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clemens clemens clemens
Referat

TitelAleviten und Alevitentum 
Anzahl Worte5171 
SpracheDeutsch 
ArtFachbereichsarbeit 
SchlagworteIslam, Rituale, Veli, Emre, Nesimi, Sultan, 
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Auszug aus dem Referat (ohne Grafiken)

Aleviten und Alevitentum

HISTORISCHER ÜBERBLICK, ENTWICKLUNG DES ALEVITENTUM !
Um den Alevitentum als Religion, Kultur und Philosophie besser zu verstehen, sollte man ein Blick auf seine Entwicklungsgeschichte werfen.
Nach dem Tod des islamischen Propheten MOHAMMED, begann die Spaltung im Islam. Die Streitigkeiten um die Nachfolge des Propheten (Kalifen-Streit) führte zu der Entstehung der Hauptkonfessionen SUNNITENTUM, und des ALEVITENTUM. Die Anhänger des Sunnitentum unterstützten den einflussreichen Ebubekir, während die Aleviten ALI als den rechtsmäßigen Nachfolger ernannte. ALI war der Cousin, Adoptivsohn und Schwiegersohn des Propheten. Der Clan der Omayyaden, dem auch Ebubekir angehörte, setzte sich um die Vorherrschaft im Islam durch. Zur Erhaltung ihrer Herrschaft wurden die Aleviten verfolgt und ermordet. Die Familie des Propheten ( EHLIBEYT ) wurde im Laufe der Zeit nach und nach brutal ermordet, um die Opposition zu schwächen. Höhepunkt dieser Morde war das Massaker in KERBELA, indem der dritte Imam, IMAM HÜSEYIN (Sohn von Ali) samt seiner Familie und Freunde ums Leben kam.
Die Sunniten bestimmten nun, welche Teile der vom Propheten hinterlassenen religiösen Schriftstücke als heiliges Buch (KORAN) zu gelten hatten und wie sie zu interpretieren seien. Während sich der. Der Alevitentum entwickelte sich zur einen naturverbundenen, toleranten, weltoffenen, Bescheidenheit und Nächstenliebe ausstrahlende Konfession des Islam. Die Aleviten lehnen die Schariat (Gesetzeskodex im orthodoxen Islam) und die Sunna (Verhaltensformen und -techniken im orthodoxen Islam) ab und treten für Religionsfreiheit (Laizismus), Menschenrechte, Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft ein.
Aufgrund dieser liberalen Lebensauffassung wurden sie immer wieder Opfer der gnadenlosen Verfolgung durch die orthodoxen Moslems. Zur Zeit des Yavuz Sultan Selim's wurden sie im Osmanischen Reich zu Zehntausenden massakriert. Durch aktiven Widerstand versuchten die Aleviten sich dieser Willkür und Tyrannei zu entziehen (z.B. die Revolte um 1240 um BABA ILYAS oder der Aufstand des SEYH BEDRETTIN im 14.Jhr.) Die Übergriffe, Hetzkampagnen und Assimilationsversuche hielten bis zum heutigen Tag an. Jüngste Beispiele dafür sind die Massaker in den 70 'er Jahren in CORUM und MARAS , oder SIVAS im Juli 1993 und ISTANBUL im März 1995 . Die erwähnten Städte liegen alle in der Türkei. Offiziel wird die Existenz der Aleviten in der Türkei immer noch nicht anerkannt, obwohl sie 1/2 (ca.30 Mio) der türkischen Bevölkerung ausmachen.
Der Alevitentum wurde stark durch den Philosophen und Reformator HACI BEKTAS VELI geprägt, der zwischen 1210 und 1271 gelebt hat. Großen Einfluß hatten auch die Volksdichter YUNUS EMRE (1241-1319), NESIMI (1339-1418), PIR SULTAN ABDAL und viele mehr. Viele der alevitischen Dichter und Philosophen wurden durch sünnitische Fundamentalisten gefoltert und ermordet.
Auch im Alevitentum gibt es bestimmte Regeln, wie die Lehre von den VIER TORWEGEN und die Trinität des "BEHERRSCHE DEINE HÄNDE, DEINE ZUNGE UND DEINE LENDEN ". Die alevitischen Gemeinden werden durch "DEDE's", den geistigen Führern, geleitet. Die Aleviten kommen bei den "CEM's" zusammen und versuchen hierbei auch eventuell vorliegende Probleme gemeinsam zu lösen. Im Alevitentum steht der MENSCH im Mittelpunkt der Religion und nicht irgendwelche überholte und unmenschliche Dogmen.
Der Alevitentum ist außerhalb der Türkei noch in Syrien, Ägypten, Albanien, Iran, Irak und bei den aus der Türkei stammenden Immigranten in Westeuropa verbreitet. Es gibt noch viele kleine Richtungen im Islam, die genau die gleiche Philosophie und Werte vertreten.

ALEVITEN
Die Aleviten bilden nach den Sunniten die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in der Türkei (etwa 40-50 Prozent der Gesamtbevölkerung). Wir gelten in allen westlichen Ländern unter den Arbeitern als überrepräsentiert. die zum größten Teil - überwiegend bei der jüngeren Generation - die westliche Staatsbürgerschaft besitzen.
Alevi bedeutet "Anhänger Alis". Wir unterscheiden uns von anderen Muslimen durch die Ablehnung des sunnitisch-rituellen Gebetes und Almosengebens. Die Pilgerfahrt nach Mekka ist bei uns nicht vorgeschrieben, wird aber von vielen Aleviten wahrgenommen. Des Weiteren ist bei uns die Wallfahrt zu den Gräbern Alis und Husseins in Kerbela üblich.
Die alevitische Konfessionslehre gehört innerhalb der islamischen Konfessionen der "caferitischen-zwölferschiitischen" Konfession an, in der eine soziale Vorstellung und eine humanistische Philosophie verankert ist. Nach ihm ist der Mensch das wertvollste und reifste Geschöpf das existiert. Alles existiert im Menschendasein, vorausgesetzt, dass der Mensch diese Menschenwerte kennt und mit Menschenwürde lebt. Die alevitische Philosophie hat ihre Wurzeln in der Wissenschaft. Sie meint, dass nur durch Wissen und Vernunft Licht in der Finsternis der Gedanken gebracht werden kann. Mit Wissen und Vernunft können Schlechtigkeit, Hass, Vorurteile und Ignoranz besiegt werden. Durch Wissen und Vernunft kann man zu Frieden, Freundschaft und innerlichen Wohlstand gelangen. Nach dem alevitischen Glauben kann ein Mensch mit dem Gebet allein seine Pflichten nicht erfüllen.
Wir halten das Fasten im Monat Ramadan nicht, sondern ein zwölftägiges Fasten im Monat Muharram, in dem Alis Sohn Hussein umgebracht wurde. An religiösen Zeremonien nehmen außer den Männern auch die Frauen und Kinder teil, die Feiern finden nachts statt. Die Frauen sind nicht verschleiert, sie haben dieselben Rechte und Pflichten wie die Männer.
Wir Aleviten befürworten den säkularen Staat, Toleranz und Humanität stehen im Mittelpunkt unseren Denkens. Darüber hinaus tendieren wir zu eher liberalen gesellschaftlichen Positionen.
In der Türkei gibt es leider Versuche, die Aleviten zwangsweise zu Sunniten zu machen. In unseren Dörfern werden Moscheen gebaut, blutige Unruhen hat es zuletzt 1995 in Istanbul gegeben. Auch hier in westen gibt es Versuche der "Zwangssunnitisierung", wobei wir diese Bestrebungen durch Unwissen unser Konfession (Religionsgemeinschaft) bei den westlichen Behörden ansehen.

Das Alevitentum

In der Türkei leben über 27 Mio. türkischer, turkmenischer, kurdischer und arabischer Herkunft, die sich Aleviten bezeichnen. In Deutschland schätzt man diese Zahl um 700.000. Das Alevitentum in Anatolien formte sich zwischen 13. und 16. Jahrhundert. Da die Aleviten in Anatolien der vorislamischen Kultur weitgehend verbunden blieben und die geschichtliche sowie religiöse Entwicklung ihres Landes maßgeblich beeinflussten, unterscheiden sie sich sowohl von orthodox- islamischen Sunniten als auch von iranischen Schiiten. Ein Gegensatz sowohl zur sunnitischen als auch zur schiitischen Orthodoxie besteht darin, dass die anatolischen Aleviten die Scharia, das islamische Rechtssystem für religiöse und weltliche Angelegenheiten, nicht als das Wort Gottes akzeptieren. Auffallend ist vor allem die grundsätzliche Ablehnung der Gewalt, die Gleichstellung von Frau und Mann in ihren Gemeinden, die Bewahrung von matriarchalen Familienstrukturen, die Überlieferung des Glaubens und der Kultur durch Dichter und Musiker. Obwohl der Ursprung des alevitischen Glaubens in die Frühzeit des Islams zurückgeht, unterscheidet es sich doch gravierend von der Lehre des sunnitischen Islams in der Türkei und des schiitischen Islams im Iran. Im Alevitentum ist die Frau sowohl in der Lehre als auch im religiösen Verhalten wie z. B. im Cem-Gebet dem Mann völlig gleichgestellt. Das Alevitentum kennt keine Geschlechtertrennung. In der alevitischen Lehre ist die Polygamie, die Vielehe, welche aus dem sunnitischen Islam bekannt ist (ein Ehemann und vier Ehefrauen), verboten und unbekannt. Das Handeln der alevitischen Geistlichen (Dede) beschränkt sich auf das geistige Leben der Gemeindemitglieder; das Alevitentum kennt kein göttlich offenbartes Scharia- Gesetz. Das Ethos der Aleviten beruht auf Reinheit der Zunge, Reinheit der Hand und Reinheit der Lende. Das Ziel des alevitischen Ethos ist die Annäherung an Gott. Die alevitische Gemeinde ist nach der Bindung an einem bestimmten Geistlichen (Dede bzw. Pir), die aus verschiedenen Geistlichenhäuser (Ocak) stammen, deutlich und klar organisiert. Die Aleviten beten individuell abends und Donnerstagabends in der Gemeinde, der Cemversammlung. Sie gehen nicht in die Moschee, sie haben in der Regel eigene Kultstätte (Cemevi). Der Kult der Aleviten ist durch gegenseitige Versöhnung, Musik und Tanz beider Geschlechter ausgezeichnet. Die Aleviten Fasten nicht im Monat Ramadan, sondern 12 Tage im Monat Muharrem. Die alevitische Lehre gibt einzelnen Individuen eine absolute Gewissens- und Glaubensfreiheit mit dem Spruch "Jeder ist für sich verantwortlich". AlevitInnen sind frei, ihren Glauben selbst zu bestimmen. Es gibt kaum einen Zwang der Gemeinde oder der Mitmenschen auf den einzelnen. Es gibt in alevitischen Gemeinden eine Übereinstimmung darüber, dass die verfassungsrechtlichen Grundwerte, wie z. B. die absolute Unantastbarkeit der Menschenwürde, Gleichberechtigung von Mann und Frau, religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates, Meinungs- und Glaubensfreiheit, unveränderbar und zu verteidigen sind. Als Letztes möchte ich euch die Geschichte von den vier blinden Männern, die zum ersten Mal mit einem Elefanten in Berührung kamen, erzählen. Jeder von ihnen berührte einen anderen Teil des Elefanten und versuchte, den drei anderen seinen Eindruck zu beschreiben. Der erste blinde Mann betastete den Rüssel des Elefanten und sagte: ?Es handelt sich um ein bewegliches Rohr!?. Der Zweite berührte die Elefantenohren und behauptete: ?Ich muß leider widersprechen, es fühlt sich eher an wie eine weiche, dicke Decke!? Der Dritte hatte seine Arme um ein Elefantenbein geschlungen und rief: ?Irrtum, meine Herren! Dieses Ding, das man Elefant nennt, ist ein großer, stattlicher, sehr alter Baum. Ich kann ihn nicht einmal ganz umfassen.? Der vierte Mann, der seine Hand über den Körper des Elefanten gleiten ließ, meinte energisch: ?Werte Freunde, Sie wissen wirklich nicht, worüber Sie sprechen! Der Elefant ist so groß und breit, dass er mehr einem Haus gleicht, als allem anderen, das Sie beschrieben haben!? Wenn man sich darum bemüht, die Gestalt des heutigen Alevitentums kennen zu lernen, kann es einem leicht ergehen, wie den vier Blinden mit dem Elefanten. Man mag auf ebenso viele Meinungen treffen, wie Menschen, die man danach befragt. Alles hängt von der Perspektive der jeweiligen Person ab, mit der man gerade spricht. Unser Ziel ist es liebe LeserInnen euch eine Perspektive zu geben, mit der ihr versucht alle Weltreligionen und Kulturen, ohne Vorurteile, kennen zu lernen.



Die Aleviten warten auf eine Entschuldigung

Nach der Entschuldigung des Papsts

Aleviten- Sunniten, Katholiken- Protestanten

In diesem Millennium finden im Christentum sehr wichtige Ereignisse statt. Nach den ökonomischen Verhandlungen zwischen den Kirchen (in Deutschland), hielt Papst der zweite Jean Paul eine sehr wichtige Rede. Der Papst hat sich für die Fehler, die die Kirche bis zur Gegenwart gemacht hat, der Kirchen entschuldigt. Dies ist eine sehr wichtige Entschuldigung, denn durch ihr werden die Fehler der (katholischen) Kirchen belegt. Auch wenn es Menschen gibt, die anderen Meinungen sind, die Kirche hat Fehler gemacht. Diese Fehler sind beispielsweise die Kreuzzüge (die nur vorgeblich religiös motiviert waren), der Umgang mit den Uhreinwohnern Amerikas...

Wie man weiß, haben alle Religionen versucht eine gelungene Vergesellschaftung zu erreichen. Wenn man die Religionen durch eine solche Perspektive betrachtet, sind sie Revolutionen. Dies ist im Christentum auch der Fall. Jesus hat viel für die Durchsetzung seiner Religion, gekämpft. Als die römische Republik das Christentum, als nationale Religion anerkannt hatte, verlor diese an ihrer Revolutionarität, die Verfolgungen, Ermordungen, Kreuzzüge fanden statt. Das Christentum war an der Tyrannei unschuldig; schuldig waren diejenigen, die die Religion um mächtiger zu werden ausnutzten. Die römische Republik hat unter der Maske der Religion, seien Tyrannei wie vorher fortgesetzt. Die Römer haben Jesus und die eigentlichen Erwartungen des Christentums missachtet. Sie haben ihr Reich vergrößert und nichts für die Ausbreitung der Religion gemacht. Die Folgen waren sehr schrecklich. Ob die Entschuldigung die Fehler verharmlost ist bestreitbar. Aber sie ist dennoch ein Positives Ereignis.

Die Rede des Vatikans hat im Christentum positive Kritik erworben. Zahlreiche Theologen, Soziologen und Historiker meinen, dass nun der Islam eine Entschuldigung schuldig ist. Beobachter meinen, dass der herrschende orthodox sunnitische Islam eine Eigenkritik, in der zur-erschaffen-werdenden Atmosphäre machen soll. Dies ist ein Gut- wollender Wunsch. Aber der orthodox sunnitische Islam kann noch nicht ein Mal die Konzessionen im Islam einsehen, daher ist wohl eine Entschuldigung bzw. eine Eigenkritik eher unmöglich als möglich. Der orthodox sunnitische Islam missachtet das Alevitentum und versucht das Alevitentum vom Islam auszuschließen.

Wenn man die historische Entwicklung sowohl des Christentums als auch des Islams betrachtet, findet man Parallelen. Der Islam wurde größten Teils durch Ali verbreitet. Durch die Verbreitung des Islam entstanden für ihn sehr große gefahren. , ungläubige Herrscher schlossen sich dem Islam an. Das Anschließen dieser Personen war nicht wegen dem Glauben, sondern wegen der Macht des Islam. Die Herscher wollten am Islamischen Reich teilhaben, dies könnten sie mit Gewalt nicht erreichen, denn der Islam war unbesiegbar. Die Machtsucht der Araber ist schuld an der, durch Gewalt geprägten Geschichte des Islam. An der einen Seite waren die Angehörigen des Ehlibeyit (Familie des Propheten), andererseits waren die von Habgier befallenen Herscher. Die Geschichte des Islam wurde zwischen diesen Fronten ausgeformt. Auch wenn Jahrhunderte vergangen sind, gibt es diese Fronten heute immer noch. Die Unterdrückung und Missachtung des Ehlibeyit findet statt.

Eine Herrschaft bringt Tyrannei mit sich. Daher erlitten/ erleiden die Aleviten Tragödien. Aleviten erreichten –außer einer kleinen Ausnahme- niemals die Herrschaft. Vielleicht wollten sie dies erreichen, um ihr Glauben ausüben zu dürfen. Was immer auch die Gründe sein mögen, wurde/ wird auf die Aleviten Gewalt ausgeübt, sie haben zahlreiche Aufstände gemacht. Die Menschheit ist Zeuge für die ungerechten Taten der Machthaber, sie haben sich dennoch gegen Herrscher wie den Osmanen gestellt. Wenn man nicht in die Vergangenheit zurück denkt und sich mit der Gegenwart beschäftigt, stellt man fest dass, die Aleviten heute immer noch täglich, wegen ihrer Konzession, mit Ungerechtigkeiten konfrontiert werden und Ermordungen finden statt. Die jüngsten Beispiele für Aleviten Verfolgungen und Ermordungen fanden in Maras, Corum, Sivas und in Gazi (in der Türkei) statt. Es herrscht ein großer unbegründbarer Hass den Aleviten gegenüber. Diese Ermordungen und Verfolgungen, die Teils in den 90-er Jahren(!) stattgefunden haben, belegen diesen Hass. Heutzutage existiert ein Alevitentum, der von Vielen versucht wird vernichtet zu werden. Das Alevitentum existiert und kann niemals vernichtet werden, auch wenn man versucht Aleviten zu sunnitiesieren, wird es denjenigen niemals gelingen. Diese Sunnitisierungen sind meist Zwangssunnitisierungen. Zwangssunnitisierungen werden leider auf die Aleviten ausgeübt. Beispielsweise müssen alevitische Schulkinder in der Türkei am sunnitischen Religionsunterricht teilnehmen! Man darf keine Vereine gründen, die nachdem Wort Alevitentum und dem verwandten Wörtern genannt worden sind! Der Staat hat ein Ministerium für Religion gegründet, was er „Diyanet“ nennt. Dieses Ministerium fügt über 90.000 Beamte, keines dieser Beamten ist alevitischen Glaubens! Obwohl in der Türkei mehr als 23Mio. Aleviten leben. Diese Aleviten haben die türkische Staatsangehörigkeit, also zahlen sie dem „laizistischen“ Staat Steuern. Die Steuern der Aleviten kassieren sie ein, aber wenn Aleviten Anerkennung fordern, dann heißt es, es würde kein Alevitentum existieren, es wäre frei erfunden, es wäre Humbug. Wie kann man noch eine Anerkennung weigern, nach so vielen Verfolgungen, Ermordungen, Ungerechtigkeiten Menschen gegenüber, die nur ihr Glauben ausüben möchten? Verdient nicht jedes Individuum, jeder Glaube Respekt? Niemand hat das Recht dies zu weigern.

Die Menschheit verlangt im neuen Jahrtausend ein friedliches Leben zwischen den Kulturen. Dafür entstehen Dialoge. Der Papst hat sich für die Fehler der katholischen Kirchen entschuldigt. Sich zu Entschuldigen ist ein sehr wichtiges und schönes Verhalten. Durch das Entschuldigen entsteht eine friedliche Atmosphäre eine Rache findet nicht statt.

Die Aleviten wurden/ werden Verfolgt, Ermordet verfassungsunwürdig behandelt. Die Zeit ist gekommen, diesen Ungerechtigkeiten ein Ende zugeben! Sunniten sollen für die Unterdrückung der Aleviten, sich von den Aleviten entschuldigen! Aleviten und Sunniten sind Geschwister. Leider kann der Mensch sich seine Geschwister nicht selbst aussuchen. Dies gilt auch in der Religion. Der sunnitische Religionsbruder weigert die Anerkennung seines alevitischen Bruders. Der sunnitische Bruder tötet seinen alevitischen Bruder, entzieht ihm seine Rechte. Dies gehört keiner Brüderlichkeit an. Der sunnitische Bruder muss sich entschuldigen, er muss auf Verzeihung bitten. Er ist Schuldig. Ob der Alevitische Bruder ihm Verzeiht, wird der alevitische Bruder entscheiden, denn die Aleviten tragen keine Schuld.

Wenn man sich nach einer friedlichen Atmosphäre sehnt, sollte man als Erstes dem Alevitentum Anerkennung geben.

Hac¥i Bekta¥s Veli

Einer der wichtigen Geistigen (Pir) der anatolischen Aleviten ist Hac¥i Bekta¥s Veli. Er wurde um 1210 in Nisapur geboren und um 1270 verstarb dieser in Nevsehir

Hac¥i Bekta¥s Veli hatte den Auftrag das Alevitentum in Anatolien zu verbreiten. Er erhielt in seiner Jugend von verschiedenen Lehrmeistern eine ausgezeichnete Bildung über die mystische Seite des Islams.

Er fand im Anatolien mit seiner außergewöhnlichen Menschenliebe, Toleranz, Weisheit und Wunderkraft viele Anhänger und gewann in ihren Herzen ein Platz der Unsterblichkeit. Er leistete den Menschen seelischen Beistand und zeigte ihnen Wege um ihr Leben zu verbessern.

Eins der Gründe, warum seine Lehre des Islams so viele Anhänger fand, ist, dass die Lehre die türkische Sprache zur Kultsprache machte. Ein weiterer Grund dafür ist, dass die ungewöhnliche Lehre des Geistigen die Sunna somit auch die Scharia unbeachtet lässt.

Die Philosophie und mystische Seite seiner Lehre wurde von Volkssängern weitergegeben. Zu den bekanntesten Dichtern und Sängern gehören Yunus Emre und Pir Sultan Abdal.

Die Chronik seines Lebensverlaufs ist der Menschheit sehr wichtig, jedoch nicht so sehr wie seine Erkenntnisse.

Viele Erkenntnisse des Hac¥i Bekta¥s Veli sind Heute noch erhalten. Einige aussagekräftige Erkenntnisse sind:

· „Unklar ist das Ende des Wegs, wenn die Wissenschaft nicht berücksichtigt wird.“

· „Gelobt sei der, der auf Unklarheiten Licht hält.“

· „ Schütze die Reinheit deiner Zunge, deiner Hand und deiner Lende“

· „Die Forschung ist eine unendliche Prüfung“

· „Vergisst niemals, dass sogar eure Feinde Menschen sind.“

· „Respektiere alle Kulturen, Religionen und Völker.“

· „Die Schönheit des Menschen, ist die seines Inneren.“

· „Was du suchst, findest du in dir.“

· „Vereinigt, großartig, kräftig sollen wir sein.“

Das alevitische Sittensystem ruht größten Teils auf folgende Wörter des Hac¥i Bekta¥s Veli: “Schütze die Reinheit deiner Zunge, deiner Hand und deiner Lende.“ Dies ist eine Erkenntnis des Hac¥i Bekta¥s Veli, wonach man heute noch sein Leben zu führen hat.

Pir Sultan Abdal

Pir Sultan Abdal ist einer der sieben erfolgreichen alevitischen Volkssängern, bzw. Volksdichtern. Er schützt heute immer noch, nicht nur mit seinem einzigartigen Charakter, sondern auch mit seiner Kunst, Revolutionärität seine Persönlichkeit.

Der Richtige Name des Pir Sultan Abdals ist Haydar. Er stammt aus Yemen ab. Seine Geburts- und Todesdaten kennt man nicht, aber man schätzt, dass er im 16. Jahrhundert gelebt hat.

Die wichtigste Besonderheit seines Charakters ist, dass er seine Meinung Folgen bewusst getragen hat, ohne die Meinung durch Furcht zu ändern.

Man deutet aus seinen populären Gedichten heraus, dass er eine sehr große Persönlichkeit hatte. Er war nicht „nur“ ein Dichter, er war, politisch betrachtet, gleichzeitig Sprecher und Führer seines Volkes. Das osmanische Reich wusste von der Liebe seiner Anhänger. Das Reich sah diese Liebe als Gefährlich und verurteilte ihn mit der Todesstrafe. Jedoch hat das osmanische Reich mit seiner Erhängung ihn nicht vernichtet, sondern ihn in den Herzen seines Volkes unsterblich gemacht.

Pir Sultan Abdal hat in seinen Gedichten das Alevitentum und die Liebe an seine Vorfahren thematisiert. Diese Vorfahren sind an erster Stelle Mohammed, Ali, die 12 Imame, Haci Bektas Veli. Pir Sultan Abdal. Er berichtet in seinen Gedichten, dass das Leiden seines Volkes nur mit einer Revolution ein Ende finden kann. Im 16. Jahrhundert litt man in Anatolien unter dem osmanischen Reich. Das Reich verlangte vom Volk sehr hohe Steuern und unterdrückte es mit Gewalt. Wegen diesem Verhalten des Reiches fanden im Reich zahlreiche Aufstände statt. Die Aufstände gefährdeten das habgierige, machtsüchtige Reich. Das Reich unternahm gegen die Aufstände Kämpfe, bei denen unschuldige, unterdrückte Menschen starben. Pir Sultan Abdal reiste durch Anatolien, um ein Bürgeraufstand zu organisieren. Er wollte nicht nur die Aleviten an seine Seite kriegen, sondern jeden Bürger des Reiches, der durch das ungerechte System des Reiches litt. Eins seiner Propaganda Mittel war seine Dichtung, die von der Brüderlichkeit, Gerechtigkeit im Alevitentum handelt. Pir Sultan Abdal herrschte über ein sehr umfangreiches Wissen über das Alevitentum. Seine Gedichte reflektieren sein Wissen. Er lebte und verbreitete seine Religion. Das Alevitentum fordert von den Aleviten gegen Ungerechtigkeiten und Unterdrückungen sich zu wehren. All dies hat Pir Sultan Abdal gemacht bzw. hat all dies, sein damit verbundenes Verhalten, seine Einzigartigkeit ausgemacht. Er wurde von dem Pascha Hizir (Hinzir) zu Tode verurteilt. Pir Sultan Abdal ist einer der Helden des Alevitentums, denn er hat unterdrückte Mitbürger verteidigt, gegen den osmanischen Reich gekämpft, dadurch hat sein Leben ein ehrenvolles Ende gefunden.

Durch ihn hat eine Tradition angefangen. Die Tradition ein ehrlicher Mensch zu sein. Diese Tradition und seine Perspektive sind der Menschheit viel an Bedeutung.

Hz. Ali

Hz. Ali wurde am 21. März 598 geboren. Am 24. Januar 661 wurde er von Ibn Mülcem durch ein giftiges Messer ermordet.

Hz. Ali ist Mohammeds Cousin. Mohammed hat ihn erzogen. Er ist der erste Mensch, der den Islam als Religion anerkannt hat. Er ist auch der Schwiegersohn des Propheten, somit der Fortführer der Prophetenfamilie, des Ehlibeyit.

Hz. Ali, der erste Moslem, hat lebenslang für den Islam gearbeitet. Er wurde niemals mit einer Kriegsniederlage konfrontiert, denn er verfügte über eine „übermenschliche“ Kriegskraft.

Niemand verfügt über soviel Weisheit, Tapferkeit, Mut, Opferbereitschaft und Hilfsbereitschaft wie er. Tyrannen haben sich vor ihn sowohl zu seiner Lebenszeit, als auch nach seinem Tod gefürchtet. Er ist der Freund der Unterdrückten (gewesen). Götzendiener, die den Islam wegen seinem Reichtum als Glaube anerkannt hatten, versuchten Ali niederzumachen. Da Ali unbesiegbar war, genossen sie niemals Alis Niederlage, deshalb setzten sie ihre Tyrannei auf dem Ehlibeyit fort. Diese Machtbesessenen, tyrannischen Götzendiener waren Ebu Süfyan, Muawiya, Mervan, Yezid. Sie hatten alle nur ein Ziel, den Ehlibeyit zu vernichten. Sie haben alle 12 Imame, darunter auch Hz. Ali, ermordet. Keiner der 12 Imame starb an einem natürlichen Tod. Die Tyrannei, unter der der Ehlibeyit litt, war gegenüber Mohammed und dem Islam. Die Tyrannen selbst waren Befehlshaber über dem islamischen Reich. Sobald Mohammed starb, wurden diese Götzendiener zu Herrschern. Ihre Grausamkeit wuchs von Tag zu Tag, angefangen von Ebubekir, fortgeführt von Yezid bis hin zu dem Osmanischen Sultan, Yavuz Sultan Selim. Bis hin zur Gegenwart litten/ leiden Menschen unter ihren unberechenbaren Grausamkeiten. Über diese Taten gibt es viel zu berichten. Obwohl Jahrhunderte vergangen sind tragen sie eine Aktualität, denn Jahrhunderte sind nur im Bezug auf den Anfang der Tyranneien vergangen. Die Verfolgungen, Ermordungen, Unterdrückungen dauern heute noch an. Die Mission der Befehlshaber wurde prachtvoll ihren Nachfolger weitergegeben. Ihre Mission hat heute vielmehr an Scheinheiligkeit und Boshaftigkeit gewonnen. Zuerst hat man die 12 Imame ermordet, jetzt wird in Gebeten den 12 Imamen Dankbarkeit geschenkt. Womit außer als Scheinheiligkeit kann man dieses Verhalten noch abwerten? Leider fanden in der Islamischen Geschichte diese Tyranneien unter anderem statt. Diese Tyranneien prägen den Islam heute noch.

Führen wir mit dem Kennen lernen des Ali fort.

Der Islam wuchs unter Alis tapferem Kampf. Der Islam gewann immer mehr Anhänger. Die Moslems waren auch finanziell sehr Erfolgreich. Die Erfolge des Islam brachten viele Gefahren mit sich. So kannten Götzendiener den Islam als Glauben an. Diese Götzendiener entschieden sich auf gar keinem Fall für den Islam wegen seiner Lehre, sondern sie wollten Teil an dem Erfolg des Islam erhalten.

Sie fingen mit ihren Schandtaten während Mohammeds Lebenszeiten an. Nachdem Mohammed diese Welt verlies, wurden ihre Schandtaten unberechenbarer. Sie bildeten eine Front gegenüber Ali, somit Mohammed.

Als eine wachsende Religion verstaatlichte sich der Islam. Führer des Islam war der Kalif. Der Kalif regiert über die Moslems sowohl in religiösen Bereichen, als auch in politischen Bereichen des Lebens. Der Kalif hat eine sehr wichtige Position. Mohammed wollte, dass nach seinem Tod Ali Kalif werden sollte. Niemand widersprach dem Propheten. Aber kurz nach dem Tod des Propheten hatten die Götzendiener den Wunsch des Propheten missachtet und den Kalifen gewählt. Während Ali sich um die Beerdigung des Propheten kümmerte, wählten diese Machtbesessenen Götzendiener den Kalifen. Ali ist ein einzigartiger Mensch, er hätte sein Amt, den Kalifat, ehrenvoll ausgeübt. Er ist der erste Moslem, er hat lebenslang für den Islam gearbeitet, er hat für die Ausbreitung des Islam gesorgt. Seine Weißheit, Tapferkeit, Hilfsbereitschaft und Opferbereitschaft ist von niemandem zu übertreffen. Außerdem führt der Stamm des Propheten durch ihn fort.

Mohammed hat folgendes über Ali gesagt:
„Ich bin die Festung der Wissenschaft, Ali ist ihr Eingang.“
„Wer Ali nicht liebt, liebt mich nicht.“
„Derjenige, der Ali missachtet, missachtet mich.“

Es gibt noch viele weitere Beispiele für die Beziehung zwischen Ali und Mohammed. Jeder Moslem kennt die Beziehung zwischen den Beiden an. Im heutigen Sunnitentum wird die Liebe zwischen Ali und Mohammed anerkannt. Jedoch werden Tatsachen über Ali und dem Ehlibeyit verdeckt, denn die Mehrheit ist von Habsucht und Intrige geprägt. Wenn sie die Unterdrückungen der Prophetenfamilie an das Tageslicht bringen würden, würden sie die Tyranneien ihrer Vorfahren belegen. Dies ist politisch in der Sunnitisch-Islamischen Welt unmöglich.

Die Informationen, die wir ihnen bis jetzt gegeben haben, sind Allgemeine Informationen. Wir Aleviten haben unsere eigenen charakteristischen Meinungen über Alis Person. Wir werden unsere eigenen Meinungen zu Ali natürlich auch zur Sprache bringen.

Ali hat sich nicht gegen die Kalifenwahl gewehrt: Obwohl er gegen diejenigen, die den Kalifen gewählt hatten, hätte antreten können, hat er dies nicht gemacht. Eine Auseinandersetzung hätte dem damals einheitlichen Islam viele Schäden gebracht. Er hat Ebubekirs Kalifat akzeptiert. Seine Anhänger lehrte er die Vergänglichkeit von Macht und Reichtum. Aber diese Götzendiener, die nun Befehlshaber über dem Islam waren, waren nicht mehr mit Reichtum und Macht zufrieden. Sie formten den Islam nach ihren Gewinnen. Mohammed hatte nicht nur die Götzen vernichtet, sondern auch all ihre Traditionen. Die Befehlshaber brachten diese alten Traditionen aus der Götzenzeit zurück und meinten, dass diese Traditionen dem Islam angehören würden. Mohammed hatte all die ungerechten Traditionen der Götzendiener vernichtet, hierbei spielte Ali eine sehr bedeutenswerte Rolle. Ali legte all diese Traditionen aus. Ali erledigte diese Aufgabe, wie all seine anderen Aufgaben, ausgezeichnet. Die Befehlshaber konfrontierten Ali mit Schwierigkeiten, um zu gewinnen. Ali besiegte diese Schwierigkeiten problemlos.

Ali war geduldig, geduldiger als jeder andere Mensch. Ali setzte sein Kampf mit einer viel größeren Entschlossenheit fort, seine Entschlossenheit und Zielstrebigkeit machten die Tyrannen verrückt.

Nachdem Tod Ebubekirs wurde Ömer zum Kalifen gewählt. Ali hätte gegen diese ungerechte Wahl antreten können, hat er aber nicht. Er war unbesiegbar. Niemand hat ihn je besiegt. Er hat sich nicht vor den Kalifen gefürchtet. Er wollte keine Teilung im Islam verursachen, daher schwieg er. Mohammed wollte, dass Ali Kalif werden sollte. Natürlich hätte Ali dieses hochwertige Amt ehrenvoll ausüben gewollt, nicht nur um den Wunsch Mohammeds zu erfüllen, sondern um den Islam so weiterzugeben wie er ist.

Nachdem Ömer starb wurde Osman zum Kalifen. Ali war geduldig, seine Geduld war seine größte Waffe. Unter den Befehlshabern entstanden Uneinstimmigkeiten. Diese Uneinstimmigkeiten wuchsen schnell zu Auseinandersetzungen, so dass sie Osman ermordet haben. Osman wurde von den Machtbesessenen Tyrannen ermordet, von denen, die ihn zum Kalifen gewählt hatten. Nach dem Tod Osmans wurde Ali endlich, zwar viel zu spät, zum Kalifen gewählt. Die Befehlshaber, die minderwertigen Götzendiener, mussten Alis Kalifat akzeptieren.

Über Alis Kalifat könnte man mehrere Geschichtsbücher schreiben, denn während Alis Kalifat geschahen den Islam sehr stark prägende Ereignisse.

Ali wurde endlich zum Kalifen gewählt, aber die Tyrannen gönnten Ali sein verdientes Kalifat auf gar keinem Fall. Ali war damit beschäftigt, die Fehler der Kalifen zu wiedergutmachen. Ali versuchte den veränderten Islam wieder in seine eigentliche unveränderte Form zu bringen. Währendessen planten die Tyrannen Alis Tod. Am 24. Januar 661 tötete Ibn Mülcem Ali mit einem giftigen Messer.

Mit Alis Tod fing ein blutiges Kapitel der islamischen Geschichte an. Seitdem werden Alis Anhänger mit unmenschlichen Tyranneien konfrontiert. Die Tyranneien werden einzigartig, wie eine prachtvolle Kultur, den Nachfolgern der Tyrannen weitergegeben. Diese Nachfolger üben ihr Amt sehr professionell aus. Die Tyranneien finden heute noch statt. Ja sie finden statt. Heute, in der Gegenwart, in der Menschen das Weltall forschen, die Wissenschaft ihren Höhepunkt erreicht hat, töten Menschen Menschen nur wegen ihrem Glauben. Getötet, verfolgt werden Menschen, die Alis Anhänger sind, somit ein Teil des Islam sind. Die Tötenden Menschen sind die, die sich als (sunnitisch-orthodoxe) Moslems bezeichnen und seit 1400 Jahren die Anhänger Alis, somit die Anhänger Mohammeds, töten, verfolgen.

Die 12 Imame

Die Aleviten sind der Meinung, dass, nachdem Tod des Mohammeds, einer aus seiner Familie, aus dem Ehlibeyt, Kalif werden sollte. Sie belegen die Richtigkeit ihrer Meinung mit der Azhap Sure im 33. Kapitel des Korans. Diese Sure lautet: „Erhört mich, Ehlibeyt! Gott wünscht euch, dass jede Art von Ungerechtigkeit, Unreinheit und Sünde mit euch nicht begegnet und wünscht euch eine reine Seele.“ Die Bedeutung dieser Sure lautet, dass diese Familienangehörigen von Geburt aus eine reine Seele haben. Daraus lässt sich schließen, dass diese Menschen eigentlich Kalif werden sollten. Wie bereits erwähnt ist der Ehlibeyt die Familie bzw. der Stamm des Mohammeds. Der Stamm des Ehlibeyt fängt bei Ali, dem Schwiegersohn und Cousin des Mohammeds, an. Dadurch hatten Ali und seine Söhne Recht darauf Kalif zu werden.

Leider hatten (und haben es heute immer noch!) die sunnitischen Moslems weder eine Liebe noch Respekt diesen Menschen gegenüber, ganz im Gegenteil wurden (werden) sie von den sunnitischen Moslems verfolgt und ermordet. Dieser Hass dauert heute noch. Der Hass hat sich so ausgeformt, dass zuerst Ali danach sukzessiv dieser Stamm verfolgt und ermordet worden ist (worden wird). Alle Imame, außer dem 12. Imam Mehdi, wurden meist vergiftet. Keiner der 12 Imame starben an einem natürlichen Tod.

Die 12 Imame sind den Aleviten sehr wichtig. Sie belegen ihre Liebe an die Imame in ihren Gebeten. Kurz ausgedrückt sind die 12 Imame ein Meilenstein im Alevitentum. Die Aleviten glauben daran, dass der 12. Imam, Imam Mehdi, irgend wann, um ihnen zu helfen, kommen wird.

Die 12 Imame heißen:

Ali

Imam Hasan

Imam Hüseyin

Zeynel Abidin

Mohammed Bakir

Caffer Sadik

Musai Kazim

Ali Riza

Mohammed Taki

Ali Naki

Hasan Askeri

12.Mohammed Mehdi

Kerbela

Nach der Ermordung Alis wurde Muawiya Kalif und Alleinherrscher. Er ist der Ausformer des frühen Islams. Wegen ihm zogen die Enkelkinder Mohammeds Hasan und Hüseyin nach Medina zurück. Sie versprachen Muawiya politisch nicht mehr aktiv zu sein, dies genügte ihm. So lebten Hasan und Hüseyin bis 670n. Chr. Hasan starb. Kurz nach dem Tod des Hasan starb auch Muawiya. Sein Sohn Yasid kam an die Macht und vergrößerte sein Reich sehr schnell. Muawiya reichte die politische Nichtaktivität Hasans und Hüseyins, Yasid jedoch verlangte von Hüseyin Treueid zuleisten. Obwohl Hüseyin wusste, dass das Ablehnen Yasids Verlangens ihm Schwierigkeiten bringen würde, lehnte er Yasids Wunsch ab. Nun musste Hüseyin fort, er zog mit seinem 100 köpfigen Gefolge nach Kufa. Die Kufaner wollten ihn schützen, da sie Schiiten waren. Aber als Hüseyin in Kufa ankam, hatten die Kufaner längst ihre Meinung geändert und ließen Hüseyin nicht in die Stadt. Die Kufaner hatten ihn und sein Gefolge sogar angegriffen. Hüseyin konnte von Kufa aus nicht zurück nach Medina, weil die Macht Yasids sich viel stärker ausgedehnt hatte. Hüseyin entschied sich in den Norden zu fliehen. Yasid hatte nun auch die Kufaner völlig unter seiner Herschafft. Er befahl ihnen Hüseyin im Norden einzuschließen. Im Norden, eingeschlossen durch einen 4000 köpfigen Trupp von Kufaner, wollte man von Hüseyin sein vollständiges Aufgeben. Hüseyin jedoch, die Folgen wissend, lehnte dies ab. Durch einen Befehl des Yasids wurde Hüseyins 70 köpfige männliche Begleitung von den Kufanern getötet. Tagelang verdursteten Hüseyin und sein Gefolge in der Wüste zur Kerbela im heutigen Irak. Während sie in der Wüste verdursteten, unter dem Gefolge auch Frauen und Kinder, wurden sie nochmals angegriffen. Als ein Sohn Hüseyins mit einem Pfeil ermordet wurde, fiel Hüseyin aus mehreren Wunden blutend zu Boden. Die einzigen überlebenden der Tragödie waren der 24 jährige Seynelabidin, Sohn des Hüseyin, mit einigen Frauen und Kindern. Ali, der Vater des Hüseyin, wusste, als er noch lebte, von der Tragödie. Die Sprüche des Ali wurden von Serif Murtaza zusammengefasst. Laut Serif Murtaza hat Ali folgendes über die Tragödie in Kerbela gesagt: ?Als ob ich mit mir wäre und mit meinen Nachfolgern, als ob ich in Kerbela wäre, als ob ich an der Kriegsfront wäre.? Die Spuren dieser unmenschlichen Verfolgung tragen die Aleviten bis heute noch in ihrer Seele. Sie fasten im Monat ?Muharrem? (der islamische Monat indem dies geschehen ist) 12 Tage aus Trauer und als Zeichen der Erinnerung an die Tragödie. Da Hüseyin mit seinem Gefolge in der Wüste zur Kerbela verdurstet ist, trinken Aleviten während ihrer Fastenszeit kein reines Wasser.

Ende des Auszuges


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