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clemens clemens clemens
Referat

TitelAmerikanische Pop Art 
Anzahl Worte5581 
SpracheDeutsch 
ArtFachbereichsarbeit 
SchlagworteEntwicklung, Möglichkeiten, Roy Lichtenstein, Künstler, Andy Warhol, Jasper Johns, Biographie, Werke, Begriffserklärung 
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Amerikanische Pop Art






Gliederung:

  1. Einleitung

  1. Entwicklung und Möglichkeiten

  1. Verschiedene Künstler

  1. Andy Warhol
3.2 Jasper Johns
3.3 Robert Rauschenberg
3.4 Roy Lichtenstein & seine Werke
  1. Leo Castelli

  1. Begriffserklärungen

  1. Quellenangaben











Spezialgebiet aus Bildnerische Erziehung von Jasmin Tancos




1. Einleitung


Pop Art ist eine Kunstrichtung, die Mitte der 1950er Jahre, voneinander unabhängig in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten, entstand. Schon bald wurde sie zu einer der vorherrschenden Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts.
Die Elemente der Pop Art sind vorwiegend aus der Werbung, den Medien, Comics und aus dem Alltagsleben genommen. Dabei wurden bestimmte Gegenstände des Alltags isoliert und entweder allein oder in Collagen verfremdet oder verarbeitet, um den tieferen Sinn dieser Kunst zum Ausdruck zu bringen.
Dies löste anfangs großen Aufschrei und Verachtung hervor, doch bald wandelte sich auch dies in Bewunderung und große Begeisterung um, und auch heute hat die Pop Art noch viele begeisterte Anhänger und Künstler.


2. Entwicklung und Möglichkeiten


Die amerikanische Pop Art entstand in den 50er Jahren aus dem neu erwachten Selbstbewusstsein, mit dem sich die amerikanische Kunst gegenüber Europa behauptete. Der inhaltliche Impuls kam aus dem Amerikanismus. Der Fortschritt, die Medienindustrie, das Star-System florierten in Hollywood und vor allem in New York.
In der Generation vor der Pop Art entstanden neue, zeitbezogene, realistische Tendenzen, die wegweisend für die amerikanische Kunst der 60er Jahre waren. Aus den gesellschaftlichen Veränderungen heraus löste sich die Künstlerschaft einer jüngeren Generation die abstrakt-expressive Malweise der 50er Jahre, deren Entfaltung und Erfolg sie teilweise auch als Schüler miterlebt hatte, durch eine gegenwartsbezogene Kunst ab.

Den Ausgangspunkt für die vielfach einsetzenden Diskussionen und Experimente bildeten zum Beispiel die Technik der Collage und der Assemblage, die Verwendung trivialer Bildmittel aus dem Konsum- und Medienbereich, die direkte Einbeziehung äußerer Wirklichkeitsebenen in das Bild oder Objekt des Künstlers. Jedoch ging es dabei nicht primär um den Stellenwert trivialer Erzeugnisse für die Kunst, sondern eher darum, wie man deren künstlerischer oder gestalterischer und inhaltlicher Tragweite gerecht werden kann und wie man den Medienerzeugnissen künstlerisch begegnen könnte.
Man stellte sich die Frage, inwieweit man Kunst selbst trivial machen kann, um Trivialität zu entlarven. Die New Yorker Künstler nahmen sich also dieser Fragen an und kamen dabei zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen und ungewöhnlichen Bild- und Objekterfindungen. Auch Veränderungen in der Entwicklung dieser Zusammenhänge spürten sie auf und gingen immer wieder neuen Perspektiven nach.


Die amerikanische Pop Art bildete sich in 4 Phasen, in denen die Künstler der gesellschaftlichen Herausforderung ihrer Epoche unterschiedlich begegneten:

Die 1. Phase ist die Vor-Pop-Phase, in der sich Rauschenberg und Johns vom abstrakten Expressionismus trennen.

Dann folgt die Hochphase der Pop Art: Wichtige Künstlerpersönlichkeiten tauchen auf (Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg..), deren Werk in den 50er Jahren fußt und auch teilweise auf Erfahrungen mit Gebrauchsgrafik, Design und Plakatmalerei aufbaut. Diese Künstler arbeiteten unabhängig voneinander Konzepte aus, mit denen sie versuchen, den einzelnen Gegenstand, die einzelne Person zum Träger einer allgemeinen Aussage zu machen.
Durch verschiedene Ausstellungen gefördert, ist diese Pop Art Produktion in New York schon früh – trotz deutlicher Gegenstimmen – als neue Kunstrichtung anerkannt und erfolgreich. Doch zu den Ausstellungen kommen auch Aktivitäten wie Happenings, Theateraufführungen, Gegendemonstrationen und Straßenaktionen.

In der nächsten Phase, Mitte der 60er Jahre, ist die Pop Art bereits weit verbreitet, inhaltlich, gestalterisch und stilistisch modifiziert und erweitert, zeigt aber oft auch rückfällige Neigungen in der Anwendung traditioneller Darstellungsmittel. In dieser Phase verbreitet sich die Pop Art von New York bis Kalifornien und Kanada und später nach Europa, wo England schon lange seine eigene Pop-Tradition hatte.

Sehr schnell entwickelte sich in der Bevölkerung – bei allem Widerspruch – auch eine euphorische Begeisterung für Pop mit geradezu kultischen Ausmaßen. Das Ironische, Amüsante, Unterhaltsame, Verspielte an den Bildern und Objekten konnte auch vom Konsumenten affirmativ missverstanden werden.

„Das Schlimmste ist der Pop Art wohl von ihren Bewunderern zugefügt worden.“ Sagte Tom Wesselmann 1963, und er meinte damit jene oberflächlichen Komsumgewohnheiten, mit denen selbst solche Bilder rezipiert wurden, die gerade diese reflektierten und zu irritieren suchten. Diese Erfahrung resultiert aus der Offenheit des Pop, die an die Selbstanalyse des Betrachters appelliert. Und da die Künstler den gezeigten Dinge mit einer Art Hass-Liebe gegenüberstanden bzw. von dem Alltäglichen, das sie analysierten, fasziniert waren, war dieser Nebeneffekt durchaus nachvollziehbar.
Ein weiterer Hintergrund für diese Erfahrung mit der Pop Art ist die Werbesprache, die die Künstler, aufgrund ihrer erlernten Berufe, beherrschten und auch gestalterisch einsetzten. Der professionelle Umgang mit den Darstellungstechniken verführte dazu, ihre Bildersprache tatsächlich wie Werbesprache wahrzunehmen. Hier setzte auch eine neue Industrie an, die des kommerziellen Pop, die Industrie der Pop-Nippes; entsprechend wuchs der Einfluss der Pop Art auf die kommerzielle Werbung (bis heute noch), von der sie ja ihrerseits geprägt war. Die künstlerische Distanz zu den trivialen Dingen war zu gering, um diese durchschaubar, kritisch wahrnehmbar zu machen, um Spannungen zu erzeugen und den Rezipienten dann die der eigenen Lust an Oberflächlichkeit, Glätte und Luxus zu ertappen. Deshalb war die kommerzielle Weiterverwertung der Pop Art eine ziemlich logische Folge, da sie ja jenen wirtschaftlichen Interessen diente, auf die sie sich selbst bezogen hatte.
Die Pop Art ging erfolgreich ihren Weg, die Künstler modifizierten und präzisierten ihr Konzept weiter und reagierten auf die wirtschaftlichen Verschleißformen des neuen Industrie-Pop (Warhol signierte Campbell-Dosen).

Jeder der Künstler erläutert auch ihre neuen Perspektiven:


Doch auch der Markterfolg und das Missverstandenwerden gehören zur künstlerischen Strategie. Der Rezipient kann nach dem Sinn fragen, den die Bilder und Statements verweigern. Er kann sich fragen, ob die Künstler eine sozialkritische Haltung eingestehen wollen, um vom Vorwurf der gesellschaftspolitischen Gleichgültigkeit freizukommen und einer kunst-gesellschaftlichen Erwartungshaltung zu entsprechen.

Außerdem gab es auch eine Anti-Pop Gruppe mit dem Namen „No“ (1958), die sich gegen die imageträchtigen und schablonenhaften Tendenzen einiger Künstler der Pop Art wandten. Ihre Kunst ist aggressiv, chaotisch, kritisch, politisch, wütend; Sie agieren mit Schock- und Horroreffekten, schaffen aktionistisch angelegte Environments, gekoppelt mit Flugblättern, Statements, Veranstaltungen, Straßenaktionen, Happenings gegen vermeintliche affirmative Tendenzen der Pop Art.

Die weiten Kreise, die die Pop Art gezogen hatte, wirkten auf Künstler aller Welt wie ein Sog. Viele ließen sich in ihrem Schaffen beeinflussen und versuchten die großen Pop-Art Künstler zu imitieren.
In Los Angeles entwickelte sich bereits Anfang der 60er eine Subkultur der Pop Art, mit einer Leichtigkeit, Lockerheit und Sinnlichkeit der Thematik und der flüssigen und buntfarbigen Gestaltungsweise ihrer Bilder und Objekte entsprachen sie der Westküsten-Mentalität. Dieses eroberte später als Hippie-Kultur die ganze Welt – zusammen mit alternativen Wohn- und Lebensformen.

In der 2. Hälfte der 60er Jahre verschärften sich in den Vereinigten Staaten die realistischen Tendenzen des Pop, und zwar vorwiegend in Malerei und Skulptur und deren traditionellen Darstellungsstrukturen. Das Problem der Beziehung zwischen Abbild und Wirklichkeit war nicht durch die Verwendung von Objekten oder Medien-Images entstanden, sondern durch die herkömmlichen, extrem zugespitzten Gestaltungsstrukturen:
Diese Stilrichtung fügte sich als „New Realism“ in die realistischen Tendenzen der Kunstgeschichte ein. Als „Hyper-Realismus“ entlarvt sie ihre übernaturgetreue Wirklichkeitswiedergabe und illusionistischen Effekte, die bereits tief in der Kunstgeschichte verankert sind. Der Begriff „Radikaler Realismus“ verweist auf das Bewusstsein der Künstler für die Grenzen ihrer Darstellungsmöglichkeiten, an die sie gegenüber einem Abbild gelangen könnten. Als „Fotorealismus“ zeigt dieses künstlerische Medium die Konkurrenz der Malerei mit der Fotografie bis hin zur konzeptionellen Durchleuchtung fotomechanischer Abbildungsprozesse und ihrer Wirkungsweisen.

Während sich die Pop Art weiter verbreitete, gab es in Amerika einige Tendenzen, die die neuen künstlerischen Ideen sehr unterschiedlich weiterverarbeiteten. Vor allem in der figürlichen Skulptur sowie im Environment zeigen sich Perspektiven, die nicht unmittelbar mit der Pop Art in Verbindung gebracht werden können.


3. Verschiedene Künstler


3.1 Andy Warhol



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Andy Warhol (* 6. August 1928 in Pittsburgh; † 22. Februar 1987 in New York; gebürtig Andrej Warhola) war einer der Begründer und der bedeutendste Künstler der Pop-Art.
Andy Warhol war Sohn von ostslowakischen bzw. ruthenischen Immigranten. Seine Eltern stammten aus Mikova, einem Dorf in der Nähe von Medzilaborce. Dort gibt es das Museum für moderne Kunst der Familie Warhola. Es zeigt neben 17 Serigraphien von Andy Warhol auch Werke seiner Verwandten und Dokumente zur Familiengeschichte.

Andy Warhol wurde am 6. August 1928 als Andrej Warhola, Sohn slowakischer Einwanderer, in Pittsburgh / Pennsylvannia geboren. Er ist der jüngste von drei Söhnen. Der Vater, Ondrej, ist Berg- und Bauarbeiter, die Mutter, Julia, geb. Zavacky, verrichtet Heimarbeit. Sein Vater starb, als er 14 Jahre alt war.

Ab 1945 studierte er am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh im Hauptfach Bildgestaltung.
1949 zog Warhol nach New York, wo er als Werbegrafiker und Illustrator arbeitete, und er bekam rasch Aufträge von exklusiven Magazinen und Warenhäusern. Warhol wollte jedoch auch als Künstler Erfolg haben. Unter dieser Bezeichnung verstand er eine Person, die alleine durch ihre Aura banale Dinge in Kunst verwandelt. Er entnahm das Material für seine Kunst der Massenpresse und schuf eine Serie von Bildern, die auf Zeitungsausschnitten und Comic-strips basierten.
Ab 1962 galt sein Interesse der Arbeit mit Zeitungsannoncen, zunächst der Werbung für Schönheitsprodukte. Auf den Rat eines Freundes schuf Warhol die ersten Bilder mit Dollarnoten, gleichzeitig produzierte er Werke mit Rabattmarken, Flugpostbriefmarken und die ersten Campbell's Suppendosen. Er betrachtete den Rückgriff auf allgemein bekannte Dinge als Mittel, den Bildern keine persönliche Handschrift zu geben. Auch benutzte er zum ersten Mal eingefärbte Zeitungsfotos bei fotomechanisch hergestellten Siebdrucken, auf denen u. a. Autounfälle, Selbstmorde und Brände zu sehen waren. Durch Wiederholungen der einzelnen Bilder wollte er zeigen, dass die Gedanken immer wieder zu solch grausamen Ereignissen zurückkehren. Im Siebdruckverfahren entstand auch die Serie der Star-Ikonen, bei denen Warhol vorhandene Fotos einfärbte und vor einen farbigen Hintergrund setzte. Davon war die Marylin-Serie am bekanntesten. Zu einem großen Erfolg wurde auch die Warhol-Ausstellung, die von der New Yorker Stable Gallery veranstaltet wurde.

Warhol, nun immer mit einer silbernen Perücke zu sehen, zog 1963 in ein neues Atelier, der "Factory". Er beschäftigte hier viele Assistenten, die für ihn Siebdrucke anfertigten (Blumen-Serie, 1964; Kuh-Tapeten, 1966) und drehte mehrere Filme. Theaterartige Happenings und multimediale Präsentationen wurden für ihn immer wichtiger.
1968 wurde seine Karriere durch einen Anschlag unterbrochen. Eine Frau verletzte ihn durch Schüsse sehr schwer.
1969 erschien die erste Ausgabe, der von Warhol mitgegründeten Zeitschrift "Interview".

Seine Mao-Porträts sorgten 1972 für Aufsehen, da er ein Foto des Chinesen aus der Mao-Bibel verwendete. Warhol schuf in den Siebzigern dutzende solcher Porträts von bekannten Größen als Auftragsarbeiten. Mit der Zeit ging er zu immer kühneren Farbexperimenten über (Schädel-Serie) und arbeite mit unterschiedlichen Techniken und Materialien (Oxidationsbilder).
Anfang der Achtziger entstanden die großformatigen Gemälde der "Retrospectives" - und "Reversals"- Serien. Seine letzten großen Arbeiten waren die "Camouflages", von Tarnfarben überlagerte Selbstporträts.

Andy Warhol starb am 22.2.1987 nach einer Gallenblasenoperation in New York.

Andy Warhols Beitrag zur Etablierung der Pop-Art in der darstellenden Kunst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Begründung der zweiten Moderne. Zugleich war Andy Warhol selbst eine skurrile Persönlichkeit. Er war ein fast autistischer, schüchterner und zurückhaltender homosexueller Künstler, der nur wenig von sich preisgab. Er war sehr gläubig und nahm keine Drogen. Seine Dualität war allgegenwärtig. Seine Kunst war geprägt durch die serielle Reproduzierung von Bildgegenständen, vor allem Porträts bekannter Persönlichkeiten (Marilyn Monroe, Elvis Presley, etc.).

Andy Warhol und Roy Lichtenstein: Beide verbindet die an den Massenmedien orientierte Akribie und Kompromisslosigkeit ihrer Bildersprache.



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3.2 Jasper Johns



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Jasper Johns wird am 15. Mai 1930 in Augusta, Georgia geboren.
1947/48 studiert er an der Universität von South Carolina, Columbia. Danach besucht er für 2 Semester die Schule für angewandte Künste, New York, hat diverse Gelegenheitsjobs und absolviert seinen Militärdienst in South Carolina und Japan.
1952 kehrt er zurück nach New York und schreibt sich am Hunter-College ein, arbeitet aber als Verkäufer in einem Buchladen. Es folgt der Beginn der Freundschaft mit Robert Rauschenberg. Er assistiert Rauschenberg bei Schaufensterdekorationen und gibt seinen Job im Buchladen schließlich auf, um sich der Malerei widmen zu können. Es folgen erste Ausstellungsbeteiligungen.
1954 findet er die typischen Motive, die man heute noch mit ihm verbindet, wie die Zielscheibe, die Amerikanische Flagge , die Landkarte der Vereinigten Staaten, die Alphabete und die Zahlen. Typische Johns-Werke wie „Flag“ (1954/55, Museum of Modern Art, New York) entstehen: Der Bildträger wird mit einer Collage aus Zeitungsausschnitten gleichsam grundiert, ein populäres Bildmotiv wird gewählt und in einer Kombination aus Ölmalerei und Enkaustik (eine auf die Antike zurückgehende Malweise, bei der das Pigment mit flüssigem Wachs gebunden wird) auf den Bildträger aufgetragen. Durch das verfließende, aber schnell trocknende Wachs entstehen spezielle Oberflächenqualitäten. Die Collage bleibt durch die Farbschichten sichtbar.

1957 schließt er Bekanntschaft mit Leo Castelli.

Im Jahr 1958 organisiert Leo Castelli Johns´ erste Einzelausstellung. Rauschenberg, Johns und Emile de Antonio produzieren ein John Cage-„Retrospective“-Konzert in der New Yorker Town Hall.
In den Jahren ab 1958 stellt Jasper Johns regelmäßig bei Leo Castelli aus, erlangt aber auch in Europa große Popularität. Neben Gemälden und Lithographien entstehen plastische Werke, die vorgeben, Alltagsgegenstände wie Bierdosen oder Glühbirnen zu sein. Wiederholt arbeitet Johns mit John Cage zusammen, entwirft Kostüme, Bühnenbilder und Plakate.
Wie Rauschenberg wird der Maler Johns als Bindeglied zwischen dem Abstrakten Expressionismus und der Pop-Art eingeordnet. 1957 wird er zusammen mit anderen Künstlern in einer New Yorker Ausstellung als „Artist of the New York School, Second Generation“ gehandelt. Durch den Transfer alltäglicher Motive, die jedem Amerikaner vertraut sind, in den Kunst- bzw. Galeriekontext nimmt Johns spätere Konzeptionen von Pop-Art-Künstlern wie Lichtenstein oder Warhol im Ansatz vorweg. Gleichzeitig bleibt er durch seinen mehr oder weniger zurückgenommenen, aber grundsätzlich gestischen, spontanen malerischen Duktus den ihm vorangehenden Abstrakten Expressionisten wie de Kooning oder Kline verbunden.

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3.3 Robert Rauschenberg

Robert Rauschenberg wurde 1925 in Port Arthur/Texas, USA, geboren. Sein Studium der Pharmazie an der Universität von Texas muss er zugunsten eines Kriegsdienstes in der U.S.-Marine abbrechen. Nach dem Krieg studiert er Kunstgeschichte, Musik und Bildhauerei am Kansas City Art Institute. Nach einem Aufenthalt an der Académie Julien in Paris 1948, wo er seine Frau Susan Weil kennenlernt, kehrt Rauschenberg nach Amerika zurück und wird am Black Mountain College in Kalifornien Schüler von Josef Albers. Dort freundet er sich mit dem Komponisten John Cage an und arbeitet mit ihm zusammen. Im Sommer 1949 zieht Rauschenberg von Kalifornien nach New York und setzt seine Studien an der Art Student's League fort. 1951 hat er seine erste Einzelausstellung. 1952 kehrt er an das Black Mountain College zurück 
1953 reist er durch Italien, Frankreich und Spanien und stellt in Florenz und Rom aus. Im selben Jahr zieht er in ein New Yorker Studio und beginnt, seine berühmten roten Bilder zu malen, die seine Schwarz-Weiß-Malereien ablösen. 1955 zieht er um in ein Studio in der Nachbarschaft von Jasper Johns. 
In der Zeit von 1953 bis 1955 findet er zu einer neuen Form der Malerei, zu seinen berühmt gewordenen "Combine-Paintings". "Combine-Paintings" sind Collagen von realen Fundstücken, Zeitungsausschnitten, Fotos, gedruckten Wortfetzen und abstrakt gemalten Bildteilen. 
1958 hat er eine erste Ausstellung in der Leo Castelli Gallery und beginnt mit Illustrationen von Dantes Inferno. 1959 wird er auch in Europa vorgestellt. Sein erste lithographisches Werk wird 1962 mit dem Großen Preis von Ljubljana ausgezeichnet. 
1963 gibt man ihm zu Ehren eine erste Retrospektive in der Galerie Sonnabend, Paris, die auch im Jewish Museum, New York, gezeigt wird. Er produziert seine erste Tanzperformance "Pelican". 1964 gewinnt er den Großen Preis der Biennale in Venedig und hat eine Retrospektive in der Londoner Whitechapel Gallery, London. Er macht mit Cage und Cunningham's Dance Company eine Welttournee und wird Ehrendoktor des Grinnel College in Iowa. 
Er gründet 1970 die Stiftung "Change Inc. for destitute artists" und im Folgejahr ein Haus für Kunststudio in Florida. In den Jahren 1976 bis 1978 wird eine große Retrospektive seiner Werke in zahlreichen amerikanischen Städten gezeigt. 1980 folgen Retrospektiven in ganz Europa und speziell in Deutschland. 1981 werden seine Photographien im Centre Pompidou, Paris, gezeigt. 
Er lebt in New York City und Captiva Island, Florida.


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3.4 Roy Fox Lichtenstein: „I feel I´ve had a good life...“ (1991)

Biographie:


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Roy Lichtenstein wird am 27. Oktober 1923 in Manhattan in eine Mittelstandsfamilie hinein geboren, sein Vater war Grundstücksmakler.
Er selbst besucht eine Privatschule, wo es jedoch keinen Kunstunterricht gibt. So beginnt er bei sich zu Hause das Zeichnen, wo er vorwiegend Jazzmusiker porträtiert, da er sich auch sehr für den Jazz interessiert. Sein Vorbild aber ist kein anderer als Pablo Picasso. Im Sommer 1939 besucht er Kurse an der Art Students League bei Reginald Marsh.
1940 absolvierte er die High School und schrieb sich anschließend auf Grund fehlender Möglichkeiten in New York an der Ohio States University in der School of Fine Arts ein. Dort wirkt die Professorin Hoyt L. Sherman großen Einfluss auf ihn aus und Lichtenstein malte Stillleben und Modelle im Stil des Expressionismus.
Von 1943 bis 1945 absolviert er jedoch seinen Militärdienst und wird in Europa eingesetzt, und zwar in Deutschland, Frankreich, England und Belgien. Hier fertigt er mit Tusche, Stift und Kreide auch Naturzeichnungen an. Nach dem Krieg studiert er kurze zeit an der Pariser Cité Universitaire und im Juni 1946 schließt er sein Studium an der Ohio State University ab. Danach beginnt er das Master of Fine Arts Studium und nimmt außerdem eine Lehrtätigkeit an, die er bis 1951 inne hat.
1949 heiratet Roy Isabel Wilson, von der er sich 1965 jedoch wieder scheiden lässt. Aus dieser Ehe entstehen 2 Söhne, David Hoyt (*1954) und Mitchell Wilson (*1956).
Im Jahr 1950 schließt er sein Master of Fine Arts Studium mit der Magisterprüfung ab. Zu dieser Zeit lässt er sich bei seinen halbabstrakten Bildern vom Kubismus inspirieren. Kurz darauf hat er bereits seine ersten Einzelausstellungen in der New Yorker Carlebach Gallery und in der Ten- Thiry Gallery in Cleveland, und bis 1957 kommen noch drei weitere Ausstellungen in der John Heller Gallery in New York hinzu. 1951 zieht Roy Lichtenstein nach Cleveland, Ohio, wo er bis 1957 als graphischer und technischer Zeichner arbeitet. Zwischen 1952 und 1955 konzentriert er sich auf typisch amerikanische Sujets und beschäftigt sich mit Expressionismus, Abstraktion und gemalten Holzkonstruktionen.
Die ersten Anzeichen von Pop Art lassen sich bereits 1956 in humorvollen Lithographien erkennen, bis 1960 malt Lichtenstein gegendstandslose Bilder, darunter auch Comic Figuren wie Mickey Mouse und Donald Duck[1].
1960 zieht er auch nach New Brunswick, New Jersey, da er eine Lehrstelle an der Rugers University bekam. Dort lernt er Allan Kaprow kennen, der ihn unter anderen mit Robert Watts, Clay Oldenburg, Jim Dine und Rober Whitman bekannt macht.
1961 malt er erste Pop Art Bilder, in dem er Comicfiguren, Konsumgüter und Haushaltsgegenstände mit kleinen Änderungen mit Sitft und Öl direkt auf grundierte Leinwand überträgt. Seine Austellung mit diesen Bildern in der Leo Castelli Gallery in New York lösen schockartige Reaktionen aus. Doch noch im selben Jahr nimmt er an den ersten wichtigen Ausstellungen der Pop Art teil:


1963 lässt er sich von der Rugers Universtity beurlauben und übersiedelt wieder nach New York, kurz darauf kündigt er auch seine Universitätsstelle, um sich voll und ganz der Malerei zu widmen.
1964/65 erstellt er Gemälde und Keramikskulpturen von Frauenköpfen sowie Landschaften.
1966 präsentierte Lichtenstein seine Werke im Rahmen der Biennale in Venedig und fand große Zustimmung.
Bis 1969 widmet er sich dann der Momunmentalarchitektur, Pinselstrich – Serien, Explosionen und modernen Gemälden mit einem Bezug auf die 1930er.
1970 zieht er nach Southhampton, Long Island, und wir Mitglied in der American Academy of Arts and Sciences. In den darauffolgenden Jahren beschäftigt er sich hauptsächlich mit optischen Täuschungen und verschiedensten Werken der Kunstgeschichte.
Seinen ersten öffentlichen Auftrag erhielt er Ende der 1970er mit einer Skulptur für das Theatre of the Performing Arts in Miami Beach. In den folgenden Jahren gab es einige Retrospektiven, die sein Schaffen aus vielen Jahren zeigten.
Er bekommt zahlreiche internationale Ehrungen, darunter auch die Medal of Art(1995), und ein Ehrendoktor der George Washington University, Washington D.C.(1996). Am 29. September 1997 stirbt Roy Lichtenstein als 73-jähriger in New York.


Seine Werke:

Um Roys Werke zu entschlüsseln, muss man möglicherweise nur einen Satz von ihm kennen: „Ich schulde den Comics die Elemente meines Stils und nicht die Themen.“

Die Gestaltungsmittel und Inhalte des kommerziellen Comics ergeben sich aus ihrer Funktion, die Emotionen, Aktionen, Menschen und Dinge so zu verallgemeinern, dass sie einer populären Aussprache entsprechen.
Der Comic mobilisiert mit professionell ausgeklügelten, eindimensionalen Mitteln die menschlichen Sinne, steuert Handlung und Bewegung, schafft Atmosphäre, erzeugt körperliche, „animalische“ Präsenz, suggeriert Unausgesprochenes, Gedachtes, Unterschwelliges.

Die Bildersprache und Typographie, die Bild-Text-Platzierung innerhalb der Comics sind der aufdringlichen Werbesprache, zum Beispiel der Verpackungsindustrie oder der Reklame, entnommen. Diese Gestaltungsmechanismen helfen Lichtenstein, kalkulativ vorformulierte Stimmungen für etwas Reales wirkungsvoll umzusetzen. So kann er die stereotypen Wirklichkeitsbilder seiner Zeit aufspüren und dabei als Künstler in Distanz zu den Dingen und zu sich selbst bleiben.

Lichtensteins Bilder wollen Emotionen und Haltungen entindividualisieren, objektivieren. Seine Malerei sieht wie maschinell gefertigt aus. Sie wirkt perfekt und anonym, wie von einem Grafik-Designer gemacht. Die „Spuren meiner Handschrift“ - zum Beispiel Fehler, Ungenauigkeiten, Veränderungen will er reinigen oder mit Leinwandfarbe tilgen: Es sind „Putzarbeiten“. So banal beschreibt Roy Lichtenstein seinen Perfektionismus 1967, 1961 hatte er Korrekturen noch stehen gelassen. Mit der Darstellungstechnik entwickelte Lichtenstein seine konzeptionelle Strategie. ER zeigt Inhalte so, wie sie sich ein Comic- oder Werbezeichner vorstellt, der sich bei seiner Gestaltung an einer durchschnittlichen Wahrnehmung und dem Zweckbezogenen Konsum orientiert. Doch Lichtenstein neuer Ausgangspunkt verändert den funktionalen Kontext der Comic-Vorlagen und anderer Medien. Er erlöst die oberflächlichen Wirkungen und Zusammenhänge aus ihrer Eindeutigkeit. Das Nichtssagende wirkt vielsagend.

„Ich habe den hang, sehr typische Comic-Motive zu wählen, solche. Die in einem gewissen Sinne nicht eine in ihrem Bereich einzigartige Idee ausdrücken. Mit anderen Worten: Ich wähle üblicherweise nicht jene Motive, die überwältigende Aussagen enthalten, sondern jene, die keine Aussage von Bedeutung aufweisen oder die lediglich klassische Archetypen ihrer Art zu sein scheinen. Die interessiert mich am meisten: Von solchen Motiven ausgehend zu einer fast klassischen Form zu gelangen, wobei ich versuche, dem Motiv etwas abzugewinnen, dass außerhalb der Zeit liegt, das unpersönlich und mechanisch erscheit... Comics sind Experimentierfelder der Erregung der Phantasie“ (1966)

Indem Lichtenstein die Vorlage aus der Bilderfolge herauslöst, indem sie dadurch ihren logischen, erzählerischen Ablauf verliert, erhält die Szene eine neuartige, ungewöhnliche Bedeutung. Die Größe der Bilder steigert die vulgäre Belanglosigkeit der Vorlage, so reduziert und strafft Lichtenstein die wesentlichen Ausdruckselemente und vereinfacht nochmals den standardisierenden Gestaltungsprozess der Cartoon-Zeichnungen. Die Komposition, die Beziehung der Figuren untereinander und zum Umraum werden eindeutiger, die konturierenden Linien und die Farbgebung, die auf Blau, Rot, Gelb (manchmal grün), sowie Schwarz und Weiß konzentriert sind, prägnanter. Die Vorlage wird also immer weiter verändert, indem Lichtenstein die Texte typographisch überarbeitet und die Farben durch zusätzliche Rasterung mit einer vorstrukturierten Folie vereinheitlicht.

„Ich verwende die Farbe in gleicher Art wie die Linie. Ich will sie übersimplifliziert: Alles, was irgendwie rot sein könnte, wird effektiv rot. Es ist nur scheinbare Unempfindlichkeit. Die wirkliche Farbordnung ergibt sich nämlich aus der Handhabung von Größe, Gestalt und Nebeneinanderdarstellung... Auch wollte ich, dass der Bildgegenstand den distanzierten und wohlüberlegten Maltechniken entgegengesetzt seit.“ (1967)

Lichtenstein geht analytisch vor, um Malerei das zu zeigen, was sie ist oder sein kann, nämlich eine Kunst der Verwandlung von etwas Realem in eine spezifisch artifizielle und dennoch belanglose Sprache. Malerei ist für ihn nicht Mittel zum Zweck, weder im Sinne einer realistischen Darstellung von Inhalten noch als Selbstzweck im Sinne einer konstruktiven abstrakten Kunst; sie ist auch nicht Spiegel des Ich im Sinne des Abstrakten Expressionismus oder romantischer Darstellung. Malerein ist genau die andere Seite: Die Wirklichkeitsebenen bilden das Material für eine Malerei, die von subjektiven Emotionen und idealistischen Intentionen befreit und wieder gereinigt ist. Zu diesen Ebenen gehört auch die Kunst selbst, die Lichtenstein in seinen Bildern immer wieder zitiert, verfremdet, überarbeitet.

Gemälde von Paul Cézanne, Fernand Léger, Claude Monet, Piet Mondrian, Pablo Picasso dienen ihm dabei als Ausgangspunkte. Das Umformen derer glanzvollen und als unvergänglich eingeschätzten Aura, mit der Unverrückbarkeit, Unveränderbarkeit, Endgültigkeit, Ewigkeit verbunden sind, ist nicht gegen die künstlerischen Objekte selbst gerichtet, sondern gegen die Wertschätzung von vornherein, die Idolisierung, die falschen Gefühle, die an diese kunsthistorischen Werke gekoppelt sind.
Roy Lichtenstein entkleidet und erneuert somit alte, stabile künstlerische Werke mit scheinbarer Respektlosigkeit.

1966 bringt er seine Strategie auf den Punkt: „Ich benutze die Aspekte unserer gesellschaftlichen Umgebung... als Material, aber was mich eigentlich interessiert, ist die Malerei!“

„Die klassischen Urbilder und die unseren sind nur durch den kritischen Blick, den wir haben, verscheiden. Ich habe mich für die modernen Klischees interessiert, den mythologischen Wert zu zeigen versucht, also den Klassizismus des Hot Dog.“(1967)

Die Nüchternheit und Härte dieses konsequenten Vorgangs folgt die Nivellierung aller Inhalte. Die Dinge werden durch Abstraktion auf einen populären Geschmack hin stereotypisiert, aber gleichzeitig durch die gesteigerte Dramatik des Trivialen in eine spannungsreiche, offene Malerei zurückgeführt. In der Konstruktion eines Bildes setzt er sich über die Vorgaben vorgeprägter Inhalte hinweg.


Der Massengesellschaft gibt Lichtenstein deren oberflächliche, standardisierte Erfahrung und Wahrnehmung als herausfordernd fragende, nichts- und damit alles- sagende Bilder zurück.

Außerdem richtete Roy auch Kritik an Kollegen, wie z.B. Andy Warhol, die er in seinen Werken offen zeigte. Da die Pop Art-Kunst immer kommerzieller zu werden drohte, griff er für die Kunst und die Kunstszene in die Geschichte ein und man kann Statements lesen wie:



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„Pop verwendet gewöhnliche Gegenstände der Konsumwelt, und dieses Material scheint üblicherweise jeder Empfindsamkeit zu entbehren... Es ist diese Art von Anti-Sensibilität und konzeptioneller Gestalt des Werkes, die mich interessiert und meinen Rohstoff darstellt.“ (1966)



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3.5 Leo Castelli



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Leo Castelli wurde am 4. September 1907 als Sohn eines jüdischen Bankangestellten aus Ungarn und der reichen Erbin Bianca Castelli im damals noch österreichisch-ungarischen Triest geboren. Während dem 1. Weltkrieg wohnten sie in Wien, weshalb Leo perfekt deutsch sprach. Er studierte Jura in Mailand, arbeitete im Versicherungsgeschäft in Triest, später in Bukarest. 1933 heiratete er Ileana Schapira, später gingen sie nach Paris, wo die Familie Kontakte zu Surrealisten wie Max Ernst oder Salvodor Dali knüpfte. 1939 eröffnete Castelli zusammen mit seinem Freund, dem Architekten und Innendekorateur René Drouin eine Galerie an der mondänen Place Vendôme. Der Krieg bereitete dem Handel mit modernen Möbeln und Dekorationsgegenständen sowie surrealistischen Werken ein Ende. 1941 übersiedelten sie nach New York. Castelli bildete sich an der Columbia Universität in Geschichte weiter. Bald darauf meldete er sich zur US-Army, wo er bald dem intelligence-service zugeteilt wurde. Die Behörden belohnten ihn für seine Dienste mit der Verleihung der amerikanischen Staatsbürgerschaft. 
Castelli bildete sich selbständig weiter, sammelte nicht nur Kunst, sondern verkaufte auch Gemälde und trug 1951 zur Finanzierung der Ninth Street Show in New York bei, der große Bedeutung bei der Durchsetzung des Abstrakten Impressionismus zukommt. Castelli strebte danach, junge Künstler zu entdecken. Er eröffnete im Alter von 50 Jahren in seinem Wohnzimmer eine eigene Galerie, angeregt durch die Begegnung mit Jasper Johns und Robert Rauschenberg. Die amerikanische Kunst und insbesondere New York lösten definitiv Paris als Kunstzentrum ab. Castelli trug entscheidend zur Akzeptanz der amerikanischen Kunst in der Welt bei. Dabei half ihm, dass er kultiviert, kosmopolitisch und polyglott war, ein Europäer der High Society, verheiratet mit einer vermögenden Frau.
 
Castelli war einerseits ein Mäzen, der junge Künstler jahrelang durch monatliche Stipendien unterstützte, ohne auf den sofortigen Profit zu achten. Anderseits verstand er es, sich ein umfassendes Beziehungsgeflecht zu schaffen. Dazu gehörten Kontakte zu Museen, denen er großzügig Werke schenkte und so Öffentlichkeit für seine Künstler schuf. Berühmt geworden ist der Ausspruch von de Kooning: "You could give that son of a bitch two beer cans and he could sell them." Jasper Johns goss daraufhin zwei Bierdosen in Bronze, die Castelli tatsächlich umgehend an einen Sammler verkaufen konnte. Leo war der beste Kunstpromoter der Nachkriegsgeschichte. Dank ihm gewann mit Rauschenberg 1964 erstmals ein amerikanischer Künstler an der Biennale in Venedig den International Grand Prize for Painting.
 
Er entdeckte und zeigte als erster in Einzelausstellungen die Werke von Jasper Johns, mit dessen Ausstellung er sich ein Jahr nach der Gründung der Castelli Gallery die finanzielle Zukunft sicherte, sowie Frank Stella und Roy Lichtenstein. Die flags, targets, numbers von Johns sowie die Rauschenberg-Ausstellung wenig danach, die one-man-shows dieser Künstler führten zu Ankäufen durch das Museum of Modern Art sowie zu Artikeln in Zeitungen und Kunstmagazinen. Eine neue Kunstrichtung war geboren. Er zeigte Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Claes Oldenburg. Castelli widmete sich Malern und Plastikern, die er von Beginn ihrer Karriere an betreuen konnte. Er verstand es, zu Künstlern ein gutes Verhältnis aufzubauen. Er war in der Lage, neue Kunstströmungen, neue Trends aufzuspüren und ihre besten Repräsentanten herauszufiltern. Castelli öffnete sich Mitte der 60er Jahre, nachdem er den Abstrakten Expressionismus und die Pop Art gefördert hatte, dem Minimalisums und dem Konzeptionalismus.
 
Nach einer Phase der Stagnation schloss er ab 1981 Allianzen mit einigen Künstlern, verlor aber immer mehr Künstler an die Konkurrenz. Einzelne Maler und Plastiker klagten, Leo promote vor allem Jasper Johns und Roy Lichtenstein und vernachlässige die andern Künstler unter seinen Fittichen. Nach der Ermordung Andy Warhols 1987 und mit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise Ende der 80er Jahre ging es auch seiner Galerie schlechter. Robert Rauschenberg und Frank Stella unterhielten nur proforma Beziehungen zu Castelli Auch die Minimalisten kehrten Leo den Rücken, in jenen Jahren verlor er seine gesamte Minimalistische Künstlergruppe.
 
1990 richtete Castelli den alle zwei Jahre vergebenen "Leo Award" ein, mit dem Leistungen für die Gegenwartskunst ausgezeichnet werden. Am 21. August 1999 schließlich verstarb er im Alter von 91 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit.


4. Begriffserklärungen


Pop ist eine Abkürzung von "populär". Auf verschiedene Richtungen der Kunst angewandt steht es für die Stile der späten 1960er und frühen 1970er, wo bevorzugt psychedelische, plakative und auffällige Stilmittel angewendet wurden.

Collage ist eine Technik der Bildenden Kunst, bei der durch Aufkleben (frz. coller = kleben) verschiedener Elemente ein neues Ganzes geschaffen wird. Eine künstlerische Collage kann beispielsweise Zeitungsausschnitte, Bänder, Stücke farbigen Papiers, Fotografien enthalten, die auf einen festen Untergrund oder Leinwand geleimt wurden.
Ein Spezialfall der Collage ist die Fotomontage, die ganz oder zum großen Teil aus Fotografien oder Teilen von Fotografien besteht.
Max Ernst definierte Collage so:
Collage-Technik ist die systematische Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten auf einer augenscheinlich dazu ungeeigneten Ebene - und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt.
Das Prinzip der Collage wurde auch auf andere Kunstgattungen übertragen, etwa auf die Musik/Akustische Kunst (Klang-, Ton- oder Musikcollagen), auf die Literatur und den Film.
Assemblagen sind Collagen mit plastischen Objekten, die auf einer Grundplatte montiert sind. So entstehen Kunstwerke mit reliefartiger Oberfläche.
Unter Fotomontage versteht man das Übereinanderkopieren von verschiedenen Bildern oder Bildausschnitten.
Skulpturen sind dreidimensionale künstlerische Objekte, die durch die Bearbeitung von festem Material geschaffen werden. Die Bearbeitung des Materials zur fertigen Skulptur kann durch Abtragen (z.B. Schnitzen, Meißeln) oder durch einen Guss (z.B. Kunstguss, verlorene Form) erfolgen. Skulpturen können als freistehende Form, als Reliefs (bearbeitete Oberflächen) oder im Rahmen einer collageartigen Rauminstallation gestaltet werden. All diese Techniken gehören zur Bildhauerei, eines Bereichs der Bildenden Kunst. Die wohl größte Sammlung klassischer Skulpturen befindet sich im Louvre in Paris.
Material für Skulpturen sind beliebig und vielseitig: Stein (Granit, Marmor), Metall, (Eisen, Bronze, etc.), Holz, Ton, Wachs, Basalt, Sandstein, Porzellan, Terrakotta
Moderne und zeitgenössiche Materialien sind: Textilien, Glas, Sand, Wasser und viele weitere.

Das Happening ist neben Fluxus eine der wichtigsten Formen der Aktionskunst der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts. Der Begriff wurde erstmals 1958 von Allan Kaprow für eine Aktion in der New Yorker Reuben Gallery benutzt, die aus 18 Happenings in sechs Teilen bestand. Bei einem Happening agieren Künstler mit den unterschiedlichsten Handlungen vor einem Publikum. Dieses ist dabei Teil der vom Künstler erdachten Aktion. Es wird mit in die künstlerischen Handlungen einbezogen, wobei der Geschehensablauf nicht von vornherein festgelegt ist. Je nach Reaktion der Zuschauer muss unterschiedlich improvisiert werden. Ziel der Happening-Künstler war es, den traditionellen Kunstbegriff zu erweitern und die Kunst mit dem alltäglichen Leben zu verbinden.

Der Comic (v. engl.: comic strip komischer Bilderstreifen) ist eine Form der Literatur als Verbindung von geschriebenem Text und Bild.

Trivial (v. lat. trivialis jedermann zugänglich, altbekannt; aus: tri drei; via Weg) bedeutet "gewöhnlich, einfach, sofort ersichtlich, abgedroschen, niedrig, auf der Hand liegend". Das ebenfalls aus "tri" und "via" gebildete Substantiv "Trivium" bezeichnet eine "Wegkreuzung von drei Wegen, Ort an dem drei Wege enden". Als trivial gilt ein Umstand, der als naheliegend, jedermann ersichtlich, leicht zu erfassen angesehen wird.

Abstrakter Expressionismus ist ein Stil in der Malerei der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, der erstmals von Amerika ausging und Kubismus, Konstruktivismus und Surrealismus ablöste.

Minimalismus ist eine Kunstrichtung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Malerei und Bildhauerei und Objektkunst.

Unter dem Begriff Retrospektive versteht man einen Rückblick. In der bildenden Kunst ist die Retrospektive eine Kunstausstellung, die im Nachhinein das Lebenswerk eines Künstlers beleuchtet.


5. Quellenangaben




[1] Roy wurde von seinen Kindern gebeten, ein Kaugummi- Bildchen zu einem Riesenformat zu vergrößern. So kopierte er also eine lustige Szene mit Mickey Mouse und Donald Duck, und war verblüfft von der Wirkung des Sprungs in diese große Dimension. So wandelte er sich also vom abstrakten Expressionisten hin zu einem provokativen und bald äußerst berühmten Pop Art Künstler.

Ende des Auszuges


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