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clemens clemens clemens
Referat

TitelAustrofaschismus 
Anzahl Worte1729 
SpracheDeutsch 
ArtReferat 
SchlagworteFAschismus, Österreich, Nationalismus, Dollfuß, Fasces, Mussolini, 
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Auszug aus dem Referat (ohne Grafiken)

Austrofaschismus

Einleitung

In meinem Referat heute behandle ich das Thema Austrofaschismus. Als Austrofaschismus bezeichnet man die Zeit von März 1933 bis März 1938.

Der Begriff „Faschismus“

Doch bevor ich mich näher auf die österreichische Geschichte beziehe möchte ich kurz klarstellen was der Begriff Faschismus eigentlich bedeutet.

Erstmals als Faschismus wurde die Bewegung des Italienischen Diktators Benito Mussolini bezeichnet. Das Wort selbst entstand aus dem lat. Wort Fasces was Runtenbündel heisst und das Symbol der faschistischen Partei Mussolini war. Die Wesentlichen Elemente dieser Bewegung waren:


Ursprünglich waren die italienischen Faschisten nicht rassistisch. Diese Merkmale kamen erst auf, als die Deutschen die Achse mit Italien bildeten und sich der Einfluß der Nationalsozialisten steigerte.

Merkmale im weiteren Sinn

Merkmale des Austrofaschismus:


Viele Historiker bezeichnen den Austrofaschismus, vor allem wegen den letzten beiden Merkmalen, als Halbfaschismus.

Vorgeschichte des Austrofaschismus

Wie schon gesagt beginnt die Zeit des Austrofaschismus 1933, doch die dazugehörige Vorgeschichte geht zurück bis zum Ende des ersten Weltkriegs. Die Sophie und die Carmen haben uns ja letzte Woche schon über die politische Situation von 1918 bis 1927 aufgeklärt, deshalb werde ich noch einmal jene Erreignisse in diesem Zeitraum erwähnen die direkten Einfluss auf den späteren Austrofaschismus ausübten. Nach dem ersten Weltkrieg sind in Österreich sogenannte „Frontkämpferverbände“ und „Bauernwehren“ entstanden, die sehr oft aus Arbeitslosen bestanden und von beschäftigungslosen Offizieren geführt wurden. Diese „Wehren“ waren sogar in der Lage das nach dem ersten Weltkrieg in Kärnten einrückende jugoslawische Militär zurückzutreiben.

Im Laufe der Jahre entstand aus den Wehren die so genannte Heimwehr, die von der Industrie unterstützt wurde. In einem Zitat des Ex-Heimwehrführers Ernst Rüdiger Starhemberg beschreibt er die Organisation als Prätorianergarde (das war die Leibwache des röm. Kaisers), die bereit war jedem zu Folgen, der genug zahlen würde. Das zeigte sich auch nach den Kampfhandlungen in Kärnten als die Heimwehr 1922 zum militärischen Arm der Christilichsozialen und der Großdeutschen Regierungskoalition wird. Damit wird die im Vertrag von Saint-Germain festgelegte Zahl von 30.000 Berufssoldaten um eine weitaus größere Zahl an Heimwehrlern vergrößert.

Auf der anderen Seite haben die Sozialdemokraten, denen nach dem Ausscheiden aus der Regierung, die Kontrolle über das österreichische Heer genommen wurde, Arbeiterwehren aufgestellt die 1923 in dem 1923 im Republikanischen Schutzbund zusammenfanden.

1927 führten die Spannungen zwischen den beiden Großparteien erstmals zu Todesopfern. Bei einem Zusammenstoß des Schutzbundes und der Heimwehr in Schattendorf im Burgenland kommt es zu zwei Todesfällen. Die angeklagten Heimwehler wurden dennoch vom stark durch die christlichsoziale Regierung beeinflußten Gericht freigesprochen, wodurch ein Aufstand der Arbeiter in Wien stattfand. Nach Auseinandersetzungen mit Polizeikräften auf der Ringstraße stürmte die Menge den Justitzpalast und setzte ihn in Brand. Außerdem hinderten die Aufständischen die Feuerwehr am Löschen, worauf der damalige Bundeskanzler Seipel dem Polizeipräsident Schober den Schießbefehl erteilt. Das Resultat dieses Massakers sind 85 Tote auf der Seite der Aufständischen und 4 tote Polizisten. Die Sozialdemokraten mussten natürlich auch reagieren und riefen einen Tag später zum Generalstreik auf.

Die Spannungen wurden durch den schwarzen Freitag 1929 und die daraus enstandene Weltwirtschaftskrise die in Österreich eine Arbeitslosenquote von 30 % zur Folge hat weiter verschärft. 1930 kandidiert die Heimwehr unter dem Namen Heimatblock für die Nationalratswahl und schafft auf Anhieb 8 Mandate.

Das Ende der parlamentarischen Demokratie

Neben dieser Tatsache zeichnet sich auch eine Zunahme der zunächst geringen Zahl von Nationalsozialisten ab, die ab 1930 die Parteien Großdeutsche und Landbund eroberten.

1931 lehnten die Sozialdemokraten ein Koalitionsangebot mit dem Christlichsozialen ab und gehen mit den Großdeutschen, die die bisherigen Regierungspartner der Christlichsozialen waren in die Opposition. 1932 befördert Bundespräsident Miklas den bis dahin wenig bekannten Landwirtschaftsminister Engelbert Dollfuß zum Staatskanzler und beauftragt ihn mit der Regierungsbildung. Die Regierungskoalition besteht im Endeffeckt aus Christlichsozialen, Landbund und Heimatblock und verfügt nur über eine Stimme Mehrheit im Parlament. Das wirkt sich bei einer Sitzung des Nationalrats am 4. März 1933 die in einer Debatte um einen Eisenbahnerstreik gipfelt letzendlich fatal aus. Damals sollten nämlich die Gehälter in drei Raten ausgezahlt werden, was eine Verletzung des Kollektivvertrages dargestellt hätte. In dieser Debatte geht es dann eben um die Gültigkeit eines einzigen Stimmzettels der die Wahl entschieden hätte. Dabei kommt es zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Präsidium und den Parteien worauf die drei Nationalratspräsidenten Renner, Ramek und Straffner ihre stellen niederlegen. Dadurch hatte der Nationalrat keinen Präsidenten mehr und somit konnte auch niemand mehr eine Sitzung einberufen um eine Neuwahl vorzunehmen. Dollfuß nützt diese Tatsache sofort aus und beruft sich auf das „Kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz“ und erließ von sich aus Verordnungen, welche bestehende Gesetze grundlegend änderten, übernahm also Befugnisse, die laut Verfassung nur das Parlament hatte. Außerdem löst er noch die kommunistische Partei auf und verbietet die mittlerweile auch in Österreich aufstrebende NSDAP und den Schutzbund. Die deutschen Reagieren mit dem Verhängen der Tausend-Mark-Sperre. Das bedeutete, dass jeder Deutsche der nach Österreich einreisen wollte tausend Reichsmark zahlen musste. Ziel war es die Österreichische Wirtschaft dadurch zu schwächen die auf den Tourismus angewiesen war.

Vaterländische Front

Dollfuß bemühte sich besonders, ein neues Nationalgefühl in der Bevölkerung zu entwickeln, wodurch er die Eigentständigkeit von Österreich endgültig festigen wollte. Außerdem wollte er den Staat auf berufsständischen Grundlagen neu aufbauen, was auch den Wünschen Mussolinis in Italien entsprach. Eine große Rolle spielte dabei auch wieder die Heimwehr, die mittlerweile mit Waffen von Mussolini unterstützt wurde. Deshalb erstrebte Dollfuß die Gründung der Vaterländischen Front, die in eine Zivilfront (ehem. Christlichsoziale) und eine Wehrfront (ehem. Heimwehr) gegliedert wurde.

Februaraufstand

Letzte Versuche die Kluft zu den Sozialdemokraten zu überwinden scheiterten und am 12. Februar 1934 löst der Versuch einer polizeilichen Untersuchung des Linzer Parteiheims bewaffneten Widerstand des dortigen Schutzbundführers aus (der ja bereits verboten war). Die Kämpfe weiten sich auf andere Industriestädte aus. Auch in Wien kämpfte die Heimwehrler und die Schutzbündler gegeneinander. Auch die zögernde Führung musste nun mitgehen und rief zum Generalstreik auf. Die Zentren des Widerstandes waren vor allem Gemeindebauten und Arbeitersiedlungen wie der Karl-Marx-Hof. Letztendlich wurde der Aufstand durch den Einsatz von schwerer Artillerie auf Seiten der Heimwehr entschieden und die schreckliche Bilanz dieses Februaraufstandes waren fast 200 Tote auf Seiten der Sozialdemokraten und 128 Tote auf Seiten der Exekutive. Die Folgen dieses Bürgerkrieges waren der Verbot der Sozialdemokraten, der Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Arbeiterorganisationen.

Ständestaat

Damit war der Weg zum autoritären Staat nach dem Vorbild Italiens das heisst dem Ständestaat frei. Dieser Ständestaat sollte die Parteien durch berufsständische Organisationen in dem Einparteiensystem von Dollfuß ersetzen. Am 1. Mai 1934 trat auf dem undemokratischen Weg die neue Verfassung des Bundesstaates Österreich in Kraft, denn bei der Abstimmung waren natürlich nur die Regierung vertreten und die zur Verfassungsänderung notwendige Volksabstimmung wurde auch nicht durchgeführt. Die Verfassung räumte der katholischen Kirche großen Einfluss in vielen Bereichen aber vor allem im Schulwesen ein.

Juliputsch

Die Innenpolitische Lage verschärfte sich nachdem die sozialdemokratischen Bevölkerungsschichten der Regierungen immer ablehnender gegenüberstanden und die Nationalsozialisten ihre Vertreter weiter in Österreich platzierten. Dollfuß konnte sich also nur auf einen Teil des Volkes stützen. Aber außenpolitisch war die Lage für Dollfuß noch viel bedrohlicher denn Hitler drängte zum Anschluss Österreichs an Deutschland. Deshalb lehnte sich Dollfuß immer mehr an Mussolini um mit ihm einen Verbündeten gegen die übermächtigen Nationalsozialisten zu haben. Nachdem Hitler schon tausende Nationalsozialisten in Österreich einschleusen konnte kam es am 25. Juli 1934 zum Juliputsch wo 150 SS-Soldaten verkleidet als Österreichische Polizisten in das Bundeskanzleramt eindrangen und Dollfuß erschossen. (Obwohl die Regierung mehrfach gewarnt wurde!) Gleichzeitig kam es in anderen Bundesländern zu nationalsozialistischen Aufständen. Der Putschversuch war jedoch nicht erfolgreich, da das österreichische Militär loyal blieb und auch diese Kämpfe forderten 300 Tote.

Die Ära Schuschnigg

Nach dem Putsch wurde der bisherige Unterrichtsminister Kurt Schuschnigg Bundeskanzler. Zeitgleich stellte Mussolini mehrere italienische Divisionen an der Grenze bereit. Durch diese Drohung ließ Hitler seine Anhänger in Österreich auch fallen und leugnete jede Verantwortung für den Tod von Dollfuß. Bis zu dieser Zeit war es nämlich so, dass sich Großbritannien, Frankreich und Italien zur Unabhängigkeit Österreichs bekannten. Der Abessinienkrieg beudeutete aber dann die Wende. Denn da geriet Italien mit den Westmächten in Konflikt und war immer mehr auf ein gutes Verhältnis zu Deutschland angewiesen. Letzendlich konnte Österreich bereits 1936 nicht mehr auf die Unterstützung Italiens gegen die deutschen Zählen.

Das Juliabkommen

Nach langem Verhandeln schloss Schuschnigg am 11. Juli 1936 mit dem deutschen Gesandten von Papen einen Vertrag ab, das sogenannte Juliabkommen. Darin verpflichtete sich Deutschland die Tausend-Mark-Sperre aufzuheben und zur Nichteinmischung. Österreich verpflichtete sich zur Amnestierung verhafteter Nationalsozialisten und zur Aufnahme vor Vertretern der nationalen Opposition in die Regierung. Damit war vorerst die außenpolitische Bedrohung entschärft, doch die nationalsozialistische Aushöhlung des Staates ging im Untergrund weiter.

Innenpolitische Maßnahmen

Auch innenpolitisch wollte Schuschnigg die lage etwas entspannen indem er die Heimwehr auflöste und vergeblich einen Ausgleich mit den Sozialdemokraten suchte. Diese bauten jedoch eine illegale Organisation mit dem Namen revoltuionäre Sozialisten auf, die vom Ausland gelenkt wurde. Das ewige Selbstständigkeitsbestreben im Austrofaschismus führte 1936 schließlich zur völligen Isolierung.

Der Anschluss

Im Februar 1938 kam es dann zu einer folgenschweren Begegnung Schuschniggs mit Hitler in Berchtesgarden. Unter Drohungen erreichte Hitler von Schuschnigg zugeständnisse die auf eine Auslieferung Österreichs hinausliefen. Außerdem wurde der Nationalsozialist Seyß-Inquart Innenminister und die NSDAP praktisch wieder legalisiert. In dieser Notlage war Schuschnigg gezwungen Verhandlungen mit den Sozialdemokraten aufzunehmen. Da sie die Regierung der Väterländischen Front als kleineres Übel ansahen erklärten sie sich bereit bei der Erhaltung der Unabhängigkeit Österreichs mit der Regierung zusammen zu arbeiten. Überraschenderweise setzte der Kanzler für den 13. März 1938 eine Volksbefragung an die über den Anschluss Österreichs entscheiden sollte. Hitler sah das als Bruch der Vereinbarungen und marschierte mit den deutschen Truppen schon am 12. März 1938 ein. Schuschnigg wurde gezwungen sein Amt niederzulegen und rief in einer letzten Rundfunkrede dazu auf kein Blut zu vergießen. Ab diesem Zeitpunkt war die autoritären Regierung des Austrofaschismus Vergangenheit und Österreich wurde als Ostmark in das totalitäre deutsche Reich eingegliedert.

Ende des Auszuges


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