Steinberger Roland
Inhaltsangabe
“Herr der
Fliegen”
William Golding
Ein Flugzeug, mit Kindern eines Chors als Passagiere,
stürzt zur Zeit des zweiten Weltkrieges über dem Pazifischen Ozean ab.
Ein Großteil von ihnen rettet sich auf eine naheliegende Insel, welche
höchstwahrscheinlich unbewohnt ist. Zwei Kinder treffen sich kurze Zeit
nach dem Absturz auf der Insel. Der eine heißt Ralph und der andere wird
wegen seiner molligen Gestalt “Piggy” genannt. Durch Zufall findet
Piggy ein Muschelhorn im Sand, mit dessen Tönen sie andere Mitgliedern des
Chores zusammenholen. Ralph wird zum Anführer der Gruppe gewählt. Auf
einem Berg, den Jack und Simon hinaufgelaufen sind wird mittels Piggys dicker
Brille ein Feuer entfacht. Das Feuer soll Schiffe oder Flugzeuge darauf
aufmerksam machen, daß auf dieser Insel Personen durch ein Unglück
gestrandet sind.
Ralph will zum Schutze der kleinen Kinder einige
Hütten als Unterschlupf bauen. Doch keines der anderen Kinder will ihm
helfen. Alle Kinder vergnügen sich im Wasser und haben kein Interesse daran
Ralph beim Bau der Hütten ein wenig Arbeit abzunehmen. Außer Simon
erbarmt sich keiner, Ralph bei seiner Arbeit zu helfen.
Jack stellt eine Jagdtruppe zusammen und feilt auch
schon an den verschiedensten Jagdtechniken um Wildschweine zu erlegen. Dazu
gehört auch das bemalen des Körpers zur besseren Tarnung im Dschungel.
Eines Tages beobachten sie bei der Jagd, daß das Feuer am Berg erloschen
ist. Zum Unglück aller ist gerade zu dieser Zeit ein Schiff an der Insel
vorbeigefahren. Dieses Schiff wäre für sie alle die Rettung
gewesen.
Sam und Eric bewachen eines Abends gerade das Feuer, als
sich vor ihnen ein Fallschirm durch den Wind aufbläht. Erschreckend
für sie ist es, daß an der Leine des Fallschirmes eine Leiche
hängt. An der Leiche erkennt man, daß diese Person einst ein Pilot
gewesen sein muß. Sam und Eric laufen erschreckt und geschockt zu den
anderen ins Lager und erzählen ihnen von einem Ungeheuer, das sie entdeckt
haben. Kurzerhand begeben sich die mutigsten unter ihnen auf die Suche nach dem
Ungeheuer. Doch als sie den Fallschirm des Piloten sehen rennen sie in panischer
Angst davon.
Bei der nächsten Schweinejagd wird dem
getöteten Schwein der Kopf abgeschlagen und als Opfergaben für das
Ungeheuer auf einen Stock gesteckt. Durch das verwesen des Kopfes in der
großen Hitze sammelt sich ein Schwarm von Fliegen um ihn herum an.
Deswegen sieht der Schädel aus wie der “Herr der
Fliegen”.
Was einst eine Gruppe war trennte sich. Ralph und Jack
zerstreiten sich. Jack ist mit einer großen Gruppe von Jägern an eine
andere Stelle gewandert und baut hier seinen eigenen Stamm auf.
Simon läßt das Ungeheuer keine Ruhe. Er geht
noch einmal an die gefürchtete Stelle und bemerkt bei genauerer
Betrachtung, daß das Ungeheuer in Wahrheit ein toter Pilot ist. Er
läuft zu den anderen, um ihnen zu erzählen daß es auf dieser
Insel gar kein Ungeheuer gibt. Doch die anderen haben ein Fest veranstaltet und
verfallen durch die wilden Tänze in eine Art Rausch. In diesem Rausch
bringen sie den auf die Gruppe zulaufenden Simon brutal um. Sie stechen alle mit
den Speeren auf ihn ein bis er an den Verletzungen stirbt.
Ein Krieg zwischen den beiden Lagern beginnt. Jack
stiehlt in einer Nachtaktion Piggys Brille, um für sein eigenes Lager ein
Feuer zu machen. Das macht Ralph wütend. Er holt am nächsten Morgen
einige Leute von seiner Gruppe zusammen um Piggys Brille zurückzuholen.
Doch als sie zu Jacks Lager gehen wollen tappen sie in eine Falle. Denn Jack hat
sie schon erwartet. Sie werden gefesselt und Piggy wird von einem durch Jacks
Hilfe herabstürzenden Felsen erschlagen. Ralph kann noch flüchten.
Eine wahnsinnige Hetzjagd auf Ralph beginnt. Ralph verschanzt sich irgendwo im
Dschungel. Jack sieht nur eine Chance Ralph zu finden. Er zündet den
Dschungel an in der Hoffnung Ralph damit aus dem Versteck zu treiben. Er treibt
ihn auch aus dem Versteck und so wird er weiter verfolgt bis er am Strand vor
den Beinen eines Marineoffiziers zusammenbricht. Der Offizier, der das Feuer von
der Ferne aus gesehen hat rettet dadurch Ralph das Leben. Der Kapitän und
seine Crew nehmen die Jungen mit aufs Schiff und holen sie dadurch alle von der
Insel.
Steinberger Roland
Kritik
“Herr der
Fliegen”
William Golding
Dieses Buch spiegelt die Situation des zweiten
Weltkrieges wider. Ein sympathischer Junge wird von den verzweifelten und
eingeschüchterten Kindern zu ihrem “Führer” gewählt.
Sie vertrauen ihm blind, denn allein haben sie im Dschungel keine Chance. Das
geht so lange gut, bis sich jemand gegen ihn stellt. Die einst vereinte und
starke Gruppe, die zuerst zusammen und mit vereinten Kräften gegen den
Dschungel angekämpft hat ist nun zerstört und bekämpft sich
gegenseitig. Dabei vergessen sie aber, daß sie alle auf einer einsamen
Insel im Pazifischen Ozean sind und beide Gruppen am gleichen Strang ziehen
sollen. Eine neue Gruppe wird gegründet und baut etwas entfernt einen
eigenen Stamm auf. Zwischen den zwei Gruppen ist eine Art Krieg ausgebrochen.
Die armen dabei sind die Schwachen, so wie es Piggy einer ist. Er hat nicht dem
Ideal entsprochen und gerät dadurch Jack in die Hände. Er fällt
dem Krieg zwischen den beiden Gruppen unschuldig zum Opfer. Denn im Krieg werden
oft zuerst gute Freunde zu den größten Feinden. Er hat sich von
seiner Gruppe vielleicht etwas zu stark beeinflussen lassen und hat dafür
mit seinem Leben bezahlen müssen. Mit dem Krieg untereinander vergessen sie
aber daß sie eigentlich alle von der Insel so schnell wie möglich
verschwinden wollen. Sie übersehen dabei auch das rettende Schiff, das
ihnen zur Flucht von der Insel verhelfen hätte können. Denn sie haben
sich in den Krieg gegeneinander zu stark hineinsteigert.
Das Eine ist klar. In Notsituationen wird ein schwacher
immer einem starken, zuerst vielleicht sympathischen “Führer”
flogen und gehorchen, obwohl er dadurch vielleicht seinen besten Freund
verliert. Denn unter einem starken Führer fühlt sich ein vielleicht
schwächerer auch einmal stärker den Anderen gegenüber, denn nun
gehört er einer Gruppe an und in der Gruppe fühlt er sich stark.
Obwohl die schwächeren unter ihnen oft nur ausgenutzt werden. Doch das
übersehen die Schwachen zumeist. Oder sie bemerken es erst zu
spät.
Anhand dieses Buches erkennt man auch, daß sich
der Mensch bei einem längeren Aufenthalt in der freien Natur er sich dieser
immer mehr anpaßt. Zuerst denken alle logisch und versuchen aus der
Situation das Beste zu machen. Doch mit der Zeit verkümmert das logische
Denken. Sie bekämpfen sich gegenseitig und vergessen dabei auf das
Wichtige, das sie sich vorgenommen haben, nämlich die Flucht von der Insel.
Und auf einmal scheinen sie nicht mehr Herr der Lage zu sein.
Sie bemalen sich wie die früheren Krieger um im
Dschungel nicht so aufzufallen, tanzen um ihr Lagerfeuer wie die früheren
Menschen und sie basteln sich Speere aus Holz und entwickeln Jagdtechniken. Auch
der Fallschirm, der für einen normalen Menschen, der noch logisch
überlegt kein Ungeheuer ist wird ihnen zum Verhängnis. Wären sie
noch in der Lage gewesen logisch zu denken hätten sie bemerkt, daß es
gar kein Ungeheuer sein kann. Der einzige Simon war noch in der Lage wie ein
Mensch zu denken. Daß sie für das Ungeheuer eine Opfergabe gemacht
haben zeigt, daß sie sich total in diese Geschichte hineingesteigert haben
ohne einmal nachzudenken. Sie begeben sich von ihnen aus unbemerkt in ein
früheres Stadium des Menschen.
Steinberger Roland
Charakteristik
“Herr der
Fliegen”
William Golding
Jack: Jack ist ein skrupelloses und
brutales Kind, welches mit der Zeit bei den anderen Kindern immer populärer
wird. Er nutzt die Kinder die ihn bewundern schamlos aus. Doch durch Jacks
Brutalität werden auch seine Anhänger immer stärker und brutaler
den Anderen gegenüber. Jack gefällt seine Führungsmacht und
verwendet diese auch. Er vergißt dabei aber, daß der ganze Chor
früher einmal eine gemeinsame Gruppe gewesen ist und er mit seiner Art
alles zerstört hat. Denn eines ist klar, daß die im Dschungel
schwachen und hilflosen Kinder sich immer an eine starke und stolze Machtperson
wenden um ihr zu folgen und zu gehorchen.
Auch als Jack seine Gruppe bildet achtet er darauf,
daß alle Kinder seiner Gruppe seinem Ideal entsprechen. Piggy paßt
nicht in sein Idealbild eines Menschen und muß dafür mit seinem Leben
bezahlen.
Jack registriert nicht, daß das zuerst gute
Zusammenspiel der ganzen Gruppe plötzlich außer Kontrolle gerät.
Er bemerkt in seinem Machtrausch anscheinend nicht, was er eigentlich gemacht
hat. Er hat Simon ermordet, Piggy mußte auch mit seinem Leben bezahlen und
als nächster wäre Ralph dran gewesen, wenn ihm nicht die Flucht
gelungen wäre. Denn Ralph konnte es nicht mehr mit ansehen, wie Jack ein
Kind nach dem Anderen ums Leben bringt. Er stellte sich in Jacks Weg und
mußte dafür fast sein Leben opfern.
Der Wille von der Insel zu verschwinden war jetzt
für Jack nicht mehr so wichtig. Denn ihm gefiel es auf der Insel, auf der
er Narrenfreiheit hatte. Er konnte tun und zu lassen, was er wollte und wie er
es für richtig hielt.
Ralph: Durch seinen guten Charakter hat er
zuerst alle Kinder auf seiner Seite. Doch als es einen mächtigeren
Führer unter ihnen gibt verlassen ihn die Meisten Kinder. Ralph ist einer
der wenigen, der den Überblick über die Kinder behalten hatte. Er hat
die kleinen Kinder unter ihnen versucht zu schützen, indem er ihnen einige
Hütten zu Unterschlupf baute. Und er hat auch gewußt welch
Verantwortung er gegenüber den überlebenden Kindern hat. Er und Simon
haben sich von dem Fallschirm nicht täuschen lassen. Denn die beiden haben
noch einen klaren Kopf bewahrt. Ralph hat versucht aus dem Unglück das
Beste für die Kinder zu machen. Doch als er gesehen hat, was Jack mit den
Kinder anstellt mußte er eingreifen, obwohl es für ihn auch
hätte gefährlich werden können. Doch das war ihm egal. Er hat zum
Schutze der Kinder sein Leben riskiert.
Er wollte im Gegensatz zu Jack die Insel so schnell wie
möglich verlassen und hat auch alles daran gesetzt. Ralph vertritt durch
seine Verantwortung fast ein Elternteil oder einen Lehrer für die Kinder,
der die Kleinen beaufsichtigt und schützt. Auch sein starker Charakter hat
ihm dazu verholfen.