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Referat

TitelArtemis Ephesia 
Anzahl Worte1460 
SpracheDeutsch 
ArtReferat 
SchlagworteGriechenland, Mythologie; Zeus; Götter 
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Auszug aus dem Referat (ohne Grafiken)

ARTEMIS EPHESIA

1. Herkunft

Die Darstellung und die Kulte der Artemis von Ephesos lassen auf eine Vermischung der griechischen Göttin Artemis mit der anatolischen Göttin Kybele schliessen, welche schon vor der ionischen Einwanderung im Gebiet von Ephesos verehrt wurde.
In der Artemis Ephesia vereinen sich die Vorstellungen der griechischen Herrin der Tiere mit den Eigenschaften der Kybele (auch als Magna Mater, Grosse Mutter oder Grosse Mutter vom Berge verehrt) als Stadt- und Fruchtbarkeitsgöttin und Schutzpatronin von jedem werdenden Leben, sei es nun Mensch, Tier oder Pflanze.

Nach der (ephesischen) Mythologie soll die Göttin Leto die Kinder von Zeus, Artemis und ihren Zwillingsbruder Apollon im Hain Ortygia nahe von Ephesos auf die Welt gebracht haben, gut beschützt vor dem Zorn der eifersüchtigen Hera durch das laute Waffengetöse der Kureten.
Artemis gilt als Beschützerin der wilden Tiere, aber auch der (guten) Jäger, sie ist Lebensspenderin und Todbringerin (für die Frauen) zugleich.
Ein sehr wichtiger Aspekt der Artemis Ephesia ist das nebeneinander von Mutter (Kybele) und Jungfrau(Artemis): Artemis hatte die ewige Jungfräulichkeit gewählt, ebenso mussten es ihre Begleiterinnen, die Nymphen halten, diejenige, welche sich nicht daran hielt, wurde hart bestraft. (z.B. Kallisto, welche sie in eine Bärin verwandelte). Auch die Männer, welche versuchten, sich ihr zu nähern, wurden unbarmherzig bestraft, so tötete sie zum Beispiel den Jäger Orion, der ihr nachgestellt hatte, oder verwandelte Aktaion nachdem sie ihn ertappt hatte, wie er sie beim Baden beobachtet, in einen Hirsch, so dass er von seinen eigenen Jagdhunden zerissen wurde. (dies sind jetzt alles Aspekte der griechischen Artemis, welche jedoch in die Artemis Ephesia eingeflossen sind)
Diese Vermischung von Jungfrau und Mutter begegnet uns in Ephesos auch später wieder: Die grosse Verehrung der Jungfrau Maria. Ob dies wohl ein Zufall ist, dass gerade in Ephesos die jungfräuliche Mutter so grosse Verehrung fand?
Artemis Ephesia fand, wohl gerade wegen ihrer speziellen Art, weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung und Verehrung, so ist ihr zum Beispiel sogar im fernen Frankreich in Massilia (Marseille) eine Kultstätte errichtet worden.


2. Kultstatuen

Die Darstellung der Artemis Ephesia hat, im Gegensatz zu den anderen griechischen Artemisdarstellungen, ihre archaische Form behalten. Bei den Ausgrabungen in Ephesos hat man drei Statuen der Göttin gefunden: die „Grosse“, die „Schöne“ und die „Kleine“ Artemis. Es handelt sich dabei um Kopien aus der traianischen oder hadrianischen Zeit, welche den aus zahlreichen anderen Kopien und kaiserzeitlichen Münzbildern bekannten Typus repräsentieren.

2.1 Grosse Artemis

Die sogenannte Grosse Artemis trägt einen hohen Kopfschmuck, den Polos, welcher sich aus drei übereinandergelagerten Zonen aufbaut. Den Schaft zieren auf drei Seiten Protomen (Vorderteile) von Tieren, welche sich auf dem Ependytes (dem Obergewand) wiederholen. Der mittlere Teil zeigt drei auf Säulen ruhende Arkaden, unter denen Sphingen mit weit ausgestreckten Flügeln sitzen. Den oberen Abschluss bilden drei auf einer Basis konvex angeordnete Tempelfassaden mit je vier ionischen Säulen. Die Giebelfelder sind mit einem Rundschild geschmückt. Der „Nimbus“ ist ein von hinten über den Kopf gezogenes Schultertuch, das über die Oberarme herabfällt und auf der Rückseite in Fransen ausläuft. Die links und rechts vom Kopf hervorstehenden Teile sind wieder mit Tierprotomen besetzt, je fünf Löwen- oder Stiergreifen.
Die Göttin trägt einen dünnen Chiton, welcher aber unter dem riech geschmückten Ependytes kaum zum Vorschein kommt. Dieser Ependytes wird an der Taille durch einen mit Rosetten und Bienen reich verzierten Gürtel gehalten und ist in rechteckige Felder eingeteilt, welche mit Figuren und Ornamenten gefüllt sind. In den Feldern des senkrechten Mittelstreifens sind unterschiedliche Tiere und Fabelwesen dargestellt:
Je 3 Sphingen u d Löwengreifen, zwei Reihen Hirschkühe, Löwinnen und zwei Stiere. Die seitlichen Felder stellen im Wechsel Bienen und „Rankenfrauen“ (aus einer Blüte oder Blattkelch herauswachsende Mädchen mit einwärts gebogenen Flügeln) dar. Das unterste Feld ist jeweils mit einer vierblättrigen Rosette gefüllt.
Der Oberkörper wird in der unteren Hälfte von drei Reihen schuppenartig übereinander angebrachter länglich-runder Gebilde bedeckt, das charakteristische Merkmal der Artemis Ephesia, welches bis heute dem Betrachter Rätsel aufgibt, davon aber später.
Die Partie zwischen Brust und Hals zeigt rosettenartige Vierpassornamente, die eine Halskette bilden, an welcher eine weitere Kette aus Perlen mit runden und sichelförmigen Anhängern angebracht ist. Unter dem Abschluss des Chitons befindet sich ein Kranz aus kugelförmigen Blüten, wahrscheinlich Immortellen (eignen sich besonders zur Trocknung). Unter dem Kranz laufen lanzettartige Spitzen aus, welche mit beschlägen verziert sind. In den Zwischenräumen hängen zwischen paarweise angeordneten Blättern Tropfenkugeln, welche als gebündelte Eicheln gedeutet werden.

2.2 Schöne Artemis
Die Schöne Artemis zeigt einige Varianten, statt der Eichelanhänger erscheinen bei ihr Tierkreisbilder in kreisförmiger Anordnung. Der Ausschnitt oberhalb des Kranzes zeigt zwei einander zugewandte weibliche Figuren, welche einen nicht zu identifizierenden Gegenstand halten. Auf jeder Seite ist eine Nike (Glücksgöttin) mit einem Palmwedel in der Hand dargestellt. Begleitet wird die Schöne Artemis von zwei Hirschkühen (oder Hirschen, es sind nur noch die Hufe vorhanden, da aber Artemis meist in Begleitung von Hirschkühen oder Bärinnen dargestellt wurde...). Von den Handgelenken hängen (oder hingen) Wollbinden, von welchen nur noch die beiden an Körbe erinnernden Basen erhalten sind.

2.3. Kleine Artemis
Die Kleine Artemis ist, wie schon der Name sagt, kleiner als die beiden anderen und dementsprechend weniger detailreich geschmückt. Die Grundfigur und die charakteristischen Merkmale der Artemis Ephesia sind aber auch bei ihr vorhanden.

Nun aber zu diesem rätselhaften Brustbehang, welcher der Göttin den Beinahmen „die Vielbrüstige“ einbrachte. Es gibt verschiedenste Interpretationen, von Eiern, über Trauben und Datteln bis zu Stierhoden oder eben Brüsten. Gegen die Interpretation als Brüste spricht jedoch erstens einmal die unnatürliche Form. Bei näherem Betrachten zeigt es sich ausserdem, dass diese „Brüste“ auf dem Gewand befestigt sind, somit also zumindest nicht natürlich sein können. Es gibt Autoren, welche diesen Behang auf die Amazonen zurückführen, als Anspielung auf die Methode der Amazonen, sich die rechte Brust abzuschneiden, damit sie sie nicht beim Bogenschiessen behindert. Andere wiederum interpretieren diese „Vielbrüstigkeit“ als Zeichen der Fruchtbarkeitsspendenden Göttin, die Brust als Symbol lebenspendender und nährender Naturkraft, welches zwecks Steigerung der magischen Kräfte wiederholt wurde. Jedoch sprechen die fehlenden Brustwarzen und die unnatürliche Form dagegen, ausserdem ist diese Wiederholung nur für Köpfe oder Extremitäten bekannt, aber nicht für (weibliche) Geschlechtsteile. Ausserdem ist dieser „Brustbehang“ nicht der Artemis Ephesia vorbehalten, auch andere Gottheiten wurden mit ihm geschmückt, so zum Beispiel der Kairsche Zeus, welcher bekanntlich ja eine männliche Gottheit ist (und dies auch des öfteren bewiesen hat...).
Eine andere Interpretation ist diejenige als Stierhoden. Die Göttin sei mit den Hoden der ihr geopferten Stiere geschmückt worden, sozusagen „befruchtet“ worden. Dies ist nicht so abwegig wie es klingt, da das Darbringen von Stiergenitalien ein nicht unübliches Ritual im Stieropfer in der griechischen Welt war. So auch in Ephesos. In Inschriften wird ein Opferritual namens Taurobolion („Treffen des Stiers“) aus dem Kult der Kybele erwähnt, welches auch als selbständige Kulthandlung möglich war. In diesem Ritual spielten die Genitalien des Opferstiers eine besondere Rolle, sie wurden wahrscheinlich auf eine Opferschale gelegt und der Göttin geweiht. Wahrscheinlich ist die Darbringung der Stiergenitalien als stellvertretendes Opfer zu sehen, das dem Priester die im Kybelekult weit verbreitete Selbstentmannung ersparte.

Kult

Neben den alltäglichen kultischen Verrichtungen wurde am 6. Mai der Geburtstag der Göttin gefeiert mit den Artemisia oder Ephesia gefeiert, wobei die Artemisia wahrscheinlich das jährlich begangene Fest von lokalem Charakter bezeichnet, während die Ephesien alle vier Jahre stattfanden und überregionalen Charakter hatten. Im Verlauf dieser Feste kam es zu musischen und sportlichen Wettkämpfen, später sollen auch noch Pferderennen dazu gekommen sein. Im Mittelpunkt dieser Feste stand jeweils eine von Opfern und Tänzen der Mädchen begleitete Prozession mit der Kultstatue, welche für diesen Anlass festlich geschmückt wurde. Voran ging der Megabyzos, der Oberpriester, später übernahm diese Rolle die Oberpriesterin der Artemis.
Eine andere Kulthandlung ist die „Götterbewirtung“, bei welcher die Statue der Göttin ans Meer getragen wird und dort bewirtet wird, nachdem sie im Salzwasser gewaschen worden ist.
Es gibt eine Legende, welche erzählt wie es zu diesem Kult gekommen ist: Die Königstochter Klymene und ihre Jungen und Mädchen veranstalteten ausserhalb der Stadt ein Picknick, wobei sie auch eine Statue der Göttin bei sich hatten. Nachdem sie gespielt und sich vergnügt hatten, kam eines der Mädchen auf die Idee, die Göttin zu bewirten. Also suchten die Mädchen Kräuter und Blumen, um sie der Göttin zu opfern, während die jungen Männer bei den nahe gelegenen Salinen Salz holten. Als dies im nächsten Jahr nicht wiederholt wurde, sandte die Göttin Tod und Krankheit unter die jungen Leute der Stadt, und erst ein Orakelspruch mit der Anweisung, die Göttin jedes Jahr so zu bewirten konnte das Unglück von der Stadt abwenden. Der Ort und die Göttin wurden fortan „Daitis“ (Mahl) genannt.
Bibliographie:




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