Analyse des 1.Satzes der Cellosonate op. 69, A-Dur von Ludwig van Beethoven
Exposition:
Das Thema(T
1-12) wird zuerst vom Violoncello gespielt und danach vom Klavier (13-24)
wiederholt. Das heisst die Melodie- bzw. Begleitfunktion wird ausgetauscht
(Wechselspiel). Bevor das Klavier das Thema spielt, und bevor die
Überleitung beginnt, steht je eine Kadenz (T 12; T24), um zum jeweiligen
nächsten Teil
überzuleiten.
Der Hauptsatz ist bezüglich
seines Ausdrucks sehr in sich gekehrt und stimmt nachdenklich. Dies wird vor
allem am Anfang des Hauptsatzes durch das unbegleitete Cello zum Ausdruck
gebracht.
Ferner kann man sagen, dass der
Hauptsatz eigentlich etwas wie eine Improvisation wirkt.
Die Überleitung
steht in der Paralelltonart a-moll. Das erste Motiv der Überleitung (T
25-28) liegt zuerst bei der rechten Hand des Klaviers(T 25-26) und wechselt
dann in die Cellostimme (T 27-28). Die Melodie- bzw. Begleitfunktion wird
wiederum ausgewechselt. Die Takte 29 und 30 stellen die Entwicklung zum
nächsten Motiv dar.
Das zweite Motiv der Überleitung
(T 31-32) wird in den Takten 33 und 34 variiert (Jeder zweite Viertel wird zur
Triole). In der darauffolgenden Entwicklung wird das Motiv zuerst vom Klavier
gespielt und dann an das Cello übergeben (eine Oktave tiefer) und stellt
eine Art Überleitung zum Nebensatz dar.
Der Nebensatz
steht in der Dominanttonart E-Dur. Das Motiv des Nebensatzes (T 37-64) ist
wiederum ein Wechselspiel, in welchem das Cello das zuerst die Melodie spielt (T
37-50) und das Klavier Begleitfunktion hat. Dabei wiederholt das Cello die Takte
38-41 in den Takten 42-45 eine Quinte höher (Sequenz). Die Takte 45 (auf
2.5) bis 50 stellen die Entwicklung zum Meldodiepart des Klaviers(51-60) dar, in
welchem das Cello Begleitfunktion hat. In den Takten 56 und 57 ist das Motiv im
Gegensatz zum Cello verändert . Ab Takt 61 wird das Motiv sowohl von Cello
als auch von Klavier abwechselnd zu Ende geführt.
Die
Schlussgruppe steht in E-Dur. Das Motiv der Schlussgruppe (T 65-78) wird schon
wieder im Wechselspiel geführt. Zuerst hat das Klavier die Melodie und das
Cello begleitet mit Pizzicati. Dann übernimmt das Cello die Melodie in
tiefer Lage (T 71-76) und das Klavier begleitet mit auseinandergenommenen
Akkorden. Die Takte 77-82 stellen die Entwicklung zur eigentlich unüblichen
Coda dar.
In Takt 89 beginnt eine eigentliche
Rückführung zum Hauptsatz bzw. der Durchführung. Das
Hauptsatzmotiv wird wieder aufgegriffen. Man erkennt dies am allgemein sehr
wichtigen Quintsprung (wie die ersten zwei Töne des Hauptsatzes) in Takt 89
und 91. Aber auch im allgemeinen sind die Takte 89-94 mit dem Hauptsatzmotiv
tonal verwandt.
- Durchführung (T 95-151):
Die Takte 95-104 stellen eine Art
Einleitung zur Exposition dar. In Takt 95 beim Klavier und in Takt 96 beim
Violoncello kommt wieder dieser wichtige Quintsprung aus dem Hauptsatzmotiv
(erste zwei Töne des Hauptsatzes). In Takt 100 trifft man wieder auf das
Motiv der Takte 10,11 des Hauptsatzes, jedoch ohne Verzierungen. In Takt 102
taucht genau dieses Motiv, diesmal mit Verzierungen in der Cellostimme, nochmals
auf. In Takt 104 kommt es jetzt auch beim Klavier mit Verzierungen zum
Vorschein. Die Einleitung dieser Durchführung schliesst in den Takten 105,
106 mit einer Entwicklung zum nächsten Motiv ab.
Darauf folgt ein Frage-Antwort Spiel
zwischen Klavier und Violoncello in fis-moll. Das Motiv (T 108,109 (Frage) bzw.
110, 111 (Antwort) beim Vc.) stammt aus den Takten 3 und 4 des Hauptsatzes.
Danach folgt noch eine zweite Frage und eine zweite Antwort, welche aus Takt 12
(bzw. 24) des Hauptsatzes abgeleitet sind.
Nach diesem Frage-Antwort Spiel wird
das Motiv aus den Takten 3,4 des Hauptsatzes in der Basslinie des Klaviers
fortgeführt und vom Cello mit Akkordzerlegungen begleitet. Die Tonart
wechselt während diesem Abschnitt der Durchführung (115-124) nach
e-moll.
Darauf folgt eine Entwicklung (T
125,126) in fis-moll, zum nächsten Abschnitt der Durchführung in
cis-moll, in welchem das Cello (T 127-129) und dann das Klavier (T 129-131) das
Motiv aus den Takt 3,4 des Hauptsatzes spielt. Das Klavier begleitet nun mit
Akkordzerlegungen (T127-136). Während den Takten 131-136 beschäftigen
sich Cello und Klavier mit Takt 12 des Hauptsatzes (stark verändert). Das
Motiv der Takte 137-139 ist den Takten 10 und 11 des Hauptsatzes entnommen.
Diese Takte stellen die Entwicklung zur Rückführung zur Reprise
dar.
In der Rückführung zur
Reprise kommen wieder die Quintsprünge aus dem Hauptsatzthema zum
Vorschein, ein Klares Indiz zur Rückführung zur Reprise, also auch zum
Hauptsatz.
Der
Hauptsatz hat in der Reprise (T 152-163) im Gegensatz zur Exposition nur 12
Takte. Das heisst nur das Cello kann die Melodiestimme spielen. Es findet kein
Wechselspiel statt. Zudem beginnt das Cello den Hauptsatz mit einer
Triolenbegleitung des Klaviers. Der Hauptsatz wirkt dadurch leichter und nicht
so nachdenklich.
Die Überleitung ist um zwei
Takte kürzer als in der Exposition steht aber auch in a-moll. Die
Verkürzung resultiert daraus, dass die Takte 31 und 32 in der Reprise
nicht vorkommen. So sind auch in der Klavierstimme leichte Verschiebungen
feststellbar.
Der Nebensatz wechselt in der Reprise
nicht in die Dominanttonart, sondern bleibt bei A-Dur.
Die Schlussgruppe wechselt in der
Tonart nicht nach E-Dur, sondern bleibt in A-Dur
Die Coda ist verändert und in
D-Dur (Exposition: A-Dur).
Die Reprise wird wie allgemein nicht
wiederholt.
Die Coda
bringt in den Takten 232-235 wieder das Hauptsatzmotiv (in D-Dur); das erste Mal
unisono!
In den darauffolgenden Takten (T
235-252) beschäftigen sich Klavier und Cello mit den Takten 3,4 des
Hauptsatzes.
- Darauf kommt das Hauptsatzthema
unisono in A-Dur. In Takt 259 endet das Hauptsatzmotiv erstmals auf der ersten
Stufe, das heisst es wird abgeschlossen. In den darauffolgenden Takten wird
beim Cello (Klavier nur in Takt 261) mit den Takten 4 und 5 des Hauptsatzes
gespielt (kadenziert). In Takt 270 und 271 kommt noch einmal der Quintsprung aus
dem ersten Takt des Hauptsatzes.