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Alte Mann und Das
Meer
Ernest
Hemingway
Biografie:
- Ernest Miller Hemingway, geb. 21.7.1899 in Oak
Park (Amerika)
- erlebte den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie
den spanischen Bürgerkrieg als Reporter, Sanitäter und
Soldat
- kam viel um die Welt (u.a. Paris, Afrika,
Spanien und Kuba)
- war später als Journalist tätig
- Durchbruch 1926 mit The Sun also
Rises
- wurde sehr populär und erfolgreich
- galt als Hauptvertreter der Lost
Generation
- prägte den
Kurzgeschichtenstil
- 1953 Pulitzerpreis für The Old Man and
the Sea, im Jahr darauf Nobelpreis
- Selbstmord am 2. Juli 1961 mit einer
Jagdflinte
Werke:
The Sun also Rises (1926, Fiesta)
Men Without Woman (1927, Männer ohne
Frauen)
The Old Man and the Sea (1952, Der alte Mann
und das Meer)
The Garden of Eden (1986 veröffentlicht,
Der Garten Eden)
Die amerikanische Erstausgabe von The Old
Man and the Sea wurde 1952 veröffentlicht und im LIFE
publiziert. In 48 Stunden wurden fünf Millionen Exemplare von LIFE
verkauft und auch das Buch wurde ein Bestseller. Unter der Regie von John
Sturges wurde das Werk 1958 verfilmt.
In dem Werk Der alte Mann und das Meer
gibt Hemingway seine Vorliebe zur Natur und zum Fischen detailgetreu wieder.
Vorbild für die Hauptperson des Werkes ist ein kubanischer Fischer namens
Gregorio Fuentes, unter dem Hemingway jahrelang in Havanna gelebt
hat.
Inhalt:
Seit 84 Tagen hat der alte Mann, ein Fischer
namens Santiago, jetzt schon keinen Fisch mehr gefangen und sein bester und
einziger Freund Manolin, der Bootsjunge, darf ihn deswegen von seinen Eltern aus
nicht mehr begleiten.
Nach einige mysteriösen Vorzeichen
jedoch beißt am 85. Tag ein Schwertfisch an, der so groß ist, dass
er ihn mit der Angelrute nicht einholen kann. Es beginnt ein Kampf zwischen
Mensch und Tier. Der Fisch könnte den alten Mann ins Wasser ziehen, doch
der Marlin schwimmt einfach mit dem Boot im Schlepp. Zitat1
Daher ist der Fischer gezwungen, die Nächte auf See zu verbringen und auf
einen günstigen Moment zu warten. In dieser Zeit führt der Fischer
viele Selbstgespräche, mit denen er seine Verzweiflung ausdrückt und
sich immer wieder selbst Mut zuspricht. Außerdem entsteht eine Art
Freundschaft von Seiten Santiagos zu dem Tier. Auch wenn er Schmerzen hat und
oftmals glaubt, der Fisch würde ihn umbringen, so schöpft er immer
wieder neue Hoffnung. Nach zwei Tagen und zwei Nächten profitiert er von
der Angeschlagenheit des Fisches und es gelingt ihm tatsächlich, den Fisch
zu überwältigen. Doch die Freude währt nicht lange. Bei der
Rückkehr wird der Fisch von Haien attackiert. Zwar wehrt sich der alte Mann
mit allen Mitteln dagegen, muss jedoch schließlich froh sein, selbst die
anstrengende Reise zu überleben. Bei der Ankunft am Hafen jedoch bleibt nur
noch Gerippe über.
Manolin kümmert sich schließlich
um den angeschlagenen alten Mann, damit sie fortan wieder gemeinsam fischen
können.
Charakteristik:
Santiago
Santiago ist davon überzeugt, dass das
Leben trotz aller Hürden lebenswert ist und jeder Tag eine neue Chance mit
sich bringt. Zitat²
Dem Fischer ist nur wichtig, dass er den
Fisch besiegt und ihn, wenn auch nur als Skelett, bis zum Hafen bringt. Dadurch
zeigt er, dass er ein Kämpfer ist, der bis zum bitteren Ende sein Bestes
gibt. Die Einsamkeit und seine Verdrossenheit will er männlich und hart
überwinden. Er hat Mitgefühl mit dem Fisch, respektiert ihn nicht nur
als Herausforderer, sondern fühlt sich ihm fast schon brüderlich
verbunden. Trotz der Niederlage gegen die Haie gibt der alte Mann seine Hoffnung
und Zuversicht niemals auf.
Manolin
Manolin ist ein Bootsjunge, der von dem alten
Mann das Fischen beigebracht gekommen hat. Er bewundert Santiago und
kümmert sich liebevoll um ihn. Der Junge ist auch irgendwie als
Stellvertreter des Lesers anzusehen, da er so handelt, wie vermutlich die
meistens Leser agieren würden: Er ist bewegt von Santiagos Stärke und
Tapferkeit, und ist nach der Rückkehr Santiagos noch stolzer auf seinen
alten Freund.
Marlin
Santiago hatte noch nie so einen großen
und klugen Fisch gesehen. Denn der Fisch entscheidet sich nicht gleich zum
Kampf, sondern wartet solange, wahrscheinlich in der Hoffnung, der alte Mann
würde selbst aufgeben, bis er schließlich aus Kräftemangel
aufgeben muss.
Das Meer
Wie schon der Titel sagt, hat das Meer eine
zentrale Rolle in diesem Werk. Santiago ist mit der See und seinen Kreaturen
bestens vertraut. Seine meerblauen Augen reflektieren die Ruhe und die Kraft des
Meeres und spiegeln den Charakter des Mannes wider.
Form:
Textsorte:
Roman
Erzählhaltung:
personales Erzählverhalten, aus Sicht
des Fischers
Aufbau/Spannung:
Der Höhepunkt des Werkes wird
allmählich aufgebaut. Zwar vermutet man, dass der Sieg des alten Mannes
über den Fisch der Höhepunktes sei, doch die Spannung bleibt, da der
Leser wissen möchte, ob der Fischer die Haie besiegen kann. Dadurch
widerfährt dem Leser natürlich eine große Erwartungshaltung.
Durch die inneren Monologe kann der Leser sehr gut mit dem alten Mann
fühlen.
Sprache:
- einfache Sprache, in Prosa geschrieben
(ungereimt)
- Leser kann Emotionen entwickeln
- wird sehr oft er dachte
verwendet.
- einfache, meist kurze Sätze, gelegentlich
lange Sätze
Sinnbezirke:
Natur (Meer), Arbeit (Leben eines Fischers)
Wortgut:
einfache Wortwahl, wenige Fachbegriffe, einheimische Ausdrücke werden
verwendet (zb. guano - Palme, salao - Pech haben), innere Monologe des Fischers
während er mit dem Boot unterwegs ist
Bilderhafter
Gebrauch:
Symbole:
Santiago (steht für die Menschheit, Schänder der Natur wider
Willen), Meer (symbolisiert Ruhe und Tapferkeit), Marlin
(Rohstoff, ausgebeutete Natur), Haie (rächende Natur),
Tourist (gedankenloser Nutznießer)
Parabel:
Gleichnis Mensch/Natur, Lehre: Mensch kann Natur nicht auf Dauer besiegen, das
Werk symbolisiert den ewigen Kampf zwischen Mensch und Natur
Literaturgeschichte:
Short Story
Ernest Hemingway gilt als Meister der
amerikanischen Short Story, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit
entstand.
Merkmale: - Kürze - bei der Darstellung
der Personen, des Raumes und der Zeit wird vieles nur angedeutet – Inhalt
oft nur auf ein bestimmtes Ereignis beschränkt - meistens eine oder zwei
Hauptpersonen, die in eine konfliktreiche Situation zu bewältigen haben -
meistens ganz alltägliche Situationen - Sprache ist einfach und
alltäglich - innere Monologe - oft ein Einzelereignis, das auf etwas
allgemeingültiges hinweist
Weitere Vertreter: F. Scott Fithgerald,
William Faulkner, Thomas Wolfe
Lost Generation
Grundlage dafür war eine Aussage von
Gertrude Stein, die die Menschen der Nachkriegszeit als Lost Generation
bezeichnete.
- Schriftstellergeneration zwischen den beiden
Weltkriegen
- Gekennzeichnet durch einfachen Stil und
objektive Darstellung
- Ziellosigkeit der Generation
- durch den Krieg wurde der Glaube an
Träume genommen und viele Menschen psychisch und körperlich
zerstört
- Lebensgefühle der verlorenen Generationen
werden wiedergegeben
Deutung
Hemingway wollte mit diesem Buch den ewigen
Kampf der Menschheit und der Natur symbolisieren. Auch wenn der Mensch scheinbar
gewinnt, so ist er schließlich doch nicht der wahre Sieger, denn die Natur
schlägt zurück. Der Kampf zwischen Natur und Mensch wird nie ein Ende
haben, aber er wird immer ausgeglichen sein. Denn die Natur wird sich, wo es nur
geht, rächen. Zwar kann der alte Mann den Fisch besiegen, die Haie jedoch
nehmen das Schicksal in ihre Hand und lassen nur das Gerippe über.
Es geht hier jedoch nicht nur
ausschließlich um die Natur. Das Schicksal des alten Fischers ist auch ein
Sinnbild für das Leben des Menschen überhaupt, nämlich auch wie
schnell Hoffnung in Enttäuschung verwandelt werden kann. Doch jeder neue
Tag bedeutet auch eine neue Chance. Das wusste der alte Fischer, denn das Leben
lehrte ihn, dass man bis an das Ende staunend und dankbar und ohne Verzweiflung
empfangen muss, was das Leben an Neuem bietet. Daher verliert Santiago auch in
der Niederlage nicht seinen Stolz und sein Ehrbewusstsein, sondern geht am
nächsten Tag erneut fischen.
Zitat: "Aber der Mensch darf nicht
aufgeben", sagte er. "Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht
aufgeben."³
Nicht die Frage, welche Niederlage dem
einzelnen Menschen widerfährt, ist ausschlaggebend. Entscheidend ist
allein, wie der Mensch mit der Niederlage umgeht. Und wer sich selbst aufgibt,
der hat schon verloren. Wer jedoch mit Niederlagen positiv umgeht und versucht,
Lehren daraus zu ziehen, der kann eigentlich nur gewinnen.
Quellen:
Primärliteratur
Sekundärliteratur
Amon/Koweindl/Pochlatko: Abriss der
deutschsprachigen Literatur, Wilhelm Braumüller/Wien 1995.
www.gradesaver.com
www.rio.atlantic.net
www.zum.de
www.studentshelp.de
Zitate:
1 Hemingway, Ernest: Der alte Mann und das
Meer, Suhrkamp Verlag/Frankfurt am Main 1968, S. 45.
2 Ebda, S. 29.
3 Ebda, S. 99.