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clemens clemens clemens
Referat

TitelGartenkunst 
Autorfamilie.beek@okay.net 
Anzahl Worte1278 
SpracheDeutsch 
ArtReferat 
Schlagworteitalienischer Garten; französischer Garten; englsicher Garten; Serpentine; Kontingenz; japanische Gartenkunst; 
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Auszug aus dem Referat (ohne Grafiken)

Referat über die Gartenkunst


Grundidee der Gartenkunst


Der Traum vom Garten ist seit jeher eine fundamentale Sehnsucht des Menschen, ob nun als Garten Eden oder als Weltwunder bei den hängenden Gärten von Babylon. Denn im Garten wird die Vision vom Einklang des Menschen mit der Natur gesehen, deshalb spielt er auch bei der Betrachtung der Umweltethik eine Rolle. Im Garten ist der Mensch mit der Natur versöhnt und durch die Gartenumwallung auch von seinem normalen Leben getrennt, also unabhängig von ökonomischen Notwendigkeiten des Lebens. Deshalb ist der Garten immer auch mehr Zier- als Nutzgarten. Die Sehnsucht nach dem Garten ist deshalb aber auch eine Flucht in die Idylle und eine Abkehr von der normalen Welt.
Die Gartenkunst wird zum Ausdruck der Beziehung des Menschen zur Natur. Denn im Garten gibt es ein Wechselspiel von Kunst und Natur. Die Natur ist nicht nur Mittel seiner schöpferischen Kraft, sondern hat einen eigenen Ausdruck. Die Gartenarchitektur war in allen Zeitaltern sehr geschätzt, ähnlich wie Malerei und Musik, und hat erst in letzter Zeit an Ansehen verloren.

Der italienische Garten


Der italienischen Garten ist in der Renaissance entstanden und ist Ausdruck des Zeitgeistes. Bei ihm ist nicht mehr eine vollkommene Einheit Gottes vorhanden, sondern der Mensch tritt in den Mittelpunkt. Der Garten soll eine philosophische Betrachtung des Menschen nach antiker Vorstellung ermöglichen. Der ganze Garten ist streng symmetrisch und terrassenförmig angelegt, weil die Vernunft als einzig herrschendes Prinzip anerkannt wird.
Die Natur spielt bei ihm eine sehr untergeordnete Rolle, was man auch daran sehen kann, daß die natürlichen Gegebenheiten bei der Planung keine Rolle spielen, es werden riesige Erdmassen verschoben oder sogar ganze Seen erschaffen. Die Natur wird jedoch nicht abgelehnt, sondern nur als weniger wichtig angesehen. Sie symbolisiert die Idee der Körperlichkeit, und die „reine Natur“, also Kräuterbeete und Grasflächen, kann man deshalb auch nur auf der untersten Ebene finden. Sie ist aber auch geometrischen Formen und Abgrenzungen „unterworfen“, da sie nach Vorstellung des Renaissancemenschen der Gesetzmäßigkeit des Geistes untergeordnet ist. Durch Labyrinthe wird oft angedeutet, daß der Mensch stets gefährdet ist, sich in seiner Körperlichkeit zu verlieren.
Zwischen oberer Terrasse, auf der meist auch das Haus liegt, und unterer gibt es einen Grenzbereich, der meist mit Wasseranlagen ausgefüllt ist. Diese sollen den Übergang zwischen „Geist“ und „Natur“ verdeutlichen, zwischen Idee und Stoff. Das Haus, an oberster Stelle stehend, symbolisiert die Logik, den „Herrscher“ über die Natur.
Der italienische Garten geht wohl von einer Einheit von Körper und Geist aus, läßt aber eine klare Hierarchie erkennen. Die Versöhnung von Mensch und Natur endet in einer Unterwerfung derselben. Im Paradies war die Schöpfung noch gleichberechtigt, zur Zeit der Renaissance herrscht kühle Logik über sie.

Der französische Garten

Der Französische Garten weist Parallelen zum Italienischen auf. Die wichtigste ist die Künstlichkeit. Der Französische Garten entwickelt sich nicht aus der Natur, er wird künstlich angelegt und nach strengen Regeln konzipiert, welche sich z.B. in der strengen Reihenpflanzung von Bäumen widerspiegelt. Der Französische Garten strebt in die Weite und die damit verbundene Vielfalt. Er ist gebunden an die Geometrie, die er als Mittel für die Ordnung nimmt.
Diese künstliche Ordnung hat die Folge, daß es keine Polarität mehr zwischen „Geist‘“ und „Natur“ mehr gibt, da keine Stelle „künstlicher“ oder „natürlicher“ ist als eine andere. Der ganze Garten stellt die Natur künstlich da. Von der ursprünglichen Natur ist nichts mehr vorhanden. Es wird ein ideeller Zustand symbolisiert. Der französische Garten wird auch als Mikrokosmos gesehen, die eine gewisse Weltanschauung wiedergibt, indem der Mensch zu jeder Zeit weiß, wo er sich aufhält, sozusagen der Herrscher der Natur ist. Die Natur an sich wird als durchweg negativ angesehen. Die Natur ist formlos und deswegen gegen das Gebot der Schönheit, und es ist die Aufgabe des Menschen, in Formloses eine Form zu bringen.
Der Französische Garten verkörpert das Absolute und unter diesem Absoluten muß sich auch die Natur unterordnen. Zudem sollte der Französische Garten auch eine repräsentative Wirkung haben.

Der englische Garten

Die Gartengestaltung spiegelt den Schritt der Engländer in die Aufklärung wider: Die neue Art und Weise, den Menschen mit seinen Empfindungen und Hoffnungen, die polit. Verhältnisse und seine Sichtweise der Welt wird im und durch den Garten ausgedrückt.
Im englischen Garten wächst und steht nichts zufällig, auch wenn es für den Betrachter so wirkt und auch wirken soll, alles ist genaustens nach strengen Regeln und Gesetzmäßigkeiten geplant.

Die Serpentine

Der englische Garten ist gleichzeitig eine Huldigung an die zeitgenössische Mathematik: er wendet sich vom Rationalismus und Formalismus der bisherigen Gartenkunst ab, die Serpentine als Schönheitslinie tritt in den Vordergrund.
Dennoch gibt es im englischen Garten keine:
Die Serpentine ist als „Formel“ nicht unmittelbar erkennbar, was dennoch keine Beleg für die Abwesenheit der Vernunft ist. Sie ist eine „Funktion“ (nicht eine wie bei den Franzosen mit dem Lineal gezogene „Gerade“) und in ihren variablen Größen allgemein. („Die Natur verabscheut die gerade Linie.“)

Die neuen Naturauffassungen

1. Die Allgemeinheit:


2. Die Kontingenz (Leibniz, 1710):


Die Idee des Raumes und der Zeit

Nachbildungen von griechischen Säulen, ägyptischen Obelisken, gothischen
Kathedralen, türkischen Moscheen, des Vesta – Tempels aus Tivoli u.v.m.
„Das Ideal verwirklicht sich für Pope (engl. Idealist, vollzog den Schritt aus der Dichtung in die Gartenkunst), wenn Körper und Geist eine naturhafte Einheit bilden und sich in diesem ewigen Bund als Kunst Gestalt verleihen.“

Japanische Gartenkunst

Die Gartenkünstler werden mit Dichtern und Malern verglichen, die statt der Feder und des Pinsels, statt des Papiers oder der Leinwand mit den Komponenten der Natur selbst - Steine, Moos, Wasser und Bäume - ihre Absichten zum Ausdruck bringen.
Der japanische Garten soll eine Atmosphäre schaffen in der das zerstreute Bewußtsein - die vom Alltagstrubel erschöpfte Psyche - Frieden findet. Einige Charakteristika des japanischen Gartens sind Schlichtheit, Kunst der Andeutung, gedämpfte Farben, Asymmetrie.
Außerdem wird die japanische Gartenkunst mit den Vorstellungen von langem Leben und irdischem Glück oder der Beziehung des Menschen zur Natur verbunden.
Der Klostergarten ist die Frucht des japanischen Strebens nach einem Aufgehen des Menschen in der Natur, nach der Erfassung des Wesens kosmischen Geschehens auf begrenztem Raum. Ein Freiwerden aller schöpferischen Kräfte war hier möglich. Nichts war den Japanern gewöhnlich genug, um nicht des Versuches wert zu sein, es in ein Ästhetisches Erlebnis zu verwandeln. Der wichtigste Grundsatz verlangte, daß der Garten „der Natur folgte“, daß er mit den Naturkräften und ihren Einflüssen in Übereinstimmung sein mußte und deren Gleichgewicht nicht stören durfte. „Der Schutz des Hauses vor bösen Gewalten“ war eine Aufgabe des japanische Gartens (das war nur mit dem oben genannten Punkt möglich). Die Japaner haben eine hohe Empfänglichkeit für Formen, Strukturen und Schattierungen.
Weiterhin hat der japanische Garten sehr viel mit Symbolik zu tun. Ihren stärksten Ausdruck fand sie in der Darstellung der Symbole für langes Leben und Glück, der Schildkröte und des Kranichs in Stein.

Ende des Auszuges


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