1899 Weihnacht (Gedicht)
1900 Luischen (Erzählung);
Der Weg zum Friedhof (Erzählung)
1901
Buddenbrooks Roman
1903 Tonio
Kröger (Novelle); Tristan (Novelle);
1909 Königliche Hoheit
(Roman)
1912 Der Tod in Venedig (Roman)
1914 Das Wunderkind
(Novellen)
1919 Herr und Hund (ein Idyll)
1922 Bekenntnisse des
Hochstaplers Felix Krull (Roman)
1924 Der Zauberberg (Roman)
1933 - 1936
Joseph und seine Brüder (Roman in drei Bänden), 4. Teil 1943
1939
Lotte in Weimar (Roman)
1943 Das Gesetz (Kurzgeschichten zum Krieg Hitlers
gegen die Moral)
1945 Adel des Geistes (16 Versuche zum Problem der
Humanität)
1947 Doktor Faustus (Roman)
1951 Der Erwählte (Roman)
Zum Buch:
Das Buch Buddenbrooks von T. Mann ist unterteil in ersten bis elften Teil
und umfasst ca. 673 Seiten. Der Untertitel lautet „Verfall einer
Familie“. Seit 1922 liegt das Copyright beim S. Fischer Verlag in Berlin.
Vom selben Verlag ist 1901 die Erstausgabe erschienen mit 1001 Seite.
Die zentralen Figuren und das pers. Umfeld:
Die zentralen Figuren und das pers. Umfeld sind Johannes Buddenbrook der
Ältere, Konsul Johann Buddenbrook, Senator Thomas Buddenbrook und Hanno
Buddenbrook.
Zu den einzelnen Personen:
Johannes Buddenbrook: Er ist zu Beginn des Werkes ca. 70-jährig und
präsentiert das noch unerschütterte Lebensgefühl eines
Bürgertums. Sein ungebrochener
„Wille zum Leben“ ist selbstsicher und tatkräftig. Dies
gilt aber nicht für seinen Sohn
Konsul J. Buddenbrook: weil er lieber für praktische Ideale eintritt
und deshalb als Kaufmann nicht besonders erfolgreich ist.
Thomas Buddenbrook: Thomas ist jetzt nur noch in der Lage, das Erbe zu
übernehmen.
Den Höhepunkt erreicht die Familie aber erst, als er Senator wurde.
Die Frau von Thomas war eine hochbegabte, reiche und musikalische
Holländerin und bringt ein exotisches Element sowie künstlerische
Begabung in die Familie mit.
Hanno Buddenbrook: Hann ging aus der Ehe von T. Buddenbrook und seiner Frau
hervor. Er präsentiert das letzte Stadium eines Prozesses der
Familie.
Zum Inhalt:
In den Buch die Buddenbrooks geht es um folgendes:
Die Getreidefirma Johann Buddenbrook feiert die Einweihung des
neuerworbenen Hauses in der Mengstrasse, welches sein Sohn Konsul Johann
Buddenbrook nach dessen Tod übernimmt. Konsul Johann übernimmt das
Haus daher, weil sein Halbbruder aus erster Ehe in Hamburg nach
unstandesgemäßer Ehe lebt. Der älteste Sohn Thomas der sehr klug
und zart ist, wird sehr bald in das Geschäft aufgenommen, während der
zweite Sohn Christian ebenso wie die Tochter Tony mit ihrer Prunksucht und ihrer
Vornehmheit dem Vater beträchtliche Sorgen bereiten. Die stille, ernste und
brave Tochter Clara war die jüngste von allen.
Da die Firma aber einige Verluste erlitten hatte, kam es dem Vater gerade
recht, dass der Geschäftsmann Herr Grünlich um die Hand von Tony
anhält. Tony hingegen verliebt sich aber während eines
Erholungsurlaubes in Morten, der Sohn eines Lotsenkommandeurs war. Sie willigt
aber dann doch, teils aus Verzweiflung und teils aus Familienbewusstsein, in
eine Ehe mit Grünlich ein. Grünlich erweist sich aber dann nach
einiger Zeit als Betrüger. Tony kehrt samt ihrer Tochter Erika dann nach
dem völligen Bankrott wieder in die Mengstrasse zurück und auch die
Ehe wird geschieden. Thomas übernimmt dann die Firma, da der Vater an einem
Schlaganfall erliegt. Clara wird die Gattin des Pastors Tiburtius. Thomas
heiratet Gerda Arnoldsen. Sie war eine vornehme Künstlernatur. Mit dem
Münchner Geschäftsmann Permaneder geht Tony nach einiger Zeit wieder
eine Ehe ein. Das Bedürfnis nach Ruhe und Gemütlichkeit von ihm,
zerstört aber alle Pläne Tonys und sie kehrt wieder ins Elternhaus
zurück. Thomas ist inzwischen Senator geworden lässt sich ein neues
prachtvolles Haus errichten. Das Kind von Gerda und Thomas ist zwar sehr zart
aber kränklich.
Dies ist aber keine Hinderung daran, dass die Hundertjahrfeier der Firma
mit allen Ehren begangen wird. Die Ehe von Erika scheitert schließlich
auch, da ihr Mann als Betrüger im Gefängnis endet und hinterher
verschwindet. Nach einiger Zeit und großen Verlusten der Firma und
große Probleme, wie zum Beispiel der gebrechliche Hanno zeigt, machen
Thomas das Leben sehr schwer. Das Leben des Senators geht dann frühzeitig
mit einem Schlaganfall auf offener Straße zu ende. Die Firma wird dann
daraufhin liquidiert. Hanno und Gerade ziehen daraufhin in ein kleineres Haus.
Mit 15 Jahren stirbt dann Hanno. Mit ihm erlischt somit der männliche Stamm
des Hauses Buddenbrook.
Zusammenfassung:
Dieser Roman wird dem Realismus zugeordnet und wurde von T. Mann in der
Jahren 1897-1901 geschrieben. Einflüsse von Nietzsche, Schopenhauer und
Ibsen befinden sich in diesem Werk zum Teil. Eigentlich wollte T. Mann ja nur
eine Novelle schreiben, die dem letzten Teil des jetzigen Romans entspricht,
verfassen, doch wuchs das Werk mit der Zeit immer mehr an. Durch detaillierteste
Darstellung der Personen und Umgebung erhält man ein sehr genaues Bild der
Lebensweise der damaligen Zeit.
Zur Sprache:
- Dialekte: preußisch, bayrisch
- Sprachen: Französisch und Deutsch
- Komplizierte oft überflüssige Sätze
Thomas Mann hat dieses Buch geschrieben, da in seiner Geburtsstadt
Lübeck sich das gleiche Schicksaal bei einer Familie abgespielt hat. Die
Handlung der Lübecker Kaufmannsfamilie erstreckt sich zwar über vier
Generationen, aber nur über 40 Jahre (1835-1877).
© M. Schneider