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clemens clemens clemens
Referat

TitelApartheid 
Anzahl Worte6232 
SpracheDeutsch 
ArtFachbereichsarbeit 
SchlagworteRassentrennung, Südafrika, Schwarze, Mandela, Getthos, Isolierung, Aufstand, 
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APARTHEID
Rassentrennung in Südafrika



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Geschichte / Staatslehre: Individuelle Vertiefungsarbeit (IVA)

Berufsmaturitätsschule Thun


Verfasser:

Flavio Fiori


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1. Einleitung

Die Geschichte Südafrikas ist die Geschichte eines Kampfes um Land und politische Macht.
Im Rahmen meiner Projektarbeit habe ich mich diesem Thema gewidmet, da für mich Konflikte zwischen schwarzen und weissen Menschen schon immer von grossem Interesse waren und anderseits bin ich der Ansicht, dass viele Menschen nicht viel von den Ereignissen während der Zeit des Apartheidregimes wissen.
In der folgenden Dokumentation konzentriere ich mich auf folgende Teilbereiche:




Es war nicht einfach mich bei so einem umfassenden Thema nur auf einige Bereiche zu beschränken. Aus Zeitgründen konzentrierte ich mich auf Teilbereiche, die meines Erachtens wichtig und wissenswert sind.
Meine Dokumentation soll Ihnen das Thema „Apartheid“ näher bringen und Sie über deren Auswirkungen und Folgen informieren.



Der Schreiber

Flavio Fior

2. Südafrika

2.1 Geschichtliche Eckdaten[1]


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Die ersten Menschen in Südafrika waren Nomaden, später wurden einige von ihnen als Bauern sesshaft. Sie lebten Jahrhunderte lang als Bauern und betrieben Ackerbau.

Obwohl die Portugiesen als erste das Kap der guten Hoffnung umsegelten, waren die Niederländer die Ersten, die sich am Kap niederliessen. Unter der Führung von Jan van Riebeeck landeten sie im Jahre 1652 in der Tafelbucht. Am 6. April desselben Jahres wurde Kapstadt als Versorgungsstützpunkt für die niederländische Ostindien-Kompanie gegründet. Mit der Zeit drängten die niederländischen Siedler ins Landesinnere um Landwirtschaft zu betreiben, wo die „Buren“ schon bald Konflikte mit den dort lebenden afrikanischen Völkern hatten. Im Jahre 1795 traten die Niederländer das Kap an die Briten ab.
Die Unzufriedenheit der Buren mit der Politik der Briten nahm ein Mass an, das die Buren veranlasste, in einer Massenwanderung, dem „Burentreck“, in Richtung Norden zu ziehen um der Bevormundung der Briten zu entkommen. Dort gründen sie die Burenrepublik Transvaal.
Immer wieder gab es Konflikte zwischen Buren und Briten und auch zwischen Buren und den schwarzen Stämmen. Ende 1900 wurden die Buren von den Engländern endgültig besiegt. Viele Afrikaaner und Schwarze sind in den britischen Konzentrationslagern gestorben. Die Buren wurden, wie die Schwarzen, britische Untertanen.


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Das Land hat eine kulturell und ethnisch vielfältige Bevölkerung. Es ist die Heimat vieler Stämme von Ureinwohnern, von niederländischen, deutschen, französischen, asiatischen und englischen Einwanderern und deren Nachfahren. In Südafrika gibt es elf offizielle Landessprachen. Der soziale Aufbau ist ebenfalls sehr vielschichtig. Es ist ein multikulturelles Land, obwohl immer noch die Spuren der Apartheid zu finden sind und die Bevölkerungsgruppen häufig getrennt leben.
Die Hälfte der 46-Millionen-Bevölkerung lebt in und um die Metropolen, von denen Kapstadt, Johannesburg, Durban und Pretoria die grössten Ballungszentren sind. Viele arme schwarze wohnen in den um die Städte verteilten Armutsvierteln. Die weisse Oberschicht hingegen wohnt in luxuriösen Villen oder Wohnvierteln, sie sind meistens Nachkommen der Kolonialisten oder europäische Auswanderer.
In Südafrika vermischt sich die Hochentwicklung der Ersten Welt mit der Unterentwicklung der Dritten Welt. Einerseits hat Südafrika immense Naturreserven, Hochtechnologien und fortschrittliche Industrie- und Wirtschaftsstrukturen. Anderseits ist ein Grosser Teil der schwarzafrikanischen Bevölkerung sehr schlecht ausgebildet, und es mangelt an Arbeitsplätzen und Dienstleistungen für die schnell wachsende Bevölkerung. Die Armutsspirale erscheint im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten nicht sehr beängstigend, dennoch ist sie real und bedroht die Stabilität. Die meisten Menschen sind sich einig, Südafrikas Reichtum gleichmässiger zu verteilen und die Kluft zwischen arm und reich zu verringern. Es gibt viele verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten, jedoch konnte sich noch keine dieser Möglichkeiten durchsetzten.





3. Apartheid

3.1 Begriffliche Definition[2]

Mit der National Party (NP) kam auch die Apartheid (Apartheid ist eine Übersetzung des englischen Wortes segregation, zu Deutsch "Rassentrennung, ins Afrikaans). In der Theorie forderte die Apartheid eine vollständige Trennung der verschiedenen Rassen. Jede Rasse sollte die Möglichkeit haben sich zu entwickeln und eine eigene Form der Zivilisation zu finden. Dies war das eine Grundprinzip der Apartheid, die getrennte Entwicklung. Das andere Grundprinzip war die Gleichwertigkeit der Rassen unter einer weissen "Vormundschaft". Diesem Grundsatz zur Folge seien alle Rassen absolut gleichwertig, müssten jedoch von der weissen Rasse langsam an die Zivilisation herangeführt werden und zivilisiert werden. Mit einer "Zivilisation" der Nichtweissen hätte irgendwann in der Zukunft zwar die weisse Vormundschaft geendet, aber die Rassentrennung unter dann gleichwertigen Partnern wäre bestehen geblieben. Die konsequente Anwendung der Apartheid hätte bedeutet, dass die Schwarzen und die anderen Nichtweissen nicht mehr hätten in den Bergwerken und in den Fabriken der Weissen arbeiten dürfen. Dies wurde natürlich nicht verwirklicht, denn das hätte den Zusammenbruch der ganzen Wirtschaft bedeutet. Ebenfalls besagte die Theorie der Apartheid, dass alle Rassen gleiche Förderung erhalten müssten. Dies hätte die Abschaffung der Privilegien der Weissen bedeutet. Die Praxis war demzufolge also noch viel rassistischer als die Theorie. Die Gesetzte legten fest, wo Angehörige jeder Gruppe leben konnten, welche Arbeiten sie verrichten durften und welche Ausbildung sie erhalten konnten. Gesetzte verboten den Kontakt zwischen den verschiedenen Gruppen, erlaubten die Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen. Jegliches Mitbestimmungsrecht der nicht weissen Gruppen in der Regierung wurde unterdrückt. Leute, die sich in der Öffentlichkeit gegen die Apartheid auflehnten wurden als Kommunisten bezeichnet und die Regierung verabschiedete eine strikte Gesetzgebung zur inneren Sicherheitspolitik, welche Südafrika zu einem Polizeistaat verwandelte.

3.2 Südafrika vor der Apartheid 1910-1948

Die ersten 40 Jahre nach der Gründung der Südafrikanischen Union waren von der wirtschaftlichen und politischen Dominanz der englisch sprechenden Minenbesitzer und dem Beginn der Diskriminierung der schwarzen und farbigen Bevölkerung geprägt. Durch verschiedene Gesetze wurden die Rechte der Schwarzen und Farbigen deutlich eingeschränkt.

3.2.1 Die südafrikanische Union, der Staat der weissen Siedler[3]

Nach dem „Südafrikanischen Krieg“ waren die Buren voller Stolz und als Volk geeint wie nie zuvor, materiell waren sie aber vernichtend geschlagen. Da viele Haus und Land verloren hatten, zogen sie in die Städte um dort Arbeit zu suchen – und trafen dort auf Konkurrenz der billigen schwarzen Arbeitskräfte. Den Anforderungen des industriellen Zeitalters waren beide Gruppen nicht gewachsen (fehlende Ausbildung), doch die Buren hatten einen entscheidenden Vorteil: ihre weisse Haut, und daraus folgend, ihr Wahlrecht.
Die Briten gaben, unter internationalem Druck, den britischen Republiken (Transvaal und Oranje Freistaat) ihre Eigenständigkeit zurück. 1910 schlossen sich diese mit den beiden englischen Kolonien (Kap und Natal) zur Südafrikanischen Union zusammen.
Die Schwarzen hofften auf mehr Bürgerrechte (wie sie in den Britischen Kolonien zum Teil gewährt worden waren), doch die Verfassung der Union schloss alle Nichtweissen von der aktiven Teilnahme an der Politik aus. Die Politik der neuen Regierung, in der die beiden weissen Gruppen ausgeglichen vertreten waren, fand nicht die Zustimmung der radikalen Buren. Und so wurde 1914 durch den burischen Kriegsgeneral J.B.M Hertzog die National Party ins leben gerufen, sie sollte sich besonders um das „nationale Wohl“ der Buren kümmern. Ab 1914 tat sie das in wechselnder Formation als Regierungspartei. Eine wachsende Zahl von Staatsbetrieben schufen Jobs für die Weissen. Mit Gesetzen wurden alle qualifizierten Arbeitsplätze für Weisse reserviert; Schwarze durften nur Hilfsarbeiten verrichten.
Auch verschärften sie die Ausweisvorschriften, schränkten nicht nur die Bewegungsfreiheit sondern auch die freie Wahl des Arbeitsplatzes. Jeder Schwarze musste den Pass jederzeit mit sich führen; ansonsten drohten Gefängnis- und Geldstrafe oder Ausweisung. Bis zu ihrer Abschaffung blieben die Passgesetzte eines der am meisten gehassten Unterdrückungsmittel.
Ab 1913 war Südafrika offiziell ein Land für Weisse. Die Rassentrennung zum Vorteil der Weissen war also Realität lange bevor die Ära der „Apartheid“ begann. Sie wurde von den Buren und den Engländern praktiziert und den wechselnden Verhältnissen angepasst. Eine verhängnisvolle ideologische Bestätigung bekamen die Buren vom aufstrebenden Nationalsozialismus in Deutschland. In den dreissiger Jahren studierten zahlreiche spätere Apartheidführer in Berlin oder München.

3.2.2 Politischer Widerstand und die Gesetzte der Unterdrückung[4]

Der Natal Indian Congress (NIC) wurde im Jahre 1894 durch den jungen Rechtsanwalt Mohandas („Mahatma“) Ghandi gegründet, er kämpfte mit Mitteln des friedlichen Protests Zuzugsbeschränkungen und wirtschaftliche Benachteiligung der Inder. Im Jahre 1923 entstand schliesslich der South African Indian Congress (SAIC), durch den Zusammenschluss mehrere indischer Organisationen.
Der African National Congress (ANC) ging im Jahre 1925 aus dem im Jahre 1912 gegründeten South Africa Natives National Congress (SANNC) hervor. Die Führer des ANC glaubten durch Petitionen und Verhandlungen ihre Ziele erreichen zu können. Doch keine Organisation vermochte der weissen Regierung viel entgegen zu setzen. Trotz mehrfacher Versuche fanden die nicht-weissen Gruppen zu keiner einheitlichen Organisation zusammen. So setzen die Weissen ihre Politik fort und erliessen neue Gesetze. Die Gesetzgebungen wurden in vier Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe von Gesetzen verbot Nichtweissen den Besitz von Grund und Boden. Im Jahre 1913 wurden der schwarzen Bevölkerung 7,3% des südafrikanischen Gebietes als Reservate zugeteilt und überliess der weissen Minderheit mehr als 90% des Landes. Die zweite Gruppe von Gesetzen schränkte die Rechte der Nicht-Weissen hinsichtlich beruflicher Tätigkeit ein. Und die dritte Gruppe von Gesetzen schränkte die politische Tätigkeit der Nicht-Weissen ein. Die vierte Gruppe war die umfangreichste, sie beinhaltete jene Gesetze, die die persönliche Freiheit einschränkten. Dazu gehörten die Passgesetze, die Ausweisung, Einwanderverbot, Reiserestriktionen, soziale Kontrolle oder Deportation betrafen. Diese gesetzlichen Massnahmen machten zusammen mit einem eigenen Erziehungssystem der Weissen die Grundlage des Apartheidsystems aus, wie es nach 1948 verfeinert und verstärkt ausgebildet wurde.

3.2.3 Von der Union zur Republik[5]

In Südafrika begann Ende der 30er Jahre eine besonders gute wirtschaftliche Entwicklung. Diese Entwicklung brachte neue Arbeitsplätze und grosse Teile der Bevölkerung zogen in die Städte. In den Städten bot sich ein trauriges Bild. In den durchschnittlichen bis luxuriösen Häusern wohnten die Weissen, getrennt davon waren die schwarzen Siedlungen, Bauten aus Lehm und Wellblech. Das Durchschnittseinkommen eines Weissen war zehnmal höher als das eines schwarzen Arbeiters. Bei den Wahlen im Jahre 1948 ging die National Party als Sieger hervor. Mit der Übernahme der Macht durch die National Party trat die Politik Südafrikas in die Apartheid ein.

3.3 Südafrika während der Apartheid[6]

3.3.1 Praxis der Apartheid

Mit der Durchsetzung der Apartheid beauftragte die Regierung Gerichte, Verwaltungen und Polizei. Die Apartheid unterteilte sich in zwei Aspekte: die „kleine Apartheid“ und die „grosse Apartheid“. Dabei standen zuerst die Rechtfertigung und die Perfektion der „kleinen Apartheid“ im Vordergrund, die das Alltagsleben Südafrikas schon seit langem geprägt hatte, aber erst nach 1948 als offizielle Norm formuliert wurde.
Die wichtigsten Aspekte der „kleinen Apartheid“ waren:


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Der gesamte Alltag der Nichtweissen wurde von der „kleinen Apartheid“ geprägt. Unmissverständliche Regelungen wurden durch Schilder erreicht.





Nur für Weisse - Für Nichtweisse und Hunde verboten! Strand von Muizenberg nahe Kapstadt 1985.
Die meisten öffentlichen Bereiche, wie Banken, Krankenhäuser usw., hatten zwei Eingänge, die durch Schilder gekennzeichnet waren.

3.3.2 Die „Homelands“ aus Bürgern Fremde machen[7]

Im Gegensatz zur „kleinen Apartheid“, versuchte die „grosse Apartheid“ die räumliche Trennung der Rassen im Grossen durchzusetzen. Hiervon betroffen waren zumeist die Schwarzen, da man sich bei ihnen auf ihre Stammesländer beziehen konnte. Die Farbigen waren ja eine künstlich vom politischen System geschaffene Gruppe und die Asiaten waren wie die Weissen eingewandert. Zur absoluten Trennung der Rassen wurden von den Weissen so genannte Homelands geschaffen, in denen die Schwarzen unabhängig von den Weissen leben sollten. Dorthin deportierte man nun die Schwarzen. Die Regierung zerstörte schwarze Siedlungen um die Schwarzen zur Umsiedlung zu zwingen. Die Weissen beschlossen 1959 die Förderung einer Art der schwarzen Selbstregierung. In diesen Gebieten mussten nun die Schwarzen mit einer eingeschränkten Selbstregierung leben. Durch die Überbevölkerung der Homelands herrschte dort meist Armut.
Mit diesem System wurden aber alle Schwarzen mit einem Schlage zu "Ausländern" in Südafrika, und konnten bequem bei Nichtbedarf in die Homelands abgeschoben werden. Südafrika selbst war nun ein "weisses" Land und sah das zunehmend von anderen afrikanischen Staaten geforderte Selbstbestimmungsrecht für die Schwarzen in der Union realisiert. Mit der Schaffung von unabhängigen schwarzen Staatsgebilden realisierten die Nationalen die Hauptpläne der Apartheid, nämlich die räumliche Trennung der Rassen und entledigten sich ganz der Verantwortung für die betroffenen Teile der Bevölkerung in den Homelands und den Townships. Von anderen Staaten, ausser Südafrika, wurden die Homelands nicht anerkannt.
In den geographisch und strukturell angenehmsten Teilen der Dörfer und Städte lagen die Wohngebiete der Weissen, auch „Europeans“ genannt. Die Apartheid war Ausdruck eines irrationalen Gefühls einer weissen, christlichen Überlegenheit gegenüber den heidnischen Schwarzen. Dieses Gefühl basierte auf einer tatsächlichen technisch-zivilisatorischen Überlegenheit. Um die Apartheid durchzusetzen war ein riesengrosser Staatsapparat notwendig. Es entstand ein richtiger Polizeistaat.

3.3.3 Gewalt und Gegengewalt[8]

Die Repression produzierte natürlich nicht Befriedigung, sondern immer heftigeren Widerstand, mehr Gewalt und schliesslich auch Gegengewalt. Im Jahre 1949 rief der ANC ein Aktionsprogramm gegen die Apartheidgesetzte ins Leben. Dieses Aktionsprogramm beinhaltete die gewaltlose „Kampagne des Widerstandes“ in Form von Boykotten, Demonstrationen und Aktionen zivilen Ungehorsams. Immer wieder liess die Regierung solche Proteste mit Gewalt auflösen. Doch der ANC hatte viele Anhänger die bei der Kampagne mitmachten. So kam es, dass die Regierung zur Niederschlagung des Protests den Ausnahmezustand verhängte und ANC und PAC verbot. Der Pan Africanist Congress (PAC) ist eine 1959 entstandene Abspaltung vom ANC durch ehemaligen Mitglieder, die mit der meist friedlichen und auf alle Rassen abzielende Politik des ANC nicht mehr einverstanden waren und eine radikalere, rein schwarze Organisation anstrebten.
Im Jahre 1961 beendete auch der ANC seine Geschichte der Gewaltlosigkeit und gründete - unter der Führung von Nelson Mandela – die Untergrundarmee Umkhonto we Sizwe (MK), Speer der Nation. Gewalt war der letzte Ausweg, nachdem alle legalen und gewaltlosen Mittel des Widerstands keine Wirkung gezeigt hatten. So verübte die Untergrundarmee Anschläge auf Institutionen der Regierung.
1962 wurde Mandela festgenommen und auch die anderen Mitglieder der Führungsgruppe und zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit war der schwarze politische Protest fast zehn Jahre lang tot, und die weisse Regierung genoss das so genannte „goldene Zeitalter der Apartheid“.
Doch Anfang der siebziger Jahre gründete der Student Steve Biko die Black Consciousness Movement. Die Black Consciousness (Schwarzes Bewusstsein) ist eine Bewegung der Schwarzen Südafrikas, die sich dank dem Wiedererwachen des Selbstbewusstseins in den 1960er-Jahren gegen das diskriminierende Apartheidsystem zu stellen begannen. Die Schwarzen verschiedenster Ethnien merkten, dass sie sich zusammenschliessen und sich mit gemeinsamen Aktionen gegen die Unterdrückung durch die Weissen wehren mussten. Jahrelang eiferten die Schwarzen den übermächtigen Weissen nach, deren Kultur ganz offensichtlich mächtiger war, als diejenigen der Schwarzen. Mit der Black Consciousness Bewegung besannen sich die Schwarzen wieder auf ihre eigenen Werte und verdammten die Kultur der Weissen.
Doch die Regierung trieb die Homelandpolitik weiter voran und 1976 brachte sie mit einer besonders unsinnigen Verfügung das Fass zum überlaufen: Statt in Englisch sollte der Schulunterricht in Zukunft in Afrikaans erteilt werden (das die Wenigsten, Schüler wie Lehrer, sprachen) – die ohnehin schlechte Ausbildung würde sich also verschlechtern. Die Reaktion war der Schüleraufstand in Soweto, gefolgt von ähnlichen Protesten im ganzen Land. Die Regierung schlug sie alle brutal nieder. Alle Black Consciousness Organisationen wurden verboten. Tausende junger Aktivisten sassen im Gefängnis und Steve Biko war tot, auf zunächst unerklärliche Weise im politischen Gewahrsam umgekommen.
Doch der Widerstand im Land formierte sich weiter, weisse Geschäfte wurden boykottiert, Abgaben nicht mehr bezahlt und riesige Demonstrationen wurden abgehalten. All dieser Widerstand sollte das Land unregierbar machen. Doch es blieb nicht nur bei Protesten, es passierte, wovor viele schon lange Angst hatten. Die ganze aufgestaute Wut über die jahrzehntelange Unterdrückung und Entwürdigung durch das Regime explodierte in einem rücksichtslosen und brutalen Kampf gegen das System. Eine unkontrollierbare Gewalt-„Kultur“ entstand, die zum Teil bis heute vorhanden ist und in Krisensituationen leicht aufflammt.
Die Regierung rief den Notstand aus und bekämpfte den Aufstand mit allen Mitteln. Die Regierung setzte Spezialeinheiten zur Bekämpfung der Widerstandsanführer ein. Viele von ihnen wurden gefoltert und getötet. Im ganzen Land herrschte Paranoia, auf beiden Seiten gab es nur noch Hass und Aussichtslosigkeit. Die Apartheid hatte das Land endgültig in die Sackgasse geführt. Auch das internationale Ansehen war erschüttert. Vier bestimmte Faktoren führten schliesslich zur Abschaffung der Apartheid:


1989 trat Frederik Willem de Klerk die Nachfolge von Pieter Willem Botha als südafrikanischer Staatspräsident an. Entgegen den allgemeinen Erwartungen kündigte er in seiner Antrittsrede vor dem südafrikanischen Parlament das Ende der Apartheid an. Beide Seiten mussten nach dem Ende des kalten Krieges nach einer Beendigung ihres Konfliktes suchen, da sie beide auf keinerlei Unterstützung von ausserhalb mehr hoffen konnten. Dies galt vor allen Dingen für den ANC, der sich nun kompromissbereiter zeigen musste, da die sowjetische Unterstützung ersatzlos wegfiel. Die Regierung wiederum musste einsehen, dass sich die Rassentrennung nur mit immer grösserem Aufwand aufrechterhalten lassen würde.
Als einen ersten Schritt in die Richtung der Abschaffung der Apartheid entliess de Klerk Nelson Mandela, den langjährigen politischen Gefangenen aus den Reihen des ANC im Februar 1990 aus der Haft und schuf so eine Basis für Verhandlungen mit dem ANC. In der Folgezeit wurde Nelson Mandela, der mit der Zeit eine Identifikationsfigur für die Gegner der Apartheid geworden war, wieder zum Präsidenten des ANC gewählt. Ausserdem liess die Regierung alle Parteien wieder zu, welche in den Jahren zuvor als Staats zersetzend verboten worden waren. So konnten nun ANC, PAC und SACP (South African Communist Party) wieder offen agieren. Am 7. Juni wurde der Ausnahmezustand im ganzen Land wieder aufgehoben und kurz danach, am 6. August, setzte der ANC den bewaffneten Kampf aus. Der PAC schloss sich dem nicht an. Auf dieser Grundlage und aufgrund von Gesprächen zwischen Mandela und de Klerk, wurde im Dezember 1991 ein "Kongress für ein demokratisches Südafrika", CODESA (Convention for a Democratic South Africa) einberufen. Zuvor hatte die Regierung am 27. Juni 1991 mit der Abschaffung von 46 Apartheidgesetzen, praktisch das ganze System der Apartheid abgeschafft. In der CODESA mussten nun aber die Grundpfeiler für einen vollkommen neuen Staat gelegt werden, welcher sich auf allen Rassen stützen sollte. Im März 1992 wurde die letzte rein weisse Abstimmung durchgeführt. In dieser sollte die weisse Minderheit über die Fortführung der Reformpolitik entscheiden und so dem Wandel eine legale Grundlage geben. Mit 68,7% der Stimmen entschieden sich die Weissen eindeutig für ein definitives Ende der Apartheid.

3.4 Südafrika nach der Apartheid

3.4.1 Der Weg aus der Apartheid[9]

Im April 1994 fanden die historischen ersten freien Wahlen statt, bei denen alle Bürger des Landes, gleich welcher Rasse und Hautfarbe, ihre Stimme abgeben durften. Der ANC gewann mit 62,6 Prozent überragend, es folgte die National Party mit 20,4 Prozent. Mandela wurde zum ersten Präsidenten im neuen System ernannt. Ihm zur Seite standen zwei populäre Vizepräsidenten, de Klerk von der NP und Thabo Mbeki vom ANC.


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Thabo Mbeki, Nelson Mandela, Frederik Willem de Klerk





Die neue Regierung sah sich vor grosse Probleme gestellt. Die vorausgegangenen Unruhen hatten Südafrika in eine ökonomische Krise gestürzt. Diese brachte eine hohe Verschuldung bei der Weltbank mit sich. Im Weiteren wollten sie die Ungleichheiten zwischen den Rassen beseitigen. Dies bedeutete unter anderem bessere Schulen und eine bessere Gesundheitsversorgung für Schwarze, beides war mit hohen Kosten verbunden. Unterschiedlichste Interessen führten zu verschiedenen Landstreitigkeiten. Schwarze, die während der Apartheid ihr Land aufgeben mussten und gezwungen worden waren, in die Homelands zu ziehen, forderten ihr Land zurück. Die nun dort ansässigen Weissen oder Industriebetriebe machten ihre neueren Rechte geltend. Mitte Juni 1999 ist Nelson Mandela von seinem Amt zurückgetreten. Sein Nachfolger Thabo Mbeki versprach Mandelas ,,Politik der Versöhnung" weiter zuführen.

3.4.2 Das Leben nach der Apartheid[10]

Das System der Apartheid hat tiefe Spuren in der südafrikanischen Gesellschaft hinterlassen: Die Weissen erfreuen sich eines hohen Lebensstandards, der sich mit dem der höchstindustrialisierten Staaten der Welt vergleichen lässt. Das mittlere Haushaltseinkommen ist zwölfmal so hoch, wie das einer schwarzen Familie. Über die Hälfte der Schwarzafrikaner leben unterhalb der Armutsgrenze und die Arbeitslosenquote unter diesen beträgt 45 Prozent. Ein Viertel aller Schwarzafrikaner leben in Baracken oder sind obdachlos und 40 Prozent haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Nur ein Drittel der Häuser der Schwarzen verfügen über einen Stromanschluss. Die Lebenserwartung der Weissen beträgt 73, die der Schwarzen 57 Jahre. Seit 1975 hat die Zahl der wohlhabenden Schwarzafrikaner zugenommen, jedoch haben in der gleichen Zeit auch die Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Schwarzafrikaner stark abgenommen.
Auch ein grosses Problem, womit Südafrika zu kämpfen hat, ist die Schuldfrage an der Apartheid. Die Schwarzen denken, dass die Weissen an einer Versöhnung nicht interessiert sind und dass es ihnen nicht leid tut, was sie den Schwarzen angetan haben. Die Weissen wiederum denken, dass die Schwarzen die Vergangenheit vergessen sollten. Zu diesem Zweck wurde unter anderem auch eine Wahrheitskommission gegründet, die Verbrechen aus der Apartheidzeit aufspürt und bearbeitet. Nach zweijähriger Arbeit legte am 29. Oktober 1998 die Wahrheitskommission ihren Abschlussbericht über die Ziele der Apartheid vor. In dem Bericht werden der weissen Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen an der schwarzen Bevölkerung vorgeworfen. Allerdings wurden auch dem heute regierenden ANC vorgeworfen, Verbrechen begangen zu haben.
Nach den Wahlen wurde Südafrika zur Republik des föderativen Aufbaus. Die Beseitigung der Homelands, der wirtschaftliche Aufschwung und die Integration der Schwarzen in der Gesellschaft wurden als Hauptziele der Politik angegeben. Doch Südafrika konnte bis heute nicht alle vorgenommenen Ziele erreichen, so bestehen bis heute noch einige Homelands. Südafrikas Ziel ist es, seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Zu diesem Zweck wurde unter anderem auch eine Wahrheitskommission gegründet, die Verbrechen aus der Apartheidzeit aufspürt und bearbeitet. Nach zweijähriger Arbeit legte am 29. Oktober 1998 die Wahrheitskommission ihren Abschlussbericht über die Ziele der Apartheid vor. In dem Bericht werden der weissen Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen an der schwarzen Bevölkerung vorgeworfen. Allerdings wurden auch dem heute regierenden ANC vorgeworfen, Verbrechen begangen zu haben.


3.4.3 Das Leben in Südafrika heute[11]

Südafrika, das Land am Kap der Guten Hoffnung im südlichsten Teil Afrikas, steht seit Jahren im Brennpunkt der Kritik. Südafrika assoziieren die meisten Menschen mit dem Begriff Apartheid jener Politik, die auf der Trennung der verschiedenen Rassen beruht. Obwohl die Apartheid offiziell abgeschafft ist, wird sie bei vielen Menschen in den Köpfen zementiert bleiben. Südafrika ist ein multikulturelles Land, indem viele verschiedene Völker zusammenleben. Doch die Spuren der Apartheid sind auch hier zu finden, denn die meisten Bevölkerungsgruppen leben häufig getrennt. So werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als Weisse. Grosse Teile der Bevölkerung leben in so genannten Townships, Vierteln, in denen trotz positiver Entwicklung der Lebensstandard auch jetzt noch sehr niedrig ist. Aids ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein Hauptproblem. Es besteht immer noch eine Zweiklassengesellschaft, da das Gefälle zwischen arm und reich immer noch sehr gross ist, das führte auch schon oft zu Konflikten.
Seit der Apartheid konnte Südafrika doch in einigen Bereichen an Attraktivität zulegen. Touristen, Filmemacher, Fotografen sowie Auswanderer entdeckten die bezaubernde Schönheit des Landes.















4. Bemühungen für ein friedliches Zusammenleben

4.1 Nelson Mandela[12]



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Nelson Rolihlahla (Rolihlahla bedeutet Unruhestifter) Mandela wurde am 18. Juli 1918 geboren. Er besuchte eine Methodistenschule, in der britische Kultur und britische Institution automatisch als höherwertig angesehen wurde. In der Schule freundete sich Nelson zum ersten Mal mit einem Mitschüler an, der nicht aus seinem Stamm kam. Mit dieser Freundschaft wurde sich der spätere Nobelpreisträger zum ersten Mal seiner Identität als Afrikaner bewusst. Mit 19 Jahren zog er nach Fort Beaufort und besuchte das Wesleyan College, dort lernte er Oliver Tambo kennen, der ein lebenslanger Freund, Kollege und späterer Mitstreiter gegen die Apartheid wurde. Zum Ende des ersten Jahres nahm er als Mitglied der Studentenvertretung an einem Boykott gegen die Politik der Universität teil und wurde deswegen von der Universität verwiesen. Er ging nach Johannesburg, wo er an der Universität von Süd-Afrika per Fernstudium seinen Abschluss machte. Danach begann er ein juristisches Studium an der Witwatersrand-Universität. Schon als junger Jura-Student engagierte sich Mandela in der politischen Opposition gegen das weisse Minderheitsregime und dessen Weigerung, der schwarzen Mehrheit des Landes politische, soziale und wirtschaftliche Rechte zu gewähren. 1942 trat er dem ANC bei und gründete dort zwei Jahre später zusammen mit Walter Sisulu, Oliver Tambo und anderen die Jugendorganisation des ANC. Nach dem Wahlsieg der NP (National Party) 1948 und der darauf folgenden Politik der Rassentrennung (Apartheid) war Mandela führend in der Widerstandskampagne des ANC.

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1956 wurde Mandela zusammen mit 155 anderen Aktivisten wegen Hochverrats angeklagt. Der Mammut-Prozess zog sich bis 1961 hin und endete mit dem Freispruch aller verbliebenen Angeklagten. Ursprünglich war Mandela bekennender Vertreter des Gewaltverzichtes.

Nachdem im März 1960 in Sharpeville unbewaffnete Demonstranten erschossen und in der Folge der ANC und andere Anti-Apartheid-Gruppen verboten worden waren, akzeptierten Mandela und seine Mitstreiter die Notwendigkeit des gewaltsamen Kampfes gegen die Apartheid.
1961 wurde er Anführer des bewaffneten Flügels des ANC, des Umkhonto we Sizwe. Im August 1962 wurde er verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis wegen illegaler Auslandsreisen und wegen Streikaufrufs verurteilt. Im Juni 1964 wurde er erneut verurteilt, diesmal zu lebenslanger Haft wegen Planung bewaffneten Kampfes. Die Freiheitsstrafe leistete er auf der Gefängnisinsel "Robben Island" ab, die im Atlantischen Ozean vor Kapstadt liegt. Mandela lehnte im Februar 1985 das Angebot einer Freilassung ab, die an die Bedingung geknüpft war, auf den bewaffneten Kampf zu verzichten. Er blieb im Gefängnis bis Februar 1990, als eine starke Kampagne des ANC und weiterer internationaler Druck am 11. Februar zu seiner Freilassung führten. Staatspräsident F.W. de Klerk hatte den Befehl gegeben und gleichzeitig das Verbot des ANC aufgehoben. Mandela und de Klerk konnten sich 1993 den Friedensnobelpreis teilen. Mandela war dreimal verheiratet. Seine erste Ehe mit Evelyn Ntoko Mase wurde 1957 nach 13 Jahren geschieden. Nach 38-jähriger Ehe trennte er sich nach politischen Belastungen von Winnie Madikizela. An seinem 80. Geburtstag heiratete er Graca Machel, Witwe von Samora Machel, dem ehemaligen Präsidenten Mosambiks und ANC-Unterstützer, der 15 Jahre zuvor bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen war.
Mandela gilt mit Martin Luther King und Bob Marley zu den wichtigsten Vertretern im Kampf gegen die weltweite Unterdrückung der Farbigen.

4.2 Massnahmen der südafrikanischen Regierung [13]

Es ist im Hinblick auf diese schwere Ausgangslage beeindruckend, was Südafrika in den letzten zehn Jahren alles erreicht hat: Es wurden 1,6 Millionen Häuser gebaut. Neun Millionen Menschen haben mittlerweile einen Trinkwasseranschluss, und 6,4 Millionen Menschen haben Zugang zu sanitären Einrichtungen. Doppelt so viele Menschen, die auf staatliche Sozial- und Kinderbeihilfen angewiesen sind, empfangen die Zahlungen heute auch tatsächlich. Während der Zeit der Apartheid hatten beispielsweise nur weisse Frauen Kindergeld bekommen. Die Verbraucherpreise sind aufgrund einer sinkenden Inflationsrate seit 1993 um 50 Prozent gefallen. Die Wirtschaft wächst stetig, und für dieses und das kommende Jahr sagen die Experten sogar ein Wachstum von 3,5 Prozent voraus. Darüber hinaus hat die Regierung erkannt, was für eine wichtige Rolle Bildung für die weitere menschliche Entwicklung sowie den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt des Landes spielt: Südafrika gehört mittlerweile zu den zehn führenden Ländern der Welt, was die Ausgaben für Bildung anbelangt.
Am 14. April 2004 hat der ANC die dritten demokratischen Wahlen in Südafrika zwar erneut mit grosser Mehrheit für sich entschieden, doch die deutlich zurückgegangene Wahlbeteiligung sowie die vorangegangenen Aufrufe verschiedener Organisationen zum Boykott der Wahlen lassen Rückschlüsse darauf zu, dass mit der Politik des ANC nicht alle zufrieden sind. Es ist beispielsweise eine unabänderliche Tatsache, dass die verarmten Massen der Bevölkerung von den Änderungen der letzten zehn Jahre bisher kaum oder gar nicht profitiert haben.
Die Politik der ANC-Regierung hat ihre selbst gesteckten, ehrgeizigen Ziele in den letzen zehn Jahren nicht erreicht. Infolgedessen hat sich die Armutssituation der schwarzen Bevölkerungsgruppen auch nicht verbessert, sondern vielerorts sogar verschärft.

4.3 Interessen und Sanktionen Dritter[14]

Während der Apartheid hatte Südafrika mit diversen Sanktionen aus dem Ausland zu kämpfen. Viele dieser Sanktionen bereiteten grosse Schwierigkeiten, doch im Grossen und Ganzen zeigten sie nicht die erhoffte Wirkung. Denn das Land konnte sich mit Hilfe von Gegenmassnahmen selbst versorgen. Die wirtschaftlichen Interessen der europäischen Länder und der Vereinigten Staaten von Amerika waren indes Ursache dafür, dass die Regierung in Südafrika zwar zu politischen und wirtschaftlichen Reformen gedrängt wurde, dass aber gleichzeitig nur mit geringen Eingriffen in den Handel Druck auf sie ausgeübt wurde.
Zu den ersten Sanktionen gegenüber Südafrika gehörte das Öl- und Waffenembargo. Kurz- oder mittelfristig gesehen, hat sowohl das Waffen- wie das Ölembargo Südafrika nicht wesentlich geschadet. Langfristig verursachten diese beiden Massnahmen jedoch sehr hohe Kosten.
Auch die Handelssanktionen erzielten nicht ihre erhoffte Wirkung. Es gibt zwei Arten von Handelssanktionen: Import- und Exportsanktionen. Zu den Exportsanktionen gehörten vor allem Rohstoffe (Goldmünzen, Kohle, Eisenerze) sowie landwirtschaftliche Produkte (Obst, Mais, Fisch, Rohzucker). Die wichtigsten Importsanktionen waren das Waffen- und Ölembargo sowie Handelsbeschränkungen im Computer- und Kernenergiebereich.
Die Finanzsanktionen waren wohl die wirksamste Waffe der Internationalen Staatengemeinschaft, sie verursachten die grössten unmittelbaren Schäden. Nach 1985 war der Republik der Zugang zu ausländischen Krediten weitgehend versperrt. Das verschärfte die Schuldenkrise, verringerte das Wirtschaftswachstum und beschleunigte den Kapitalexport Südafrikas.

5. Beurteilungen der Bemühungen und Verbesserungsvorschläge

5.1 Beurteilungen zu Mandelas Vorgehen im Kampf gegen Apartheid

Ich bin der Meinung, dass Nelson Mandela eine grossartige Arbeit vollbracht hat. Obwohl er immer wieder Einschränkungen seitens der Regierung meistern musste, erreichte er sein erhofftes Ziel gleichwohl, die Abschaffung der Apartheid. Er nahm vieles in Kauf, vor allem als er im Untergrund arbeiten musste. Mandela blieb während der ganzen Zeit immer optimistisch und unternahm viel, um sein Ziel zu erreichen. Es gibt jedoch auch kritische Aspekte zu Mandela. Er fand die politischen Ziele wichtiger als seine Familie. So kam sein Privatleben zu kurz, was sicherlich eine Ursache war, dass er sich zweimal scheiden liess.
Man kann wohl sagen, dass sein Einsatz – sein Leben – für die Abschaffung der Apartheid gelohnt hatte. Ich hoffe, dass die weiteren Staatspräsidenten in Südafrika so weiter regieren, wie es Mandela getan hat. Ob es in Südafrika ohne Mandela je soweit gekommen wäre, ist fraglich.


5.2 Beurteilung der Regierungsmassnahmen und eigene Verbesserungsvorschläge

Die Demokratie ist mit Sicherheit das ideale politische System für die Realisierung der Gleichberechtigung. Doch eine Minderheit der Weissen hat Mühe sich nicht mehr als Alleinherrscher zu sehen, sondern als unterlegene Minderheit.
Zukünftig, aber auch in den letzten Post – Apartheid – Jahren hat sich gezeigt, dass die Farbigen und Schwarzen stimmenmässig praktisch alleine die Regierung stellen können. Da sehe ich ein grosses Problem, denn eine Demokratie hat nur Zukunft wenn sich alle mehr oder weniger vertreten fühlen und das können die Weissen nicht behaupten.
Freundschaften zwischen den verschiedenen Rassen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch fast unmöglich, da die Schwarzen und Farbigen noch immer unter den Folgen der Apartheid leiden und die Wunden noch lange nicht geheilt sind. Aus diesem Grund schlage ich sachbezogenes Näher kommen der verschiedenen Rassen vor. Das sachbezogene Näher kommen sollte in Schulen, Betrieben, Sportvereinen sowie in anderen Vereinigungen realisiert werden. In diesen Bereichen kommen sich die Menschen verschiedener Hautfarben näher und lernen sich kennen. Auf diese Weise kann Vertrauen aufgebaut werden. Erst wenn Weisse, Schwarze und Farbige auf diese Weise den Kontakt zueinander gefunden haben sind auch private Freundschaften keine Illusion mehr.
Es gilt jedoch zwei wichtige Voraussetzungen zu beachten: Die weisse Gesellschaft muss erkennen, dass sie nicht „die“ Rasse im südafrikanischen Land ist und muss Menschen mit einer anderen Hautfarbe akzeptieren und tolerieren können. Nachdem was während der Apartheid gesehen ist, ist eine auf Toleranz ausgerichtete Gesellschaft, welche sich durch Solidarität mit allen Hautfarben auszeichnet, eine Illusion. Die Südafrikanerinnen und Südafrikaner müssen zudem die Abhängigkeit voneinander erkennen, was schon Nelson Mandela sagte. Durch die Kolonialisierung kam die Entwicklung nach Südafrika. Nun ist eine Kooperation der verschiedenen Rassen in Südafrika notwendig, um gemeinsam im selben Land leben zu können.
Aus dem Volksmund des schwarzafrikanischen Bevölkerungsteils stammt das Sprichwort „Wir haben nichts zu verlieren ausser unseren Ketten und der Armut“. Den Schwarzen kann es in Zukunft nur besser gehen, als es ihnen bisher ergangen ist. Doch die weissen Mitmenschen müssen das Teilen von materiellen und finanziellen Gütern lernen, um ein ausgeglichenes Südafrika zu schaffen.











6. Schlusswort

Für mich war fast von Anfang an klar, dass ich meine Arbeit über das Thema „Apartheid“ schreiben werde, denn Rassenkonflikte fand ich schon immer brisant und interessant. So fing ich schnell an, nachdem ich mein Thema ausgewählt hatte, Informationen zusammenzutragen. Die Menge an Informationsmaterial zu diesem Thema ist sehr gross, so dass die Schwierigkeit eher darin lag, brauchbares Material für meine Arbeit herauszufiltern.
Rückblickend fand ich die vergangen Wochen als lehrreich, interessant und anstrengend. Was während der Apartheid und auch heute noch in Südafrika geschieht hat mich nachdenklich gestimmt.
Ich hoffe, dass ich Ihnen das Thema der Apartheid ein bisschen näher bringen konnte.
Danke vielmals für Ihr Interesse.

7. Anhang

7.1 Glossar


Afrikaaner weisser Südafrikaner mit Afrikaans als Muttersprache
Buren Nachkommen der niederländischen und deutschen Ansiedler in
Südafrika
Embargo Sanktion eines Landes gegenüber einem anderen
Homeland früher für einen bestimmten Teil zugewiesenes Siedlungsgebiet
in Südafrika
ANC African National Congress
MK Umkhonto we Sizwe (Untergrundarmee des ANC)
NP National Party
SANNC South Africa Natives National Congrss
PAC Pan Africanist Congress
CODESA COnvention for a DEmocratic South Africa
NIC Natal Indian Congress
SACP South African Communist Party











7.2 Quellennachweis


Bücher:
- Bussiek, Christel / Bussiek Hendrik, Mandelas Erben: Notizen aus dem neuen Südafrika,
J.H.W. Dietz Nachf. GmbH, Bonn 1999
- Eicke, Clausjürgen / Gerisch, Peter / Tarara, Hella: Südliches Afrika,
K+G Verlagsgesellschaft mbH, Frankfurt 1995
- Guhl, Armin: Dissertation, Apartheid, Unternehmer und Sanktionen. Wirtschaftliche

Auswirkungen der Sanktionen. Difo-Druck GmbH. Bamberg 1994
- Hagemann, Albrecht: Kleine Geschichte Südafrikas, C.H. Beck oHG, München 2001
- Papst, Martin: Südafrika, C.h. Beck´sche Verlagsbuhandlung, München 1997
- Philipp, Christine: Südafrika, Reise Know-How Verlag, Markgröningen 2003
- Schicho, Walter: Handbuch Afrika, Brandes & Apsel Verlag GmbH. Frankfurt a.M. 1999
Internet:
- Südafrika, http://www.jenskleemann.de/wissen/bildung/wikipedia/s/sa/sa_dafrika.html
- http://www.suedafrikatour.de/allgemeines/sprache.htm
- http://www.weltenansicht.de/suedafrika/
- http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdafrika#Bev.C3.B6lkerung
- http://www.solidarische-welt.de/sw187/afrika.shtml
- http://de.wikipedia.org/wiki/Apartheid
- http://www.yaez.de/menschen/portrait_02251854.html
- http://www.exil-club.de/html/30_projekte/32_projekte_02/biografien/mandela/bio.htm
- http://www.hwwa.de/Publikationen/Report/2002/Report220.pdf
- http://www.weltpolitik.net/Regionen/Afrika/Teilregion:%20S%FCdafrika/Analysen/

Fortsetzung2:%20Krisenherde%20im%20s%FCdlichen%20Afrika.html



7.3 Arbeitjournal


KW 42 :
Habe mich definitiv für das Thema „Apartheid“ entschieden (1h)
Suchen und auswählen von Literatur und Informationen im Internet und der Stadtbibliothek Thun (2h)
? Das suchen von Literatur und Informationen gestaltete sich nicht so schwer, da
zum Thema der Apartheid genug Informationen vorhanden sind
KW 43:
Suchen und auswählen von Literatur und Informationen in den Kornhausbibliotheken in Bern (2h)
Bearbeiten und Einlesen in gesammelte Literatur (1.5h)
? Schwieriger gestaltete sich die für mich nützlichen und brauchbaren Informationen
herauszufiltern
KW 44:
Bearbeiten und Einlesen in gesammelte Literatur (1.5h)
Erstellen des Grobkonzeptes und Schwerpunkte setzen (1h)
KW 45:
Beginn mit dem abfassen der Arbeit (4h)
? Das Abfassen der Arbeit gelang mir gut, und verlief ohne grössere Probleme
KW 46:
Schreiben an der Arbeit (3h)
? Ich stellte fest, dass sich die Quellen manchmal widersprechen. Doch meistens
gab es keine oder nur geringfügige Differenzen zwischen den Quellen, so dass ich mich bei manchen Texten auf mehrere Quellen gestützt habe, welche sich gut ergänzen.





KW 47:
Kürzen und abändern der Arbeit, da ich zuviel Ereignisgeschichte hatte und keine Eigene Beurteilung (2.5h)
? Als ich schon einen grossen Teil der Arbeit abgefasst hatte, bemerkte ich, dass ich
ein bisschen in eine falsche Richtung arbeitete und die Arbeit drohte zu Umfangreich
zu werden. so musste ich kürzen und mehr eigene Beurteilungen (Fazit) einfliessen
lassen anstatt nur Ereignisgeschichte zu schreiben.
KW 48:
Titelblatt, Quellennachweis und Glossar erstellen (2h)

KW 49:
Nachlesen und Korrektur des Textes, letzte Änderungen machen (1.5h)
KW 50:
Ausdrucken und Zusammenstellen der Dokumentation

Ende der Arbeit


[1] - Philipp, Christine: Südafrika, Reise Know-How Verlag, Markgröningen 2003
- Schicho, Walter: Handbuch Afrika, Brandes & Apsel Verlag GmbH. Frankfurt a.M. 1999
[2] - Philipp, Christine: Südafrika, Reise Know-How Verlag, Markgröningen 2003
- http://de.wikipedia.org/wiki/Apartheid
[3] - Hagemann, Albrecht: Kleine Geschichte Südafrikas, C.H. Beck oHG, München 2001
- Schicho, Walter: Handbuch Afrika, Brandes & Apsel Verlag GmbH. Frankfurt a.M. 1999

4 - Schicho, Walter: Handbuch Afrika, Brandes & Apsel Verlag GmbH. Frankfurt a.M. 1999
- Bussiek, Christel / Bussiek Hendrik, Mandelas Erben: Notizen aus dem neuen Südafrika, J.H.W. Dietz Nachf. GmbH, Bonn 1999

5 - Schicho, Walter: Handbuch Afrika, Brandes & Apsel Verlag GmbH. Frankfurt a.M. 1999
[6] - Schicho, Walter: Handbuch Afrika, Brandes & Apsel Verlag GmbH. Frankfurt a.M. 1999
- Hagemann, Albrecht: Kleine Geschichte Südafrikas, C.H. Beck oHG, München 2001
[7] - Schicho, Walter: Handbuch Afrika, Brandes & Apsel Verlag GmbH. Frankfurt a.M. 1999
- Philipp, Christine: Südafrika, Reise Know-How Verlag, Markgröningen 2003
[8] - Bussiek, Christel / Bussiek Hendrik, Mandelas Erben: Notizen aus dem neuen Südafrika, J.H.W. Dietz Nachf. GmbH, Bonn 1999
[9] - Papst, Martin: Südafrika, C.h. Beck´sche Verlagsbuhandlung, München 1997
[10] - Hagemann, Albrecht: Kleine Geschichte Südafrikas, C.H. Beck oHG, München 2001
- Bussiek, Christel / Bussiek Hendrik, Mandelas Erben: Notizen aus dem neuen Südafrika,J.H.W. Dietz Nachf. GmbH, Bonn 1999
[11] - http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdafrika#Bev.C3.B6lkerung
- Papst, Martin: Südafrika, C.h. Beck´sche Verlagsbuhandlung, München 1997
[12] - Philipp, Christine: Südafrika, Reise Know-How Verlag, Markgröningen 2003
- http://www.exil-club.de/html/30_projekte/32_projekte_02/biografien/mandela/bio.htm
- http://www.yaez.de/menschen/portrait_02251854.html
[13] - Papst, Martin: Südafrika, C.h. Beck´sche Verlagsbuhandlung, München 1997
- http://www.solidarische-welt.de/sw187/afrika.shtml
[14] - Guhl, Armin: Dissertation, Apartheid, Unternehmer und Sanktionen. Wirtschaftliche Auswirkungen der Sanktionen. Difo -Druck
GmbH.Bamberg 1994
- http://www.hwwa.de/Publikationen/Report/2002/Report220.pdf

Ende des Auszuges


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