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clemens clemens clemens
Referat

TitelDas türkische Erziehungssystem 
Anzahl Worte3091 
SpracheDeutsch 
ArtSpezialgebietsausarbeitung 
SchlagworteSchule, Kinder, Erziehung, Ausbildung, Lehrer, Republik Türkei, 
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Auszug aus dem Referat (ohne Grafiken)

Das türkische Erziehungssystem
  Das Erziehungssystem steht in der Türkei unter staatlicher Kontrolle und Aufsicht. Nach Artikel 42 des türkischen Grundgesetzes hat in der Türkei jeder Bürger das Recht auf Ausbildung. Im Laufe ihrer Ausbildung werden die Personen entsprechend ihres Könnens in Ausbildungsprogramme und Schulen überwiesen. Dies ist die grundlegende Aufgabe des Erziehungssystems.
  Gemäß Gesetz Nummer 1739 zur nationalen Erziehung ist das Ziel der Erziehung die Ausbildung von Personen als Staatsbürger, die die nationalen Werte akzeptieren, sich ihrer Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber dem Land bewußt sind und entsprechend handeln, die sich Wissen aneignen und dieses Wissen und die erlernte Technologie anwenden können, und die die Menschenrechte und die Demokratie respektieren. Ferner sollen die einzelnen Bürger auf die Zukunft vorbereitet werden und einen Beruf erlernen in einer Weise, die sowohl der jeweiligen Person als auch dem Volk Glück bringt. 
  Seit Gründung der Republik Türkei wurde die Zahl der Schulen, Schüler und Lehrer erheblich erhöht, und die Maßnahmen zur Ausbildung haben breite Kreise der Bövelkerung erreicht. Auf jedem Gebiet und auf jeder Stufe des Erziehungssystems hat sich die Zahl der Schulen verzwölffacht, die Zahl der Schüler verfünfundvierzigfacht und der Zahl der Lehrer versechsundvierzigfacht. 
  Da die Ausbildung in der Türkei als wichtigster Bestandteil der wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Entwicklung betrachtet wird, wird in Regierungsund Entwicklungsplänen der Erziehung eine besondere Bedeutung beigemessen. Um der steigenden Nachfrage nach Ausbildung in der Bevölkerung nachzukommen, werden laufend die betreffenden Finanzmittel erhöht. Um eine Infrastruktur aufzubauen, die den Zielen und Erwartungen in der Erziehungen genügt, wurde ein Grundplan für Erziehung erstellt, der die Jahre 1996-2000 umfaßt. Nach diesem Plan soll ein flexibles Ausbildungssystem errichtet werden, das sowohl individuellen, nationalen und globalen Forderung entspricht und den Ein- und Ausstieg in oder aus dem System erleichtern soll.


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Die Struktur des türkischen Erziehungssystems. Nach dem "Grundlegenden Gesetz Nr.1739 für Nationale Erziehung" besteht das türkische Erziehungssystem aus zwei Hauptteilen: aus der formellen und informellen Erziehung. Die formelle Erziehung betrifft das Schulwesen mit Vorschulerziehung, den primären Ausbildungsbereich, den sekundären Ausbildungsbereich und den Hochschulbereich. Die informelle Erziehung besteht dagegen aus allen Tätigkeiten, die parallel zu der Schule oder außerhalb der Schule verlaufen. Im Schuljahr 1999-2000 erhielten an 65.905 formellen und informellen Schulen insgesamt 15,727.929 Schüler eine Ausbildung. An diesen Institutionen arbeiteten 532.595 Lehrer.

Ausbildungseinrichtungen 

  Vorschulerziehung. Die Vorschulerziehung ist in der Türkei freiwillig und betrifft Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren. Die Vorschulerziehung erfolgt über Kindergärten, Kinderklassen, Vorschulklassen, Betreuungsstätten und Kinderheimen, die in erster Linie vom Erziehungsministeriums, aber auch von anderen Ministerien oder Anstalten unterhalten werden. In diesen Einrichtungen können Kinder ganztägig oder halbtags versorgt werden. 
  Ziel der Vorschulerziehung ist es, die körperliche, seelische und charakterliche Entwicklung und die Sprachfähigkeit der Kinder zu fördern und sie auf die Grundschule vorzubereiten. In einer vom Erziehungsministerium erlassenen Verordnung ist geregelt, wo und nach welchen Prioritäten Vorschuleinrichtungen eröffnet werden sollen. Aktivitäten zur Verbreitung der vorschulischen Erziehung und eines entsprechenden Bewußtseins in der Öffentlichkeit sowie zur Erweiterung und Standardisierung der bei der Erziehung eingesetzten Methoden und Materialien werden fortgesetzt. 
  Die Grundschule. Die Schulpflicht beträgt in der Türkei 8 Jahre und umfaßt Erziehung und Ausbildung der  Kinder im Alter von 6-14 Jahren. Die Grundschulen umfassen 8 Jahre, vermitteln eine allgemeine Schulbildung und verleihen ihren Absolvelten ein Grundschuldiplom. Die allgemeine Schulpflicht ist für alle Mädchen und Jungen gültig. Dem Grundgesetz, dem Erziehungsgesetz sowie dem Gesetz über Grundschulausbildung und Erziehung nach ist diese Ausbildung an allen staatlichen Schulen kostenlos zu gewährleisten. 
  Das Ziel der Grundschulausbildung ist, den Kindern das nötige Grundwissen zu vermitteln, ihre Intelligenz zu erweitern sowie ihnen Verhaltensweisen und Angewohnheiten zu vermitteln, vermögens derer sie ein nützlicher Bürger der Gesellschaft werden, und sie auf eine höhere Ausbildungsstufe vorzubereiten. In der zweiten Hälfte des letzten Schuljahrs in der Grundschule werden die Schüler zusätzlich von Beratern über mögliche Schulen und Ausbildungsprogramme im sekundaren Schulbereich, über ihre möglichen künftigen Berufe im Rahmen ihrer Interessen und Intelligenz sowie über die Arbeitsmöglichkeiten in den betreffenden Berufen informiert und beraten.
  Um Qualität in der Praxis der Grundschulausbildung zu erhöhen, wurde das 'Projekt 2000 für eine moderne Erziehung' ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projekts wurden im letzten Jahr 26.745 Klassen eröffnet, für über 290.468 Schüler in Internatsschulen bzw. Schulen mit angeschlossenen Pensionen Unterricht angeboten, Klassen für eine Fremdsprache bzw. für eine zweite Fremdsprache als Wahlfach neu eingerichtet, neue Unterrichtsmaterialen zentral neu erstellt und Weiterbildungskurse für Lehrer im Fach Computer eröffnet. Neben den staatlichen Schulen gibt es auch mehrere private Schulen, darunter auch private Grundschulen.
  Die Mittelstufe (Sekundarstufe). Die Sekundarstufe umfaßt die der achtjährigen allgemeinen Schulpflicht nachfolgenden dreijährigen allgemeinen oder beruflichen und technischen Gymnasien, die verschiedene Programme anbieten. Jeder Schüler, der seine achtjährige Grundschulpflicht erfüllt hat, kann von der Sekundarstufe Gebrauch machen. Ihr Ziel ist, den Schülern eine Allgemeinbildung zu vermitteln, mit der ein Bewußtsein zur Respektierung der Menschenrechte geschaffen wird, mit der sie zu Staatsbürgern werden, die in demokratischen Gesellschaften Verantwortung übernehmen und zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung einen Beitrag leisten und mit der sie je nach ihren Interessen und ihrer Intelligenz auf eine Hochschulausbildung oder auf das Arbeitsleben vorbereitet werden. 
  Während ihrer Ausbildung werden die Schüler entsprechend ihrer Intelligenz und Interessenbereiche bestimmten Ausbildungszweigen oder Schulen zugeordnet. In einigen Schulen des sekundaren Bereiches und besonders an den Privatschulen gibt es Vorbereitungsklassen zur Erlernung einer Fremdsprache, damit der Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern und in Mathematik in der betreffenden Fremdsprache erfolgen kann. 
  Der Sekundarbereich wird in einen allgemeinen und einen beruflichtechnischen Zweig unterteilt. Im Sekundar bereich sind mit den sogenannten "Anadolu"-Gymnasien, den naturwissenschaftlichen Gymnasien, den "Anadolu"-Gymnasien für bildende Kunst oder für Lehrerausbildung, den Abendgymnasien und den privaten Gymnasien fünf unterschiedliche Schularten anzutreffen. Der beruflichtechnische Bereich dagegen umfaßt mit den technischen Gymnasien für Mädchen oder Jungen, den Schulen für Handel und Tourismus, den Religionsschulen, den Sonderschulen und den medzinischen Berufsschulen sieben Gruppen. Daneben gibt es in bevölkerungsarmen, abgelegenen oder anderen vom Erziehungsministerium festgesetzten Gebieten Gymnasien mit Gesamtschulcharakter, in denen verschiedene allgemeinbildende oder beruflichtechnische Curricula unter einem Dach vereinigt sind. Die beruflichen und technischen Bildungseinrichtungen des Sekundarbereiches sollen nicht nur auf die Hochschulerziehung vorbereiten, sondern im Gegenteil benötigte qualifizierte Fachkräfte der Arbeitswelt zuführen und den Andrang auf die Hochschulen verringern. 
  Sonderschulen. Sonderschulausbildung wird in der Türkei an speziellen Sonderschulen entsprechend der Behinderungsart


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Dem Fremdsprachenunterricht und der computergestützten Bildung 
werden in staatlichen Schulen Vorrang eingeräumt
durchgeführt. Kinder werden als sehbehindert, hörbehindert, orthopädisch behindert, geistig behindert oder als langandauernd krank in fünf Gruppen sonderschulisch behandelt. Ziel der Sonderschulausbildung besteht darin, den Behinderten eine ihnen adäquate Erziehung zu geben, sie in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen einen Beruf zu lehren. Ferner können Schüler, die eine Sondererziehung brauchen, gemeinsam mit den übrigen Kindern in den normalen Schulen an der Erziehung teilnehmen. Diese "Integration" genannte Praxis soll verbreitet werden. 
  In der Türkei gibt es 229 Sonderschulen und 104 psychologische Betreungsstätten und Forschungszentren, in denen körperlich, geistig, emotional und sozial Behinderte oder aber Schüler mit hoher überragender Begabung die für sie nötige Ausbildung erhalten. Im Unterrichtsjahr 1999-2000 konnten 25.217 Schüler von den Einrichtungen im Sonderschulwesen profitieren.
  Kinder, für die eine Sonderschulerziehung attestiert worden ist, müssen eine vorschulische Erziehung erhalten. Für jedes Kind wird ein "individueller Erziehungsplan" ausgearbeitet. Die Kinder werden entsprechend ihres möglichen optimalen Leistungsstands erzogen. An dem Erziehungsprozeß dieser Schüler nehmen die Familien an jeder Stufe teil. Bei der Integrationserziehung werden die Schüler zusätzlich unterstützt. Auch für Erwachsene, die eine Sonderausbildung brauchen, werden berufliche Ausbildungsprogramme veranstaltet. Aktivitäten zur Verbreitung dieser Programme halten an.
  Private Ausbildungsanstalten. Die privaten Ausbildungsanstalten umfassen Schulen jeder Art und jeder Stufe sowie private Unterstützungsschulen und Kurse, die gemäß Gesetz 625 eröffnet wurden. Diese Einrichtungen arbeiten unter der Aufsicht und Kontrolle des Erziehungsministeriums. Da die landesweiten Ausbildungsaktivitäten eine ziemlich hohe Dimension erreicht haben, wird ein Teil davon vom Privatsektor übernommen. So wurden 1997 Gesetzesänderungen vorgenommen, die für den Privatsektor einige Erleichterungen brachten, um die Verbreitung von privaten Erziehungsanstalten sowie Investitionen in diesem Bereich zu fördern. 
  Bei den privaten Schulen in der Türkei werden den Schülern umfassende Möglichkeiten angeboten und besonders der Erlernung von Fremdsprachen und der 


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                  Alle Ausbidlungseinrichtungen in der Türkei messen 
                             sportlichen Aktivitäten eine große Bedeutung bei

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Experimentierende Shüler

Erziehung mit  dem Computer Vorrang eingeräumt. Im Schuljahr 1999-2000 besuchten 246.514 Schüler insgesamt 1.788 private Schulen; 22.864 Lehrerinnen und Lehrer arbeiteten an diesen Schulen. Im selben Schuljahr waren ferner 2.895 private Kurse und 1.730 private Unterstützungsschulen tätig. Die privaten Schulen machen heute 1,5% der allgemeinen Erziehung aus. Kurzfristig soll der Anteil auf 6% und langfristig auf 15% erhöht werden.
  Informelle Erziehung. Die informelle Erziehung, die einen der beiden Hauptteile des nationalen Erziehungssystems ausmacht, umfaßt für Personen, die an der formellen Erziehung nicht teilgenommen oder sie abgebrochen haben, Erziehungs-, Ausbildungs-, Beratungs- und praktische Maßnahmen, die neben oder außer der formellen Erziehung geleistet werden. Das Ziel der informellen Erziehung ist, Erwachsene lesen und schreiben zu lehren, sie in grundlegenden Themen auszubilden, vorhandene Kenntnisse weiter zu entwickeln und neue Potentiale zu eröffnen.
  Die informelle Erziehung kann in allgemeine und in beruflich-technische Erziehung eingeteilt werden. Praktische Kunstschulen für Mädchen, Einrichtungen für allgemeine Erziehung, industrielle praktische Kunstschulen, technische Ausbildungszentren für Erwachsene, Volkserziehungszentren, Lehrlingsausbildungszentren sind einige der Anstalten der informellen Erziehung. Die informelle Erziehung kann man in Volkserziehung, Lehrlingsausbildung und Fernunterricht unterteilen. 
Volkserziehung. Die Erziehung außerhalb der formellen Erziehung wird größtenteils von den Volkserziehungszentren übernommen. In diesen Zentren gibt es Kurse für Lesen und Schreiben sowie berufliche, soziale und allgemeinbildende Kurse für Menschen jeden Alters und jedes Erziehungsstandes. Aktivitäten zur Verbreitung der Volkserziehungszentren halten an. 1999 haben in 920 Volkserziehungszentren 961.044 Kursteilnehmer in 48.413 beruflichen, soziokulturellen oder in Lese- und Schreibkursen eine Ausbildung erhalten. 
Lehrlingsausbildung. Die Lehrlingsausbildung umfaßt die Erziehung der Schüler, die nach dem Grundschulabschluß keine weiterführende Stufe besucht haben oder die aus verschiedenen Gründen nicht die formelle Erziehung fortsetzen konnten. Von der Lehrlingsausbildung können Kinder,  


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                             Höhere Haushaltsschule in Beyoðlu, Ýstanbul
die die Grundschule abgeschlossen und das 14. Lebensjahr vollendet haben und nicht älter als 19 Jahre sind Gebrauch machen. Nach den Bestimmungen im 'Gesetz zur Lehrlings- und Berufsausbildung' umfaßt das System der beruflichen Bildung mit der formellen Berufsausbildung, der Lehrlingsausbildung und beruflichen Kursen drei Anwendungsbereiche. 
  Absolventen der formellen beruflichen Bildung können sich nach einjähriger Berufserfahrung zur beruflichen Prüfung melden. Die Lehrlingsausgbildung dauert je nach Charakter des Berufes 3 bis 4 Jahre. Am Ende dieser Ausbildung kann man sich zur Gesellenprüfung melden. Nach Erhalt des Gesellenbriefes kann die Ausbildung fortgesetzt werden, die nach dreijähriger Berufserfahrung zum Zugang zur Meisterprüfung berechtigt; wer diese Ausbildung nicht weiter besucht, kann sich erst nach fünf Jahren zur Meisterprüfung melden. Ohne Meisterbrief ist es nicht erlaubt, eine unabhängige Arbeitsstelle zu eröffnen oder als Meister zu arbeiten. Die beruflichen Kurse stehen außerhalb der formellen Erziehung und werden veranstaltet, damit Personen, die nicht über die erforderlichen Qualifikationen verfügen, die nötigen Kenntnisse erwerben, um in ihrem Beruf arbeiten zu können. Solange sie einen solche Kurs besuchen, können sie von allen Rechten profitieren, die per Gesetz auch den Lehrlingen zustehen. 
  In den gesetzlich anerkannten Berufen machen Jugendliche, die mit ihrem Arbeitgeber einen Lehrlingsvertrag abgeschlossen haben, von all ihren Schülerrechten Gebrauch. Die Versicherungsprämien werden vom Erziehungsministerium gezahlt. 
  1999 erhielten 228.844 Lehrlinge an 330 Zentren für Lehrlingsausbildung eine Ausbildung. Es ist geplant, bis zum Jahr 2000 alle arbeitenden Jugendliche in die Lehrlingsausbildung zu übernehmen.
  Fernunterricht. Der Fernunterricht ist dazu eingerichtet worden, um unter den Bürgern der Türkei die Chancengleichheit zu erhöhen und die Bildungseinrichtun gen der primaren und sekundaren Stufe zu unterstützen. Zu den Einrichtungen des Fernunterrichts gehören die Fern-Grundschule und das Fern-Gymnasium.   Die Fern-Grundschule wurde zusammen mit der 8-jährigen allgemeinen Schulpflicht eingerichtet und soll es Personen, die die Grundschule alten Typs beendet haben aber nicht die Mittelschule besucht haben, ermöglichen, über die Methode des Fernunterrichts die achtjährige allgemeine Schulbildung zu vervollständigen. An der Fern-Grundschule nahmen im Schuljahr 1999-2000 137.847 Schüler teil. 
  Das Ferngymnasium wendet sich an solche Personen, die aus irgendwelchen Gründen die informelle Ausbildung nicht beenden konnten und das Alter für die allgemeine Schulbildung überschritten haben. Hier haben im Schuljahr 1999-2000 368.108 Schüler Unterricht erhalten.
  Ausbildung im Ausland. Erziehungs- und Ausbildungsmaßnahmen für die im Ausland lebenden türkischen Staatsbürger werden in 39 Vertretungen von 21 Beratungs- stellen für Erziehung und von 18 Erziehungsattachés durchgeführt. In Washington, London, Paris, Berlin, Den Haag, Brüssel, Bern, Wien, Stockholm, Riad, Moskau, Tiflis, Nicosia, Kairo, Kopenhagen, Alma-Ata, Aschkabat, Baku, Bischkek, Duschanbe und Taschkent gibt es türkische Erziehungsberatungsstellen und in New York, Los Angeles, Chicago, Straßburg, Essen, Frankfurt, Hannover, Karlsruhe, Nürnberg, Münster, Köln, Düsseldorf, Mainz, Stuttgart, München, Berlin, Hamburg, Lyon und Sydney je einen türkischen Erziehungsattaché. 
  Im Ausbildungsjahr 1999-2000 befanden sich im Ausland 867.095 türkische Schüler und 974 aus der entsandte Lehrerinnen und Lehrer. An Türkischen Abteilun- gen ausländischer Universitäten sind 41 Lektoren tätig. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den mittelasiatischen Republiken und türkischen Gruppierungen im Bereich der Erziehung eröffnete das türkische Erziehungsministerium in den mittelasiatischen Republiken 12 Schulen und 8 Ausbildungszentren. An diesen Schulen unterrichten 345 Lehrerinnen und Lehrer insgesamt 2.485 Schüler und Kursteilnehmer. Im Rahmen der den mittelasiatischen Republiken zur Verfügung stehenden Quoten studieren gegenwärtig in der Türkei 7.425 Studenten aus diesen Ländern. 


Internationale Zusammenarbeit. Zwischen der Türkei und 71 Ländern gibt es ferner Abkommen in den Bereichen Erziehung, Wissenschaft und Kultur. Sechs Projekte des Erziehungsausschuß der Länder des Europarates dauern an. Der "Kooperationsrat für Demokratie, Menschenrechte und Minderheiten, Erziehung und Kultur", der 1993 in das Programm des "Kulturellen Kooperationsrates des Europarates" aufgenommen worden ist, zählt zu diesen Projekten, an denen sich die Türkei beteiligt. Weitere noch andauernde Projekte sind das Projekt der UNESCO zu Partnerschulen, das 'Südöstliche Mittelmeerprojekt' zur Entwicklung des Umweltbewußtseins und das Globe Projekt. Das Erziehungsministerium beteiligt sich außerdem aktiv an den Ausbildungskommitees der 'Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung' (OECD) und des 'Zentrum zur Erneuerung und Forschung in der Erziehung' (CERI).
  Die Entwicklung der Zusammenarbeit mit der Europäischen Union (EU) auf dem Gebiet der Erziehung hat sich nach dem Erwerb des Status als Beitrittskandidat beschleunigt. Die Vorarbeiten wurden eingeleitet, damit die Türkei von der die Jahre 2000-2006 umfassenden zweiten Periode der Programme 'Leonardo da Vinci' für Projekte im Bereich der beruflichen Ausbildung und 'Socrates' für allgemeine Ausbildungsprojekte aktiv teilnehmen kann. Im rahmen des Erziehungsministeriums wurden EU-Arbeitsgruppen für Beratung, Forschung und Entwicklung eingerichtet, die eine Anpassung der Bestimmungen im Bereich der Erziehung betreffen. Die Projekte 'Modernisierung von beruflichen und technischen Ausbildungseinrichtungen', 'Stärkung des beruflichen Erziehungs- und Ausbildungssystems in der Türkei' und 'Unterstüztung der grundlegenden Erziehung' sind Projekte der EU, die im Rahmen des MEDA-Programms zur Zusammenarbeit Europas mit den Mittelmeerländern weiterhin laufen.

Das_Hochschulwesen

  Die Türkei hat es als ein Hauptziel festgelegt, die Hochschulausbildung qualitativ und quantitativ der Standards der sich globalisierenden Welt anzupassen. Pläne und Programme wurden stets in diesem Rahmen ausgearbeitet. Seit der Gründung der Republik wurden in der Hochschulausbildung sowohl qualitativ als auch quantitativ wichtige Fortschritte verzeichnet. Dieser Entwicklungsprozeß, der 1933 mit der Umwandlung des "Darülfünun" in die Universität Ýstanbul begann, hat sich in den letzten Jahren beträchtlich beschleunigt, sodaß es 2000 71 Universitäten gibt, von denen 18 private Stiftungsuniversitäten sind. 
  In der Türkei zählen zu den Universitäten Ausbildungseinrichtungen, die dem sekundaren Ausbildungsbereich nachfolgend eine mindestens zweijährige Hochschulausbildung vermitteln und die Studenten zum Vordiplom, Diplom oder postgraduierten Abschluß hinführen. Einheiten im Hochschulwesen bilden Universitäten, Fakultäten, Institute, Hochschulen, Konservatorien, Fachhochschulen und Forschungszentren. Im akademischen Jahr 1999-2000 studierten (einschließlich der Fernuniversität) 1,503.981 Studenten; die Zahl der Lehrkräfte betrug 64.169. Die 73 Universitäten -zwei Universitäten sind noch in der Grün- dungsphase- umfassen gegenwärtig 561 Fakultäten, 199 interne Hochschulen, 259 Institute und 474 Berufshoch- schulen. Mit dem Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, studieren sowohl mit privaten als auch mit öffentlichen Stipendien 29.196 Studenten im Ausland; davon studieren 21.282 Studenten auf einer Stufe unterhalb des Bachelor und 7.914 postgraduierte Studenten. 
  Ein Großteil der im Inland studierenden Jugendlichen erhält Studienkredite der "Anstalt für Kredite und Heime für Jugendliche in der Hochschulausbildung" (Yurt-Kur) und lebt in Studentenheimen. Der monatliche Studentenkredit wird jedes Jahr erhöht, und jedes Jahr machen mehr Studenten von diesem Kredit Gebrauch. Den Studentenkredit erhalten zur Zeit 220.614 Studenten sowohl im Vordiplom-, Diplom- Magister- oder Promotions-Studium. 228.435 Studenten erhalten Zuschüsse als Kredit. Von den Studentenwohnheimen, die auch im Bereich der Ernährung, Gesundheit, Betreuung und Beratung Dienstleistungen erbringen und an der Veranstaltung von sozialen, kulturellen und sportlichen Aktivitäten beteiligt sind, profitieren insgesamt 174.373 Studenten, davon 89.611 Mädchen und 84.762 Jungen. Für erfolgreiche Studenten gibt es zusätzliche Stipendienangebote sowohl vom Staat, vom privaten Sektor und von Bürgerinitiativen.
  Die Studenten werden in die Universitäten aufgrund einer einstufigen Universitätsaufnahmeprüfung aufgenommen, die jedes Jahr von der "Türkischen Zentralstelle für Studentenvermittlung" veranstaltet wird. Für Ausländer, die in der Türkei studieren wollen, wird von derselben Institution jedes Jahr eine gesonderte Prüfung veranstaltet. Die ausländischen Schüler müssen nicht über Türkischkenntnisse verfügen, da die Fragen auf Türkisch und Englisch gestellt werden. Ausländer, die diese Prüfung bestehen und von einer Universität aufgenommen werden, aber nicht über ausreichende Türkischkenntnisse verfügen, haben dann ein Jahr Zeit, um Türkisch zu lernen. In dieser Zeit brauchen sie nicht die Universität zu besuchen.

Türkischkurse werden von dem "Zentrum für Türkisch" (TÖMER) der Universität Ankara veranstaltet. Auch die Universitäten in Ýstanbul und Ýzmir geben Kurse für Ausländer.
  Das Hochschulsystem. Mit dem Gesetz Nummer 2.547 vom 6. November 1981 wurden alle Universitäten und Hochschulen in der Türkei dem Hochschulrat (YÖK) unterstellt. Der Hochschulrat regelt die Hochschulausbildung, bestimmt die Richtlinien der Aktivitäten der Hochschulen und verfügt im Rahmen der durch das Hochschulgesetz ihm zugewiesenen Aufgaben und Befugnisse über Autonomie und gilt als öffentliche Körperschaft. YÖK arbeitet kurz- und langfristige Pläne zur Eröffnung neuer Hochschulen, zur Entwicklung der vorhandenen, zur Ausbildung der Lehrkräfte im In- und Ausland, und verfolgt die Durchführung dieser Pläne. Ferner stellt YÖK die Koordination und Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen her. Der Hochschulaufsichtsrat, die "Zentralstelle für Studentenvermittlung", sowie die Abteilungen für Planung, Forschung, Entwicklung, Auswertung, Haushalt, Investitionen und Koordination gehören zum Hochschulrat.
  Den wichtigsten Teil der neuen Pläne zum Hochschulwesen in der Türkei machen eine Neuregelung des Hochschulsystems sowie eine Abschaffung der zentralistischen und bürokratischen Struktur im Hochschulwesen aus. So sollen die Befugnisse der Verwaltungsräte der Universitäten und Fakultäten erweitert werden. Ferner sollen Universitäten und Fakultäten bei ihren Finanzquellen und ihren Ausgaben freier vorgehen können. Auch die Beziehungen zwischen Universitäten und der Industrie sollen erweitert werden. 1998 soll für fünf Universitäten ein neues Haushaltsrecht beginnen. Den derzeitigen Überlegungen nach soll YÖK in eine Koordinationsanstalt zwischen den Universitäten umgewandelt werden, sollen die Universitäten eine gänzliche Autonomie erhalten und Lehrkräfte und Studenten stärker an der Verwaltung der Universität teilnehmen. Der Anpassung des Erziehungs- und Ausbildungssystems und seiner Programme an das internationale Erziehungssystem und an internationale Standards wird große Bedeutung beigemessen. Die Aktivitäten zur Vervollständigung des nationalen
akademischen Netz- und Informationszentrums halten an, sodaß Universitäten sowie Forschungs- und Entwicklungsanstalten Informationsquellen im In- und Ausland sofort erreichen können und Ausbildung und Forschung stärker miteinander verbunden und gemeinsame Forschungen unterstützt werden. Neben der formellen Erziehung ist auch eine Entwicklung und Verbreitung des Fernstudiums geplant, wobei zeitgenössische Erziehungsmethoden und Kommunikationstechnologien eingesetzt und die Qualität im Fernstudium erhöht werden sollen.
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Ende des Auszuges


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