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clemens clemens clemens
Referat

TitelAmerican Football 
Anzahl Worte5688 
SpracheDeutsch 
ArtReferat 
SchlagworteNationalsportart; Wettkampf; USA; NFL; Vince Lombardi; Touchdown 
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Auszug aus dem Referat (ohne Grafiken)


AMERICAN FOOTBALL


Vorwort:

American Football ist der US-Amerikanische Nationalsport, der während der Saison hunderttausende Fans in die im ganzen Land verteilten Stadien zieht.
Nahezu jeder Junge wächst mit diesem Sport heran, für einige wenige wird er zum lebenslangen Begleiter.
Football ist aufregend, temporeich und unberechenbar, athletisch und ästhetisch. Ein Spiel, bei dem nicht selten 60 Minuten Kampf in sechzig dramatischen Sekunden entschieden werden. Unter der Oberfläche verbirgt sich ein faszinierender Wettkampf zwischen Machismo und Mathematik, zwischen Schach und Schinderei. Football ist ein harter und ruppiger Sport, bei dem selbst Helm, Schulterschutz und andere Protektoren den Teilnehmern keinen absoluten Schutz bieten können und der sehr viel Courage verlangt.
Aber dies ist eben nur die eine Seite. Jene, die sich außerhalb der USA in den gängigen Klischees über Amerika widerspiegelt: Cowboy-Mentalität, Hollywood-Glamour, Weltmacht-Arroganz, Profitgier. Kraft und Wucht im Football seien eben das Wochenendventil für die gewalttätige amerikanische Gesellschaft, Territorialgewinn auf dem Spielfeld, eine Ersatzbefriedigung für typisch amerikanische Kriegslust und Cheerleader-Spektakel und rohes Spiel die moderne Entsprechung zum Circus Maximus, in dem sich Gladiatoren mit Schwertern zu Tode kämpften.
Mit der üblichen Dosis Zivilisationskritik und oberflächlichen Deutungsversuchen lassen sich Sportarten und ihre Wurzeln nicht begreifen. Ebenso wenig ihre kulturelle Bedeutung und Symbolik.


American Football verdankt seinen Stellenwert in der US-Gesellschaft der Tatsache, dass er in seiner Entstehungsphase zwei unterschiedliche Mentalitäten begeistern konnte: Die „Kopfarbeiter“ an Elite-Universitäten wie Harvard, Yale und Princeton sowie „Handarbeiter“ an den Hochöfen und in den Bergwerken der Industriestädte in den Bundesstaaten Pennsylvania, Ohio und New York . Für die Zöglinge reicher Familien wurde Football die Möglichkeit mit „rauem“ Sport und „männlichen Übungen“ ihren Körper und damit in einem gewissen Grad ihren Charakter zu bilden, wie US-Präsident T. Roosevelt es Anfang dieses Jahrhunderts formulierte. Für die Arbeiter in den Bergwerksorten und Stahlstädten, fast allesamt Einwanderer aus dem Osten Europas, wurde Feierabend-Football zu einem Sinnbild für das Prinzip der Solidarität und die Härte auf dem Platz zu einem Ausdruck sozialer Identität.
Diese Zeit ist zwar vorüber, aber mit jedem Jahr wird Football populärer als je zuvor. Heute entdecken sich Millionen von Amerikanern in der Sportart wieder, weil sie nach Regeln funktioniert, die auf erstaunliche Weise die Wertvorstellungen von Arbeit und Freizeit wiederspiegeln, wie sie in den USA am Ende des 20. Jahrhunderts existierten.
Es gibt Millionen von Amerikanern, die als Kinder Football gespielt haben und die als Erwachsene das Publikum für die Meisterschaftsspiele an den Colleges und in der NFL bilden. Jeder hat eine andere Geschichte erlebt und die wenigsten haben ihren Traum vom großen Football-Star verwirklicht. Aber diejenigen, denen es gelang, erinnern sich noch gut an ihre Anfänge. Für viele Spieler war es nie ein Hobby, sondern Karriere. Das hat mit der Art der amerikanischen Sportorganisation zu tun, in der es keine Vereine wie in Europa gibt. Nahezu jeder Sport kann in der Schule ausgeübt werden, die Highschool-Teams wählen aus ihren Schülern die Besten aus und so entsteht dann das Team. Nur die besonders talentierten und erfolgreichen Nachwuchsspieler erhalten Stipendien an den Universitäten, für deren Teams sie dann im College-Football antreten. Später bekommen wieder die Besten dieser jungen Talente Verträge bei den Profis der NFL (National Football League).

Die Geschichte


Die Stunde Null des Footballs ist der 6. November 1869, als in New Jersey die erste Begegnung zwischen den Universitäten Rutgers und Princeton nach den sogenannten Princeton-Regeln stattfand. Das Spiel erreicht schnelle Beliebtheit unter der Bevölkerung und den Sportlern. 1974 etablierte sich Football entgültig als eine eigenständige Variante des britischen Rugby, unterschied sich aber noch deutlich zu dem was wir heute unter Football verstehen.
Über die Jahre wurden immer wieder große Fortschritte erzielt, die Regeln vermehrten sich um die beste Sicherheit zu garantieren und um das Spiel aufregender und ausgeglichener zu gestalten. Als jedoch 1905 dreizehn Spieler an Verletzungen starben, die sie in einem Football-Spiel erlitten, folgte eine Protestwelle für ein Verbot dieser Sportart, die aber Theodore Roosevelt abfing und die Verantwortlichen der Colleges erfolgreich zu einem weniger brutalen Spiel ermahnte.
Als 1906 der Pass nach vorne, der im Rugby nicht gestattet ist, zugelassen wird hebt die besondere Aufgabe des Quarterbacks als Ballverteiler hervor. Provinzen etablieren sich und stellen hohe Maßstäbe dar, einzelne Spieler entwickeln Techniken die später als Standard gelten, die ersten Football-Helden entstehen. 1920 wird Jim Thorpe, bekannt als Zehnkampf-Olympiasieger von 1912, dem seine Goldmedaille beim Wechsel in den Profisport aberkannt wurde, zum Präsidenten der American Professional Football Association. Sie ist der Vorläufer der National Football League.
1926 erreicht die Popularität des College-Footballs Rekordwerte. 110 000 Zuschauer erlebten in Chicago den Klassiker zwischen Army und Navy.
1933 führt die NFL Playoffs ein, die ersten Gewinner des Endspiels sind die Chicago Bears. Die Heisman Trophy für den besten College-Football-Spieler des Jahres wird zum ersten Mal verliehen und geht an Jay Bergwanger vom Team der Universität Chicago. Sechs Jahre später verzeichnet die NFL zum ersten Mal einen Besucherzustrom von mehr als einer Million Zuschauer im Jahr. Die Helmpflicht wird erst 1943 eingeführt, immer weiter entwickelt sich das ganze Spiel, in seinen Abläufen, Strategien und Techniken und sogar schwarze Spieler durchbrechen die Rassenschranken in der NFL. Bereits 1950 zeichnet sich ab das Football zu einem Massensport schlechthin wird, als sich Spieler der Los Angeles Rams Hörner auf den Helm malen, und die Rams sich als erstes Team das Medium Fernsehen zunutzen macht. Man überträgt Heim- und Auswärtsspiele, jedoch wird ein Jahr später das Fernsehen von den Heimspielen ausgeschlossen, der Grund dafür war ein Einnahmeverlust beim Eintrittskartenverkauf von 300 000 Dollar.
1959 übernimmt Vince Lombardi das Training der Green Bay Packers und baut eine der dominantesten Mannschaften der Football-Geschichte auf.
Es entsteht eine Konkurrenz zur National Football League, die American Football League, deren Meister ab 1967 im Super Bowl gegeneinander antreten. Die Green Bay Packers besiegen die Kansas City Chiefs 35:10, das Fernsehen ist von Anfang an mit viel Geld dabei und zahlt 9,5 Millionen Dollar für die Übertragungsrechte der ersten vier Endspiele. Die Hall of Fame bekommt 1961 ihren Sitz in Canton/ Ohio, sie ist die Ruhmeshalle für spätere NFL-Größen. 1972 gelingt den Miami Dolphins unter Coach-Legende Don Shula ein Football-Wunder, indem sie alle 17 Spiele der Saison einschließlich Super Bowl gewinnen, 1978 ist die Sternstunde für den wohl bekanntesten Footballspieler der Geschichte, Joe Montana wird von den San Francisco 49ers eingekauft und führt seine Mannschaft zu vier Super-Bowl Siegen, bricht sämtliche Rekorde und zieht die Zuschauer und Fans magnetisch an. Es folgen viele schöne Jahre für die NFL, die Spiele sind bereits um Jahre ausverkauft, die Amerikaner geben zu 70% Football als ihren Lieblingssport an. Mit den Jahren entstehen weiter viele Football-Helden, die ihren Teams zu Ruhm, Reichtum und Ansehen verhalfen, die Teams perfektionieren sich und das Coaching wird zu einem strategischen Krieg. In jeder Hinsicht bringt auch die Technik enorme Fortschritte, der Astrodome in Houston kündigt bereits einen sportlichen Klimawechsel besonderer Art an: Kunstrasen als Spielbelag auch im Freien und Riesenhallen mit einer Kapazität von mehr als 70.000 Zuschauern.
1991 versucht die NFL die Sportart American Football mit der Gründung der World League weltweit zu etablieren. Der erste Anlauf mit Teams in Europa und den USA wird 1993 abgebrochen, jedoch folgt 1995 ein modifizierter zweiter Versuch, die NFL Europe mit ausschließlich europäischen Teams. Hier zeichnet sich vor allem Deutschland, mit mittlerweile drei sehr erfolgreichen Teams besonders aus.

Die Geschichte der NFL
1915 verpflichtete das College Canton den Zehnkampf-Olympiasieger Jim Thorpe, der ein unglaubliches Allroundtalent und gleichzeitig der erste richtige Star im Football war. Ein Jahr später spürte das Team aber, dass es auch zuviel Erfolg geben kann. Da sie nämlich in ihren zehn Spielen ungeschlagen waren, mit einer Punktedifferenz von 264:7, vertrieb und langweilte ihre Überlegenheit alle potentiellen Gegner. So begann man in Ohio erstmals über eine National Football League zu sprechen. Der Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg sollte das Unternehmen NFL jedoch noch hinauszögern. Aber am 20. August 1920 war es soweit: Männer aus Ohios Industriezentren Akron, Cleveland und Canton gründeten eine Vereinigung. Man stellte Spielpläne auf und versicherte darauf zu achten, die Gehälter nicht ins Uferlose wachsen zu lassen und einander nicht die Spieler abspenstig zu machen. Es dauerte nur zehn Wochen, und zehn Klubs aus Ohio, Indiana und Illinois schlossen sich an. Doch aufgrund großer Verluste lösten sich bis 1927 zwölf der 23 Klubs auf. Manche von denen, die weitermachten, verloren große Summen. Das Problem lag darin, dass die Mannschaften ihre Begegnungen noch immer selbst organisierten, das Liga-Büro kümmerte sich nicht mal darum, die Spielergebnisse festzuhalten. Was auf dem Spielfeld geboten wurde, war selten ein richtiges Vergnügen. Das Pass-Spiel war bei weitem nicht so attraktiv wie heutzutage, die Teams erzielten kaum Punkte und das war zu wenig, um die Besucher auf den Geschmack zu bringen. 1932 gab es nur mehr 8 Klubs, doch inmitten der größten Krisen gab es im Football immer Männer mit Ideen. 1933 modifizierte die NFL die Regeln, stellte die Tore auf die Goalline und gestattete den Vorwärts-Pass von jedem Punkt hinter der Anspielstelle. Ein Jahr später richtete die Liga in Chicago das erste All-Star-Spiel aus, in dem alljährlich der Meister gegen eine Auswahl der Besten aus den anderen Klubs antrat. 1935 installierte die Liga die Draft: Die besten College-Spieler eines Abschuss-Jahrganges werden auf die leistungsschwächsten Mannschaften verteilt, mit dem Ziel ausgeglichenere Teams zu erhalten. Dann war da noch die Idee eines Klubbesitzers namens George Marshall, von Musik und Bands beim Football, denn für ihn war es besonders wichtig die Zuschauer in jeder Hinsicht zu unterhalten. Er hatte noch viele andere Ideen, die er eine nach der anderen seinen Kollegen in der NFL verkaufte: den ersten überregionalen Spielplan, eine Play-off Begegnung am Saisonende, einen fünf Zentimeter schlankeren Ball der den langen Pass extrem erleichterte und eine Vereinfachung der Auswechslungen. Kontakt zwischen Coach und Quarterback, vorher verboten, wurde zugelassen. Diese Maßnahmen brachten das Spiel in Schwung, hatte man 1933 nur 19 Punkte pro Spiel im Schnitt verzeichnet, so lag das Niveau fünf Jahre später bei 27 Punkten. Eine ähnliche Steigerung spielte sich an den Kassen ab, der Zuschauerdurchschnitt stieg in den Dreißiger Jahren um das vierfache. Anfang der Vierziger hatte der Profi-Football endlich Boden unter den Füßen gefasst.


Collegefootball


Knute Rockne gilt als Paradebeispiel für die Entstehungszeit des Collegefootballs, er musste sechs Jahre bei der Eisenbahn arbeiten um sich die Universitätsgebühren zusammenzusparen. Sein einziger Zweck diente den Football-Spielen am College, nicht eine gute Ausbildung zum Chemiker. Er steckte seine Ziele hoch, obwohl er für sich selbst wenig Chancen sah. Kaum war er 1910 an der Universität von Notre Dame eingeschrieben wurde Rockne nicht nur sofort Mannschaftsmitglied, sondern 3 Jahre später auch Kapitän und noch später sogar Coach des Teams. Rockne starb 1931 an einem Flugzeugabsturz, aber ein früher Tod kann einen Menschen in Amerika unsterblich machen. Er wurde ein regelrechter Football-Mythos, seine unvorstellbare Erfolgsbilanz- 105 Siege in 122 Spielen in 5 Jahren als Coach, in denen die Mannschaft ungeschlagen blieb- wird nur noch von den Geschichten übertroffen, die man von ihm erzählt. Rockne war ein Perfektionist und ein großartiger Redner, mit Sinn für die Psychologie seiner Spieler. Viele der Motivationstechniken, die heute noch von vielen Coaches in der Umkleidekabine angewendet werden, gehen auf Rockne zurück.
Wie alle anderen Hochschulsportler in den USA verdienen auch die Footballspieler am College kein Geld. Es ist eine Ehre, für die Universität kämpfen zu dürfen. Sieht man von den Stipendien, die die teuren Studiengebühren und Unterbringungskosten am Ort finanzieren, ab, sind Amerikas Studenten – auf dem Papier - die letzten Amateure die es im Weltsport gibt. In Wirklichkeit sieht die Sache allerdings nicht ganz so ehrenhaft aus. Das liegt daran, dass Universitäten wissen, dass es keine wirksamere Werbung gibt als eine erfolgreiche Footballmannschaft. Deshalb finden sie Wege, ihren Studenten die eine oder andere Unterstützung zukommen zu lassen. Spielern, die im schulischen Bereich nicht ganz so entsprechen wie sie sollten, hilft man beim Bestehen der Abschlussprüfungen. Immer wieder werden daher Spieler gesperrt und Universitäten vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Aber niemand glaubt, dass die Zahl derer, die erwischt werden, auch nur annähernd den wahren Verhältnissen entspricht. So kommt es, dass ausgerechnet dort, wo es nach den Worten des großen Walter Camp eigentlich um Ruhm und Ehre geht, die doppelte Moral eingezogen ist, während die jahrzehntelang als kommerzielle Einrichtung verschriene NFL nichts zu verbergen hat. Aber natürlich ist die NFL nicht schuldlos an dem Dilemma an den Universitäten, denn die Profi-Klubs betreiben keine Nachwuchsarbeit, das überlassen sie dem College-Sport. Die meisten College-Spieler haben nur ein Ziel: die vier brotlosen Jahre gesund zu überstehen, um danach Profi zu werden. Das System funktioniert, weil die Amerikaner den College-Sport nicht als schwachen Abklatsch der großen, der sogenannten „Big Leagues“ empfinden, sondern ihm eine eigene Faszination abgewinnen. Die schlägt sich in üppigen Zahlen nieder: Mittlerweile erwirtschafteten die 100 Top-Colleges im Bereich Football zusammen über eine Milliarde Dollar im Jahr aus Fernsehrechten, Eintrittskartenverkauf und der Vergabe von Lizenzen für Kappen und T-Shirts.
Nach dem Ende des ersten Weltkrieges erlebte der Sport einen großen Anstieg an Popularität. Das waren die bedeutenden College-Spiele, bei denen 60.000 Zuschauer und mehr zusammenkamen. Gleichzeitig stieg hinter den Kulissen der Universitäten, die sich auf ihre akademischen Tugenden soviel zugute hielten, der Preis für die begehrtesten Siege und Meisterschaften. Die besten College-Trainer bekamen Gehälter, die weit über denen der Professoren lagen. Highschool-Absolventen wurden mit teilweise unredlichen Methoden angeworben, bekamen erstmals Stipendien und brauchten sich um ihre Noten keine Gedanken zu machen. Die traditionsbewussten Ivy-League-Universitäten Yale, Princeton und Harvard, an denen Football entstanden war, lehnten Geschäfte ab und vergeben auch heute Stipendien nur aufgrund besonderer schulischer Leistungen. Andere Hochschulen, die für ihre akademische Leistung weniger bekannt sind, nutzten die Situation. Die großen Rivalitäten sind über die Jahre zumeist dieselben geblieben, so zum Beispiel der Kampf zwischen den beiden Militärakademien der Army in West Point und der Navy in Annapolis, der in den zwanziger Jahren über 100.000 Zuschauer ins Stadion brachte und während der dreißiger und vierziger Jahre die sportlichen Akzente im College-Football setzte. Heute bemühen sich vor allem die Universitäten der Südstaaten darum, die College-Meisterschaft zu dominieren, besonders Texas, Oklahoma, Nebraska und Florida.
Heute gibt es eine eigene College Vereinigung, die NCAA (National Collegiate Athletic Association) in der in drei Leistungs- Divisionen gespielt wird, in denen die Teams eine ganze Saison ihr Bestes geben müssen, die besten Sieg-Niederlage Verhältnisse qualifizieren dann einige wenige Teams in die Finalspiele. Hat ein College-Spieler sein Studium abgeschlossen nimmt er mit Ende der NFL-Saison am sogenannten „Draft“ teil, in dem die Profiteams jeden angebotenen College-Spieler unter Vertrag nehmen können. Das Team, dass in der abgelaufenen Saison am schlechtesten war, darf als erstes auswählen. Meistens ist es so, dass die wenigen wirklich auffällig guten Spieler bereits während ihrer College-Zeit im Fernsehen und andere Medien auftreten, welche dann auch meistens in der ersten Runde verpflichtet werden. Die Spieler die dann ihre erste Saison als Profi bestreiten, werden „Rookie“ genannt. Immer wieder gibt es Überraschungen, wenn die schlechtesten Teams des Vorjahres mit den besten Rookies oft ungeahnte Angst verbreiten. In seiner ersten Saison hat es ein Spieler immer schwer. Der Unterschied zwischen NFL und College-Football ist unglaublich, die Härte ist bedeutend größer und die Spielgeschwindigkeit schneller. Die meisten Rookies verbringen ihre ersten Saisonen auf der Ersatzbank, wo sie meistens von den Veteranen das Spiel, die Technik und die richtigen Reaktionen von der Seitenlinie beobachten und dadurch viel lernen können.

Wichtiges zum Spielablauf:

Zweck des Spieles American Football ist es, Raumgewinn zu erzielen bzw. den Gegner daran zu hindern. Raumgewinn kann durch Vorwärtstragen des Balles oder Fangen eines Passes und anschließendem Lauf erreicht werden. Eine Mannschaft besteht aus maximal 45 Spielern, von denen jeweils 11 auf dem Spielfeld sind. Die Mannschaft, die im Ballbesitz ist, hat das Angriffsteam (Offense) auf dem Feld, der Gegner die Verteidigung (Defense). Das Feld ist 100 Yards lang, 53,3 Yards breit (91,4 x 48,7 m) und hat zwei je 10 Yards tiefe Endzonen mit Y- oder H-förmigen Toren. Der Ball ist eiförmig, hat 72 Zentimeter Längsumfang und 54 Zentimeter Querumfang, ist 28 Zentimeter lang und wiegt ca. 400 Gramm. Er kann von einem Spieler in der Hand getragen, geworfen oder auch gekickt werden. Der an der Sideline positionierte Downmarker  zeigt an, den wievielten Versuch die angreifende Mannschaft spielt, wie viele Meter noch zu überwinden sind und von wo aus der Angriff gestartet wird. Jede angreifende Mannschaft (Offense) hat jeweils 4 Versuche (Downs), um 10 Yards (bzw. Meter) durch Pass- oder Laufspiel zu überbrücken. Um die zurückgelegte Strecke genau messen zu können, gehört zum Downmarker eine 10 m lange Kette, die an 2 Stangen befestigt ist. Die Leute, die diese Kette und den Downmarker halten nennt man "Chain-Crew".
Schafft es eine Mannschaft nicht, in 4 Versuchen mindestens 10 Yards zu überbrücken bzw. Punkte zu erzielen, wechselt das Angriffsrecht. Die Spielzeit beträgt 4 x 15 Minuten netto. Nach dem 1. & 3. Viertel erfolgt ein Seitenwechsel, nach der Halbzeitpause ein erneuter Ankick.
Spielbeginn, Raumgewinn und Punkte erzielen
Nachdem durch Münzwurf bestimmt wurde, welche Mannschaft als erste den Ball erhält, beginnt das Spiel mit dem Ankick (Kick-Off) der verteidigenden Mannschaft von deren 20 Yard-Linie. Dabei soll der Ball möglichst tief in die gegnerische Hälfte gekickt werden. Die Offense versucht den Ball zu fangen und möglichst weit gegen die Kickrichtung zurückzutragen (Kick-Off Return). An der Stelle, an der sie von der Defense gestoppt wird, beginnt die erste Serie von Versuchen (Series of Downs).
Das Angriffsteam hat nun vier Versuche (Downs) um eine Strecke von mindestens 10 Yards (9,14 m) zu überwinden. Laufen oder Werfen sind die zwei Möglichkeiten, um Raumgewinn zu erzielen. Beim Lauf (Run) wird der Ball von einem Spieler, für den durch andere Spieler (Vorblocker) Platz geschaffen wird, getragen. Beim Wurf (Pass) läuft der Spielmacher (Quarterback) einige Schritte zurück und wirft dann den Ball zu einem Mitspieler, der ihn fangen muss bevor der Ball den Boden berührt. Der nächste Versuch wird von dort weiter gespielt, wo der Ballträger zu Boden gegangen ist oder ins Aus (Out of Bounds) gedrängt wird. Gelingt es, mindestens 10 Yards zurückzulegen, erhält das Team eine neue Serie von vier Versuchen (First Down). Das hört sich bei weitem leichter an als es in Wirklichkeit ist, denn die gegnerische Defense wird alles Menschenmögliche daransetzen, jedes einzelne Loch durch das der Ballträger kommen könnte zu schließen. Endziel ist es, die gegnerische Endzone zu erreichen bzw. auf andere Art Punkte zu erzielen.
Dies ist in erster Linie durch einen TOUCHDOWN möglich, bringt sechs Punkte, wofür der Ball durch Tragen (Lauf) oder Fang in die gegnerische Endzone gebracht werden muss. Nach einem Touchdown erhält die punktende Mannschaft einen Versuch von der 3-Yard Linie, er kann als EXTRAPOINT (1 Punkt) durch ein Fieldgoal (Kick) oder als CONVERSION (2 Punkte) die einem neuerlichen Touchdown entspricht, ausgeführt werden. Ist beim 4. und letzten Versuch erkennbar, dass kein neues First Down oder Touchdown erreicht werden kann, besteht die Möglichkeit eines FIELDGOALS (3 Punkte), wie beim Extrapoint aber aus jeder beliebigen Entfernung zum Tor. Auch die Defense kann Punkte erzielen: Durch ein SAFETY, welches das Stoppen des Ballträgers in dessen eigener Endzone erfordert, erhält die Defense 2 Punkte und die Mannschaft die das Safety erhalten hat, muss den Ball von deren eigener 20-Yard Linie wegkicken. Ist abzusehen, dass in einem 4. Versuch die Entfernung für ein neues First Down nicht mehr überwunden werden kann und ein Fieldgoal außer Reichweite, gibt die Offense durch einen Punt das Recht auf den Ball auf. Dabei wird der Ball aus der Hand sehr weit in Richtung Gegner gekickt, der ihn, wie bei einem Kick-Off, zurücktragen darf.
Lässt ein Spieler der Angriffsmannschaft den Ball im Lauf fallen (Fumble), darf auch die Defense den Ball erobern. Ebenso hat sie das Recht einen Pass abzufangen (Interception). In allen Fällen wechselt sofort das Angriffsrecht; die alte Offense wird zur Defense, die alte Defense zur Offense. Fumble und Interception ermöglichen der Defense auch zu Punkten, sofern diese bis in die Endzone zurückgetragen werden.
Regeln & Zeitnehmung
Die Einhaltung der Regeln wird von den vier bis sieben gleichberechtigten Schiedsrichtern überwacht. Fouls werden durch das Werfen von gelben Flags angezeigt und nach Ende des Spielzuges abgehandelt. Der Hauptschiedsrichter zeigt die Art des Fouls an und erklärt dem gefoulten Team die Folgen der Strafausführung. Die gefoulte Mannschaft kann die Bestrafung ablehnen und den Spielzug gelten oder die Strafe ausführen und den Spielzug wiederholen lassen. Bestraft wird mit Raumverlust von 5, 10 oder 15 Yards, Zuerkennung eines neuen First Down an die Offense, dem Verlust des Rechtes den Spielzug zu wiederholen (Loss of Down) und in besonders schweren Fällen mit Ausschluss des Spielers. Ist der Raumverlust durch eine Strafe größer als die halbe Distanz zur Endzone des foulenden Teams, wird die Entfernung zur Endzone halbiert. Die Schiedsrichter sind auch für die Zeitnehmung verantwortlich. In einem Sport mit so vielen Regeln wie American Football, sind natürlich unzählige Tätigkeiten verboten. Ein schweres Foul zum Beispiel ist, wenn man seinem Gegner absichtlich ins Gesichtsgitter greift. Das kann sogar einen Ausschluss nach sich ziehen, passiert es jedoch unabsichtlich fällt die Strafe nicht so hart aus. Dem Gegner ein Bein zu stellen, einen Defense-Spieler festzuhalten sowie Beschimpfungen oder Gewalt außerhalb des Spielgeschehens sind einige der vielen Dinge die verboten sind. Je nach Strenge des Schiedsrichter kann sogar ein zu ausgiebiger Jubel über einen Touchdown oder sonstiges zu einer Raumstrafe führen.
Die Ausrüstung der Spieler dient in erster Linie zum Schutz vor den harten Kontakten, aber auch vor Stürzen und Gelenkverletzungen. Deswegen gibt es einen Standard den jeder Spieler einhalten muss, aber auch nicht überschreiten darf. Ein Zahnschutz ist unbedingt Pflicht, ist dieser jedoch durchsichtig ist er verboten. Schulterschutz, Helm und andere Gegenstände die Teile des Körpers schützen, müssen genau passen da sie sonst leicht verrutschen können und damit ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen würden. Ausrüstungsgegenstände die außen sichtbar sind und den Gegner durch ihre gleichen Farben verwirren könnten, sind auch verboten.
Die Spielerpositionen
Das Herz jedes Teams und die wohl bekannteste Position im Football ist die des Quarterbacks. Er hat die meiste Verantwortung, da er in der Offense für die Ballverteilung zuständig ist. Der Coach gibt ihm mittels Handzeichen oder Funkgeräten den nächsten Spielzug durch. Abseits des Spielfeldes denken sehr viele Leute über jedes einzelne Play nach, nicht nur die Coaches, denn in der NFL gibt es Logen die sehr hoch im Stadion liegen, in denen Assistenztrainer, ebenfalls per Funkgerät mit der Crew auf dem Feld verbunden, ihren Platz haben und den Gegner sehr genau studieren. Die Aufgabe des Quarterbacks selbst ist jedoch mit einem weiten Pass nach vorne, oder einer schnelle Ballübergabe an einen Running Back noch lange nicht getan. Der Quarterback beobachtet die Defense bereits während der Aufstellung, muss aber nach dem Snap in Sekundenbruchteilen die Deckung der Defense erkennen, improvisieren und handeln. Neben dem Quarterback hat der Running Back seinen Platz, er bekommt entweder den Ball sofort durch ein Hand-Off des Quarterbacks, und versucht sich dann seinen Weg durch die Defense zu schlagen, oder er läuft kurze Routen um einen Pass zu fangen. Er kann auch als Blocker bei einem Passspielzug den Quarterback schützen. In dieser Position gibt es zwei Typen, den Full Back, der aufgrund seiner großen Kraft und Masse hauptsächlich für die Bewältigung kurzer Distanzen bzw. als Vorblocker verwendet wird. Dann gibt es den Half Back, er muss besonders wendig, antrittschnell und kräftig sein. Blitzschnell muss er erkennen, wo eine Lücke in der Defense aufgeht, woher ein Verteidigungsspieler ihn attackiert und muss gleichzeitig jeden Moment mit einem harten Hit von jeder Seite rechnen. Er braucht enorm viel Kraft in den Beinen, für die schnellen Haken und um Tackles zu brechen. Weiters muss er besonders darauf Acht geben, den Ball auch unter den schwierigsten Umständen nicht aus den Händen zu verlieren. Meistens an der Seitenlinie aufgestellt befinden sich die Wide Receivers, die die Pässe des Quarterbacks fangen müssen. Sie müssen sehr groß und sehr schnell sein, aber natürlich auch über ein herausragendes Ballgefühl verfügen. Sie dürfen zwar vor dem Fang nicht behindert werden, müssen jedoch trotzdem geschickt der Defense ausweichen und sich freilaufen, werden aber ebenso als Vorblocker eingesetzt. Die sogenannte Offense Line wird aus fünf Männern (Tackles, Center, Guards) gebildet, deren Aufgabe darin besteht den Quarterback bei einem Pass vor der Defense zu schützen, oder für den Running Back den Weg freizublocken. Sie sind besonders kräftig, und wiegen nicht selten über 150 Kilo. Ihre Leistung erlangt bei weitem nicht den Respekt den sie verdient, denn sie scheinen ja in keinerlei Statistiken auf. Macht aber nur einer dieser fünf einen Fehler und lässt damit seinem zu blockenden Gegner freie Bahn, ist meistens der ganze Spielzug zerstört.
In der Defense steht an vorderster Front die Defense Line (Ends, Tackles) die je nach Formation aus drei bis vier Spielern gebildet wird. Sie stehen der Offense Line nur wenige Zentimeter gegenüber und ihre Aufgaben bestehen hauptsächlich darin, den Quarterback bei einem Pass zu jagen, ihn unter Druck zu setzen sodass er seine Pässe nicht anbringen kann, oder ihn hinter der Line of Scrimmage (Anspielstelle) zu Boden zu bringen, in diesem Fall spricht man von einem Quarterback-Sack. Ihre zweite Aufgabe ist bei einem Laufspielzug den Ballträger möglichst schnell zu erwischen, das erfordert Schnelligkeit und Stärke um die Blocker abzuwehren. Sie sind die Riesen der Defense, und ihren Gegenübern in der Offense an Masse und Stärke ebenbürtig.
Hinter der Defense Line haben die sogenannten Linebacker ihren Platz. Sie sind zwar auch sehr kräftig und groß gebaut, aber weitaus schneller als die Defense Line. Sie sind die „Chefs“ der Defense, da sie eine Reihe von sehr verantwortungsvollen Aufgaben gleichzeitig erfüllen müssen. Die schwerste daran ist das Lesen der Offense. Ein guter Linebacker weiß Bruchteile einer Sekunde nach dem Snap, welchen Spielzug die Offense spielt. Da die Offense das natürlich weiß, versucht sie mit allen Mitteln die gesamte Defense mit vorgetäuschten Ballübergaben, Pässen und dergleichen zu verwirren. Deswegen lernen Linebacker, das Blocking der Offense Line zu lesen und daraus zu schließen wohin der Spielzug geht. Sie müssen unglaublich schnell reagieren, sowohl um einen Run möglichst schnell zu stoppen, aber auch im Falle eines Passes blitzschnell in ihren Zonen abzutauchen und die Passempfänger zu decken. Eine weitere Spezialität der Linebackers ist der sogenannte „Blitz“ Spielzug. Je nach Spielzug stürmen einer oder mehrere Linebacker sofort ins Offensive Backfield, um ihre Line-Kollegen beim Pass-Rush (Attackieren des Quarterbacks bei einem Pass) zu unterstützen. Damit geben sie aber ihre Deckungsaufgaben auf, deswegen kann ein Blitz ebenso effizient wie riskant sein. Die sogenannte Secondary besteht aus vier Spielern. Zwei Cornerbacks, welche ähnliche Maße und athletische Fähigkeiten wie die Wide Receiver in der Offense haben, sind beide an den Seitenlinien aufgestellt und müssen die äußersten Receiver bei einem Pass decken. Sie müssen aber auch Running Backs, die auf die Seite ausweichen stoppen können. Es gibt zwei Arten von Deckung im Football: Die Manndeckung, in der jeder Defense Spieler (ausgenommen der vier Liner) einen Gegenüber in der Offense hat, und dem nicht mehr von der Seite weichen darf. Die Zonendeckung ist zwar komplizierter und fehleranfälliger, jedoch sehr effizient. Dafür müssen alle Defense-Spieler blitzschnell erkennen ob ein Pass oder ein Run gespielt wird, bleiben sie nämlich zu lange auf ihren Plätzen stehen um zu erkennen was kommt, ist ihre Zone frei und die Offense nützt das sofort aus. Es gibt auch Kombinationen dieser beiden Deckungsaufgaben, wenn zum Beispiel die Linebackers Manndeckung spielen, die Secondary jedoch die tiefen Zonen übernimmt. Die zweite Hälfte der Secondary wird aus den zwei Safeties gebildet. Sie sind die letzte Verteidigungsreihe, wenn diese durchbrochen wird kann ein Touchdown selten verhindert werden. Der Strong Safety steht immer auf der Seite, wo sich mehr Passempfänger befinden (Strong Side). Er steht ungefähr 10 Yards hinter der Defense Line und ist natürlich vor allem für die Passverteidigung verantwortlich. Aber wie die Linebacker, muss auch er die Offense besonders schnell lesen, da er als Run-Support (Unterstützung für die vorderen Fronten bei einem Laufspielzug) sehr wichtig ist. Der letzte Mann am Feld ist der sogenannte Free Safety. Er hilft seinen Mitspielern bei der Deckung von tiefgehenden Receivern, oder übernimmt die Deckung falls jemand in seine Zone kommt. Da er nur sehr selten als Manndecker eingesetzt wird steht er meistens frei und muss oft selbst entscheiden, wo er am dringendsten gebraucht wird. Die Spezialität eines Safeties ist außerdem den Gegner von der Blindside (Toter Winkel) nach einem Passempfang regelrecht abzuschießen, was oft bewirkt das dieser den Ball entweder sofort wieder fallen lässt, oder erst nach wenigen Metern Lauf, was dann ein Fumble wäre. Diese zwei, relativ schmächtig im Vergleich zu anderen Spielern wirkenden, flinken Spieler sorgen für aufregende Szenen und harte Hits, die das Publikum liebt. Zurück zu den Spielerpositionen, neben Offense und Defense gibt es auch die sogenannten Specialteams. Es gibt ein Kickoff-Team, ein Kickreturn-Team, ein Fieldgoal-Team und ein Punt-Team, das Puntreturn-Team wird meistens aus der Defense gebildet, wobei nur ein Spieler gegen einen schnellen Returner ausgewechselt wird. Das Kickoff-Team bringt den Ball am Spielbeginn oder nach Punkten ins Spiel, während das Kickreturn-Team den Ball zurückzutragen versucht. Ebenso beim Punten. Das kicken eines Fieldgoals ist bei weitem nicht so einfach wie es scheint. Der Kicker muss den Wind sehr genau berechnen können und viel Ruhe besitzen, immerhin stürmt die Defense auf ihn zu während er Anlauf nimmt. Kraft in den Beinen reicht hier bei weitem nicht aus.
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American Football in Österreich
Football war bereits in den späten 60ern in Deutschland bekannt, stand aber absolut am Anfang seiner Entwicklung. Es wurden einige wenige Vereine gegründet die jahrelang unter schwierigsten Bedingungen und mit geringen finanziellen Mitteln weitergeführt wurden. Als schließlich 1978 Football auch in Österreich bekannter wurde, gründeten einige fanatische Fans in Wien den ersten österreichischen American Football Verein, die Vienna Ramblocks. Als Gründer, Vereinspräsident und Headcoach gleichzeitig versuchte Thomas Aichmair den Weg für sein Projekt zu ebnen. Unter schwierigsten Bedingungen trainierte man öffentlich auf der Wiener Jesuitenwiese. Nach kurzer Zeit schlossen sich einige wenige mehr an und das Team begann sich zu formen. Die erste heimische Konkurrenz entstand in Form der Graz Giants im Mai 1981. Ihr Gründer Stefan Herdey traf zufälligerweise zwei Spieler eines amerikanischen Spitzen-College-Teams und führte sie einen Abend durch die Grazer Lokale. Inspiriert durch Erzählungen der beiden gründete Herdey kurze Zeit später die Graz Giants. Aufgrund großer interner Probleme verließ 1983 die Hälfte der gesamten Vienna Ramblocks das Team und Thomas Aichmair gründete einen weiteren neuen Verein, die Vienna Vikings. Das Team bestand aus den damals erfahrendsten und besten Spielern Österreichs, diese konnten sich aber bis dato nur international gegen gute Gegner messen. Das erste Aufeinandertreffen zwischen den Ramblocks und den Vikings endete in einer haushohen Niederlage der Ramblocks. Mit den Jahren folgten weitere Spiele und hohe Verbesserungen für den österreichischen Football. Die Hohe Warte wurde als Spielort verwendet aber die Zuschauer waren sehr rar. Langsam wurden wieder einige Vereine gegründet, die Styrian Panthers, die Klagenfurt Jets, die Linz Rhinos und die Salzburg Bulls folgten 1984, spielten mit den Vikings in diesem Jahr in der zweiten Division, konnten aber in keinem der Spiele Punkte gegen die Vikings erzielen. 1984 gewannen die Salzburg Bulls den Austrian Bowl I in der folgenden Saison wurden sie jedoch von den Vikings in ihrem ersten Auftritt in der 1. Division mit 47:7 besiegt. Die folgenden Jahre waren äußerst turbulent, die Giants zogen in die nächsten sechs Finalspiele ein und gewannen diese, die Vienna Vikings verbrachten ein Jahr zur Erholung in der neu gegründeten zweiten Liga und gewannen diese umgehend. Zurück in der ersten Division wurde Graz zum Erzfeind, die Vikings gewannen über Jahre hinweg gegen alle österreichischen Teams, außer gegen die Giants. International konnte Österreich kaum mithalten, sowohl Graz als auch Wien, aber auch das Nationalteam konnte erst Anfang der neunziger die ersten Erfolge verbuchen. Im Jahr 1990 wurden erstmals amerikanische College-Spieler von österreichischen Vereinen verpflichtet. Sie lehrten den Österreichern eine Menge und waren natürlich maßgeblich für die Erfolge ihrer Teams verantwortlich. Die Vienna Vikings waren das erste Team als sie 1993 ein Nachwuchsteam gründeten. Bernhard Binstorfer stellte als Sportlehrer in der Wittelsbachstrasse zum ersten mal ein „Freifach American Football“ auf die Beine, dem sich die Kinder begeistert anschlossen. 1994 zeichnete sich wieder eine Wende ab, als die Vienna Vikings das erste mal in der Geschichte unter Erfolgscoach Tom Smythe die Austrian Bowl gegen den Titelverteidiger Graz Giants gewinnen konnten. Die Vikings Juniors gewannen den ersten Nachwuchstitel. Der Nachwuchs wurde in die Altersklassen Schüler (10-13), Jugend (14-16) und Junioren (17-19) unterteilt. 1995 spielten die Vikings ihre erste Eurobowl Saison, waren als #12 gesetzt und gewannen das erste Spiel, mussten sich dem späteren Sieger Düsseldorf Panthers knapp mit 00:15 geschlagen geben. 1996 dominierten die Vikings die Liga, obwohl sie wieder viele Leistungsträger und Veteranen verloren. Das Junioren-Team der Salzburg Bulls entwickelte sich sehr schnell und sollte die nächsten Jahre dominieren. 1997 und 1998 waren schwarze Jahre für die Kampfmannschaft der Vikings, sie verloren sowohl national als auch international viele Spiele. Der Nachwuchs aber schaffte 1998 als erstes Team das sogenannte „Triple“, sie wurden Meister in jeder Altersklasse, zu diesem Zeitpunkt hatten die Vikings bereits eines der besten Jugendprogramme in ganz Europa. Der Austrian Bowl 1999 sollte als der dramatischste in die Geschichte eingehen, die Vikings dominierten die Giants in der ersten Hälfte, diese wehrten sich aber in der zweiten umso mehr und holten sich die Führung eine Minute vor Schluss. Als jedoch nur mehr eine einzige Sekunde zu spielen war, gelang das unglaubliche. Damaliger Vikings-Quarterback Jack Reed warf einen sehr weiten Pass zu Receiver Tobias Oberzeller und das Spiel war zugunsten Wiens entschieden. Das letzte Play dieses Spiels wurde weltweit auf CNN ausgestrahlt. Der Nachwuchs gewann zwei von drei Titel, die Jugend verlor das Playoff-Spiel gegen eine körperlich haushoch überlegene Grazer Mannschaft nach langem Kampf mit 24:30. Seit diesem Zeitpunkt blieben die Vikings ihrer Favoritenrolle gerecht und erreichten schließlich 2001 erstmals das Finale der Europäischen Champions-League: Das Euro Bowl-Finale. Gegen den Titelverteidiger Bergamo Lions war vor knapp 7.000 Zuschauern in Wien auf der Hohen Warte leider nicht mehr als ein Achtungserfolg zu holen, die Lions gewannen mit 27:11. Das Österreichische Juniorennationalteam erkämpfte im selben Sommer den dritten Platz bei der Europameisterschaft, wieder machte sich die hervorragende Nachwuchsarbeit der Vikings, aber auch der Innsbruck Raiders und Graz Giants bezahlt. Football ist in Österreich immer populärer geworden, was nicht zuletzt auf die großen Erfolge der letzten Jahre zurückzuführen ist, und sicher ein Sport mit großer Zukunft, auch in unserem Land, ist.


AMERICAN FOOTBALL

o Vorwort

o Die Geschichte

o Die Geschichte der NFL

o Collegefootball

o Wichtiges zum Spielablauf

o Spielbeginn, Raumgewinn und Punkte erzielen

o Regeln & Zeitnehmung

o Die Spielerpositionen

o American Football in Österreich





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© Sebastian Linder, 2002




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